Ober-Ingelheimer Haderbuch 1518-1529 

Bl. 288v

27.04.1529  / Dienstag nach Cantate

Transkription

Appenheim das vor vnns iʃt komen
her Niclaus maß altariʃt • zu Obern jngelnheim
mit ʃampt se(n)nen ʃeinenn mitgeʃellenn der
preʃencz ) vnnd haben von vnns begertt ey(n)
ʃchatzu(n)nge einer velehnu(n)ge welche dan phi-
lips knebitz vnnd peter ʃchreiner jnnen ver
lacht hattenn • als vor lxxxj fl vj alb ʃlecht
sl ʃclecht gelt ob ʃoliche verlehnu(n)ge genu(n)gʃam
wer oder nit vor ʃolich gelt wie obʃtet ʃoliche
Schatzunge habenn wir gethann wie das ʃoliche
werlehnug gnu(n)gʃam geweʃenn iʃt vor ʃolich
gelt weither iʃt vor vnns nit gehandelt wor-
denn ) Soliche verlehnug leytt bey vnns zū
Appenheim jn vnʃerem gerichts būch ) dat(um)
vff ʃondag m(iʃericord)ia d(omi)ni anno 1529

Jtem her Steffann philmūtt hat jme
ʃein kundtʃchaff er an v(o)m gericht zu appen-
heim gegenn Emeln ) vßbracht laßenn
eroffnenn habenn de(m)nach beyde p(ar)theyen
ʃchup ad p(roximu)m vnd copias

Jtem Laūrenncz kancker als zeūge hans
Hans von elʃoff von Elsūff nachfar hen philmūts zugeg(en)
Jacob vo(n) wolffheim vnnd widder jacob von wolffsheim hatt
jn gegenwirtigkeÿtt gnants jacobs etc gelopt vnd
geʃwornn wie recht / vnnd nach genu(n)gʃam
eruiderūnge ʃeins gethanen aidts vnd der
kūndʃchafft pena eyns meynaidigen zeūgen ermanett
zūūor vff gemein frageʃtūck befragtt
ʃagt alt ʃein fiertzigk jar vff fūnffhun-
dertt fl reich vngeuerliche Būrger vnd

Übertragung

Appenheim bekennen, dass vor uns Herr Niclas Mose, Altarist zu Ober-Ingelheim mitsamt seinen Mitgesellen gekommen ist. Und sie haben von uns eine Schätzung der Verleihung gefordert, die Philipp Knebitz und Peter Schreiner ihnen verliehen hatten für 81 Gulden 6 Albus schlechtes Geld, ob diese Verleihung hinreichend wäre oder nicht für das genannte Geld. Diese Schätzung haben wir getan und bestätigen, dass die Verleihung hinreichend ist für das genannte Geld. Weiter ist von uns nicht gehandelt worden. Diese Verleihung liegt bei uns in Appenheim in unserem Gerichtsbuch. Geschehen 11. April 1529.

Herr Stephan Fulmot hat seine Kundschaft, die er vom Gericht zu Appenheim gegen Emmel vorgebracht hat, öffnen lassen. Danach haben beide Parteien Aufschub bis zum nächsten Gerichtstag und Kopien.

Hans von Elsoff gegen Jacob von Wolffsheim. Lorentz Kancker als Zeuge von Hans von Elsoff, dem Nachfahren von Henne Fulmot gegen Jacob von Wolffsheim hat in Anwesenheit des genannten Jacob gelobt und geschworen wie es Recht ist. Und nach hinreichender Erinnerung und Ermahnung an den geleisteten Eid und die Strafe bei Meineid, zunächst befragt auf die allgemeine Fragen, sagt er: Er sei um die 40 Jahre alt, ungefähr 500 Gulden reich, Bürger und

Registereinträge

ad proximum (judicium)   –   Albus (alb)   –   Altaristen   –   Alter (alt)   –   Antwort (antworten)   –   Buch (Gerichtsbuch)   –   Buerger(in) (Ober-Ingelheim)   –   copia (Kopie)   –   Eidesleistung   –   Elsoff, Hans von   –   Fragstücke   –   Fulmot, Henne   –   Fulmot, Stephan   –   Geld (Geld)   –   Gericht (Appenheim)   –   Gesellschaft (Gemeinschaft)   –   Gulden (fl)   –   Herren (Herrenstatus)   –   Jahr (jährlich)   –   Kancker, Lorentz   –   Knebitz, Philipp   –   Kunde (Kundschaft, Kundsage)   –   Leihe (leihen)   –   Meineid (meineidig)   –   Misericordia domini   –   Mose, Niklas   –   Muller, Emmel   –   Nachfahre   –   Ober-Ingelheim (Dorf)   –   Partei   –   Poen (Pön)   –   Praesenz   –   Schatzung   –   schlechtes Geld   –   Schreiner, Peter   –   Schub   –   Sonntag (Tag)   –   Wolffsheim, Jakob von   –   Zeuge   –