Das Ober-Ingelheimer Haderbuch 1518-1529 

Bl. 278v

13.04.1529  / Dienstag nach Misericordia Domini

Transkription

Peter bender Das hanns Redernn wißentliche / vnd da
von Nūendorf bey geweʃt das ʃein peter benders ßweʃter
kūnden zuge- myt andern jren geʃwistert eyn behauʃu(n)ge
ʃprūchen etc jme verkaūfft vor hu(n)dertt vnd zwentzig
fl daran dan ʃeiner ʃweʃter ka-
therinenn vnd jrem hūßwirtt der
fierde theyl gepuertt hab • aūch katherin
mit clarlichen wortthen vßgerett vff
dem hienliche da ʃie jrenn hūʃwirtt
genomenn ʃie wol an jren theyl jrem
Bruder petern zehenn fl naher laße(n)
jnhalts kaūffs vor dinʃt mūhe vnd
arbeÿtt ʃo er jr vormals gedan Bith
jne anzuHaltenn ʃeyn wißen zu ʃag(en)
teʃt(is) volt obedir(e)

Jtem Conratt ʃchumach(e)r loeʃt
hans būseř die Anleyde hans beuʃernn mit
Conrat ʃchū- ʃchoffenn wie recht zūthūn zūuor
macher vorbehalt ʃein(n) Jnrede ·

Jtem Erʃcheintt Criʃtina von Erbach
Criʃteyn von zur zeitt eynn armer dinʃtboth des
Erbach • Ernūeʃten Jungh(e)r Bernhartt hornecks
heinrich vnd vnnd ʃagtt wie das jr ettliche ʃchme
hen bender wortt vor dem veʃten ju(n)gh(e)r diether vo(n)
gebruder Buches ʃchūlt(heiß) von hans vnd henrich
bendern gebrūder jn jrem abweʃen
zūrūck beʃchehenn ʃoltenn ʃeyn etc der
halbenn ʃie proteʃtirtt jzundt vffent
liche wo henrich vnnd hanß ob-
gnantt ʃie waß vermeynen anzūclag(en)

Übertragung

Dass Hans Reder bekannt sei und er dabei gewesen sei, als Peter Benders Schwester mit ihren anderen Geschwistern ihm ein Haus verkauft habe für 120 Gulden, woran seiner Schwester Katherine und ihrem Mann ein Viertel gebührt. Bei der Verlobungsabsprache mit ihrem Mann hatte Katherine mit klaren Worten ausgesprochen, sie wollte von ihrem Teil ihrem Bruder Peter 10 Gulden am Kauf nachlassen für Dienst, Mühe und Arbeit, die er geleistet habe. Er bittet den Zeugen anzuhalten, sein Wissen zu sagen. Der Zeuge will gehorchen.

Conrad Schuhmacher lässt die Anleite von Hans Buser unserem Mitschöffen zu, diese zu tun wie es Recht ist, seine Gegenrede vorbehalten.

Cristina von Erbach, zur Zeit eine arme Dienstmagd des ehrenwerten Junker Bernhard Horneck, erscheint vor Gericht und sagt: Dass ihr durch die Brüder Hans und Henrich Bender etliche Schmähworte vor dem ehrenwerten Junker Diether von Buches, dem Schultheißen, in ihrer Abwesenheit geschehen sein sollen, weswegen sie jetzt und öffentlich protestiert. Und wenn die genannten Henrich und Hans meinen, dass sie etwas anzuklagen hätten,

Registereinträge

Anleit (Anleite)   –   Arbeit (arbeiten)   –   Bender, Hans   –   Bender, Henrich   –   Bender, Katherin   –   Bender, Peter   –   Bruder (Brüder)   –   Buches, Diether (von)   –   Buser, Hans   –   Dienstbote   –   Einrede   –   Erbach, Cristina   –   Geschwister   –   Gulden (fl)   –   Haus (Haus)   –   Hauswirt   –   Hinlich   –   Horneck, Bernhard   –   Junker   –   Kaufvorgang   –   Kunde (Kundschaft, Kundsage)   –   Neuendorf (Ort)   –   Obödienz   –   Protestation (protestieren)   –   Reder, Hans   –   Schmähung (Schmähwörter)   –   Schoeffen (Gerichtsschöffen)   –   Schuhmacher, Konrad   –   Schultheiß (Ober-Ingelheim)   –   testis vult obedire   –