Ober-Ingelheimer Haderbuch 1518-1529 

Bl. 278

13.04.1529  / Dienstag nach Misericordia Domini

Transkription

zūerkennt Begertt Izūndt das peter
muʃer der clageř doch wol anʃagenn
vnnd zuerkennen gebenn ʃchriefftlich
die ʃelbige guetter inhalt vnnd lūtt
ʃeiner clage ) ane welchen gūetter Er
peter inʃtatt ʃeiner Haūßf(rau) erptheyl zū-
habenn vermeintt Vff das formliche
gehandelt der Richter nit vorfūrtt / noch
die partheŷ geleytt wurde(n) Hiemit E R(ichterliches)
ampte vmbe verhelffnūße Recht(en) zūm
formliʃt(en) anruffend • v(or)behalt vt juris
actor hot dage ad prox(im)ūm •

Jtem zwißenn Pangra(c)io kurßner als cla-
Pangratz ger eins vnnd vnd hans kremer k
kūrßner vonn Eʃenheim beclagtenn anderntheyls
S(e)n(tent)ia S(e)n(tent)ia dweyl der beclagtt zwolff alb
fl vff die gethane clage in recht
hans kre- gelegtt die dan der clager entphangen
mer Erkennt der ʃchoffen zūrecht • den beclag(ten)
dißer clage ledig vnnd vßbeweglich(e)n
vrʃachenn verglichen der coʃt(en)

Ammen Zwißenn Amen Wendeln vo(n) weinheim
Wendell cleger eins vnd leonhard fluck(en) be-
S clagt(en) anderntheyls S(e)n(tent)ia das leon-
hard fluck on angeʃehen ʃeins vßzūcks
leonhartt wendeln vo(n) weinheim kuntʃchafft der
fluck warheit zūgeben ʃchūldig v(er)bott wendell
hat leonhartt copi etc vnd dage etc

Jtem Peter bender von Newendorff
Spricht zū Hans Redernn vmb
kunttʃchafft der warheitt vnd ʃagt

Übertragung

zuerkannt. Er fordert jetzt, dass Peter Muser der Kläger doch wohl ansage und schriftliche zu erkennen gebe, an welchen Gütern er, Peter, statt seiner Ehefrau einen Erbteil zu haben meint, damit förmlich gehandelt werde, der Richter nicht verführt noch die Partei geleitet würde. Hiermit rufe ich Euer richterliches Amt um Rechtshilfe in förmlichster Weise an; vorbehalten wie es Recht ist. Der Kläger hat seine Tage bis zum nächsten Gerichtstag.

Zwischen Pankratius Korsner als Kläger auf der einen und Hans Kremer von Essenheim als Beklagtem auf der anderen Seite ergeht das Urteil: Weil der Beklagte 12 Gulden in der Klagesache bei Gericht hinterlegt hat, die der Kläger empfangen hat, erkennen die Schöffen als Recht, den Beklagten in dieser Klage frei zu sprechen; und aus genannten Gründen werden die Kosten verglichen.

Zwischen Ammen Wendel von Weinheim als Kläger auf der einen und Lenhard Fluck als Beklagtem auf der anderen Seite ergeht das Urteil: Dass Lenhard Fluck ohne Ansehung seines Einwandes Wendel von Weinheim eine wahrheitsgemäße Kundschaft zu geben schuldig ist. Das lässt Wendel festhalten. Lenhart hat eine Kopie und die Tage usw.

Peter Bender von Neuendorf klagt Hans Reder wegen einer wahrheitsgemäßen Zeugenaussage an und sagt:

Registereinträge

actor (auctrix)   –   ad proximum (judicium)   –   Albus (alb)   –   Auszug   –   Beklagte(r)   –   Bender, Peter   –   copia (Kopie)   –   Erbschaftsangelegenheit   –   Essenheim (Ort)   –   Fluck, Leonhard (Lenhard)   –   Gulden (fl)   –   Hausfrau   –   Klaeger(in) (Kläger)   –   Korsner, Pankratius   –   Kosten   –   Kremer, Hans   –   Kundschaft der Wahrheit   –   ledig (ledigen)   –   Muser, Peter   –   Neuendorf (Ort)   –   Partei   –   Reder, Hans   –   Richter (richterlich)   –   Schoeffen (Gerichtsschöffen)   –   Schrift (schriftlich)   –   sententia   –   ut (quod) juris (est)   –   verboten (Verbotung)   –   Weinheim (Frei-Weinheim)   –   Wendel, Amen   –