Das Ober-Ingelheimer Haderbuch 1518-1529 

Bl. 271v

11.03.1529  / Donnerstag nach Letare

Transkription

gunʃtigenn Schulteis vnnd gerichts
hernn dis gerichts / alhie zu jngelnheim
Es iʃt ame Jungʃtenn von wegenn her
Steffan philmūte(n) eyn vermeint ʃchriefft
dūrch ʃeinen mompar an dißem ge-
richt jnpracht darin begertt wordenn
zwangs brieffe an gemelt(en) Schūlt(heiß) rat
vnnd raitschreibeř alhie zu Obern jng(elheim)
die verzeichnūs der Renten vnd gūlt(en)
ʃo v(er)moge des gepots vnʃers gnedigʃt(en)
herrenn des pfalzg(ra)ven beʃchehenn herūß-
zugebenn vnnd dem Cleger mitzutheyln etc
daruff ʃagt anwalt etc der Erben jacob
manbachs gemein jnrede vnnd
loʃt derHalbenn beʃchehenn was recht
ʃeŷ doch ʃo etzwas derhalbenn jn-
recht jnpracht das jme deʃʃelbig(en)
abʃchriefft zūgeʃtelt vnnd zeit ʃeynn
noitūrfft dargegenn fuzupring(en) ver-
gūnʃʃtiget[a] werde • ) vorbehalt noittūrfft / vt jūris
welche Compas brieūe angmelt(en) Schult(heiß)
Rat vnnd Raitßchreiber zūerkennt vt
juris et mo(ris) h(abe)t t(empus) m(oris)
Jtem jmposit(ur) p(ar) Tho Gotz v peter meuʃern
peter mūʃer vt ʃequitūr Peter meuʃer erʃcheintt
Thomas gotz vnnd repetirt ʃeine einprachte arti-
culirte clage mit biet Thomas Gotze(n)
neʃenn als mompar ʃeiner hūßf(rau)

[a] Der Anfangsbuchstabe des Wortes ist über ein »w« geschrieben.

Übertragung

gewogene Schultheiß und Gerichtsherren des Gerichts hier zu Ingelheim. Es ist jüngst durch Herrn Stephan Fulmot eine vermeintliche Schrift durch seinen Momber an diesem Gericht vorgebracht worden. Darin wurde ein Zwangsbrief von den genannten Schultheiß, Rat und Ratsschreiber hier zu Ober-Ingelheim gefordert, die Aufzeichnungen der Renten und Gülten, die auf das Gebot unseres gnädigsten Herrn des Pfalzgrafen hin geschehen ist, herauszugeben und dem Kläger mitzuteilen. Darauf sagt der Anwalt der Erben von Jacob Manbach eine allgemeine Gegenrede und lässt deswegen geschehen, was Recht ist. Doch wenn so etwas vor Gericht eingebracht werde, dass ihm von demselben eine Abschrift zugestellt würde und die Zeit gegönnt würde, gemäß seiner Notdurft dagegen etwas vorzubringen, alle Notdurft vorbehalten, wie es Recht ist. Den Rechtshilfebrief erkennen Schultheiß, Rat und Ratsschreiber zu, wie es Recht und Gewohnheit ist. Er hat seinen Tag am nächsten Gerichtstag.

Vorgelegt durch Peter Muser gegen Thomas Gotz wie folgt: Peter Muser erscheint und wiederholt seine vorgebrachte Klage in Artikeln mit der Bitte, Thomas Gotz als Momber von Nese, seiner Ehefrau

Registereinträge

Abschrift   –   Anwalt   –   Bezwangsbrief   –   Compassbrief   –   Einrede   –   Erben   –   Fulmot, Stephan   –   gebot   –   Gericht (Ingelheim)   –   Gerichtsherren   –   Gotz, Nese (Agnes)   –   Gotz, Thomas   –   habet (habent) tempus (juris) (moris)   –   Hausfrau   –   Herren (Herrenstatus)   –   impositur   –   Ingelheim (Dorf)   –   Klaeger(in) (Kläger)   –   Manbach, Jakob   –   Momber (Momberschaft)   –   Muser, Peter   –   Notdurft   –   Ober-Ingelheim (Dorf)   –   Pfalzgrafen bei Rhein   –   Rat (Ober-Ingelheim)   –   Ratsschreiber   –   Renten- und Gültverzeichnis   –   Schrift (schriftlich)   –   Schultheiß (Ober-Ingelheim)   –   ut (quod) juris (est)   –   ut moris (est)   –   Vortrag (Vorbringung)   –