Ober-Ingelheimer Haderbuch 1518-1529 

Bl. 263

11.03.1529  / Donnerstag nach Letare

Transkription

jne zulaʃʃenn Haltenn vnd die abgen(annte)n
nutzūnge wie angezeigtt zubezalen
E richtliche ampte anrūffende / actrix
habet t(empus) ad p(rox(i)(mu)m
Jtem katherin peter ʃchnaden gelaʃʃen
witwe Spricht zū Leonhard flūck(en)
leonhard flūck wie das er peter ʃchnaden jrem hūß-
Snaden ketht wirt ʃeligenn aberkaūfft • eyn acker
gelegenn vff dem heuʃer bergk ) vor
acht fl darann er bezalt fūnff
fl vnnd ʃchuldig noch iij fl
begertt der ʃelbenn bezalūng mit ʃa(m)pt
dem coʃtenn zūerkennen Darūff
geʃtet der beclagt der einprachtenn clag(en)
nitt bit ʃich daūon zuerledig(en) c(um) Ex(pensis)
demnach zeūgt ʃich clagerin vff be ze(m)-
lich beweyʃunge h(abe)t h(abe)t t(empus) vt moris prob(an)di
leonhard h(abe)t copÿ

Jtem der frage vnnd begerd nach etc
kolpff Erkennt der ʃchoffen cles kolpenn
kartūʃʃer von der clage der hernn zūr Cartūʃen
S(e)n(tent)ia • bey meintz diʃʃer zeit ledigk

Jtem Bartholmes kreynn Spricht zū pet(er)
vonn Bingenn das er jr ein fl ʃchul-
Bartholmes dig ʃie Ime an ʃeinem kunde mit zihen
kreyn vnnd wartūnge abūerdint Bit vß-
peter vo(n) Binge(n) rachtūnge bey ʃon ʃchein vnd bezalunge
wie lidlons recht zūerkennen ) Darūff
wil peter was ʃich in gūeter rechnu(n)ge
erfindet ʃampt dem gerichts coʃt(en) in xiiij t(agen)

Übertragung

Seinigen zu belassen und zu halten und die genannte Nutzung wie angeführt zu bezahlen. Deswegen ruft er Euer richterliches Amt an. Die Beklagte erhält die Zeit bis zum nächsten Gerichtstag.

Katherin, die von Peter Schnade hinterlassene Witwe, klagt Lenhard Fluck an: Dass er ihrem verstorbenen Ehemann Peter Schnade einen Acker gelegen auf dem Häuser Berg abgekauft habe für 8 Gulden, von denen er 5 Gulden bezahlt. Und er sei noch 3 Gulden schuldig. Sie fordert die Bezahlung derselben mitsamt den Kosten zu erkennen. Darauf gesteht der Beklagte die vorgebrachte Klage nicht. Er bittet, ihn davon freizusprechen mit Erstattung der Kosten. Die Klägerin beruft sich auf einen angemessenen Beweis. Sie hat ihre Zeit, wie es Gewohnheit ist. Lenhart hat eine Kopie.

Urteil: Auf die Frage und Forderung sprechen die Schöffen Clese Kolp von der Klage der Kartäuser-Herren bei Mainz zur Zeit frei.

Bartholomeus Krein klagt Peter von Bingen an: Dass er ihm schuldig sei, was er ihm gegenüber für die Versorgung und das Aufziehen eines Kindes verdient habe. Er bittet um Ausrichtung bei Sonnenschein und ihm die Bezahlung zu erkennen, wie es Dienstlohnrecht ist. Darauf will Peter zahlen, was sich in einer guten Abrechnung findet mitsamt den Kosten binnen der folgenden 14 Tage.

Registereinträge

Acker (Acker)   –   actrix   –   ad proximum (judicium)   –   Beweis (beweisen)   –   Bingen, Peter von   –   copia (Kopie)   –   expensa   –   Fluck, Leonhard (Lenhard)   –   Gerichtskosten   –   Gulden (fl)   –   habet (habent) tempus (juris) (moris)   –   Hauswirt   –   Herren (Herrenstatus)   –   Heuserberg   –   Kartäuser-Kloster (Mainz)   –   Kaufvorgang   –   Klaeger(in) (Kläger)   –   Kolp, Clese   –   Kosten   –   Krein, Bartholmes   –   Kunde (Kundschaft, Kundsage)   –   Lateinische Rechtsbegriffe (Auswahl)   –   ledig (ledigen)   –   Lidlohnsrecht   –   Mainz (Stadt)   –   nießen (Nießer(in))   –   Rechnung (Abrechnung)   –   Richter (richterlich)   –   Schnade, Katherin   –   Schnade, Peter   –   Schoeffen (Gerichtsschöffen)   –   Schuld (Schulden)   –   sententia   –   Sonnenschein   –   Tag (14-Tage-Frist)   –   Todesnachricht (Mensch)   –   ut moris (est)   –