Das Ober-Ingelheimer Haderbuch 1518-1529 

Bl. 251v

26.11.1528  / Donnerstag nach Catharine

Transkription

Sagt peter vonn gūgeʃcheim Sie ʃthehenn der
ʃachen halb hie nach in rechtūertigūnge vnent-
ʃcheidenn verhofft der coʃtenn ʃolt mit zūvß-
trag der ʃache derhalb(en) ʃthenn pleŷbenn vnnd
Michael vnnd ʃeynn hußfrauw vff ʃeynn jn
jūngʃt inpracht clage wie recht anwertten
sollenn Setzts zūrēcht daruff hat michel etc
ʃchup ad proximu(m)

Jtem Martins hen Spricht zūū hans peyffern
Martins henn ʃūnst gnantt moer hanns das er Ime clager
hans peiffer ʃchūldig ʃeÿ eynn fl an eynem felde Be-
gertt vßrachtenn deßelbenn mit ʃampt dem
coʃten zūerkennen • hirūff hatt der beclagt
ʃchup mit zum neheʃtenn gericht •

Jdem hanns peyffer Erkennt ʃich mit Dieth(e)r
Erkennt vonn Būches ʃchūlt(heiß) vor eynn Freūel xv alb
hie zwißenn dem neheʃtenn gericht zūūertrag(en)

Gelenngtt Jtem die ʃachee zwißenn Iacob vonn wolffsheim
vnnd Phil hanns von Elßūffe nachfar phil-
mūts henns iʃt gelengt ad p(roxim)um

Gelenngtt Jtem der gleichenn gelenngt die ʃache zwißenn
zwißenn Elßenn hans wūʃtenn hūßfraūwe(n)
vnd Tehebald · ʃūmern • – •

Erkennt Jtem hertenn henn Erkennt hern(n) Steffann phil-
mūtt(en) • xv ß hie zwißenn dem achzeheʃt(en) dag
nach natalis criʃti • mit ʃampt dem coʃtenn zū
bezalenn

Jtem Bartholmes ʃcherer Erkennt hilgar
erkennt freūel vonn obentraūtt mit ʃchoffen zwo freūell
jme hie zwißenn neheʃt ) weynnacht(en) ) zūbe-
zalenn vnd vßzūrichtenn wo nit ʃal er jne
macht habenn zūphendenn als hett er jne
mit vrtheil vnnd recht • erwūnde(n) vnd erlangt

Übertragung

sagt Peter von Jugenheim: Sie stehen wegen der Sache noch in der Rechtfertigung und es ist noch nicht entschieden. Er hofft, die Kosten sollen bis zum Austrag der Sache stehen bleiben und Michael und seine Frau sollen auf seine jüngst vorgebrachte Klage antworten, wie es Recht ist. Das legt er dem Gericht vor. Darauf hat Michael Aufschub usw.

Henne Martin klagt Hans Pfeiffer, sonst genannt Hans Moer, an, dass er ihm, dem Kläger, einen Gulden schuldig sei von einem Feld. Er fordert die Erstattung desselben mitsamt den Kosten zu erkennen. Hierauf hat der Beklagte Aufschub bis zum nächsten Gerichtstag.

Hans Peiffer erkennt an, sich mit Diether von Buches, dem Schultheißen, wegen eines Frevels von 15 Albus zu vertragen bis zum nächsten Gerichtstag.

Die Sache zwischen Jacob von Wolffsheim und Hans von Elsoff als Nachfahre von Henne Fulmot ist verschoben worden bis zum nächsten Gerichtstag.

Ebenso ist die Sache zwischen Else, der Ehefrau von Hans Wust und Theobald von Simmern verschoben worden.

Henne Hirt erkennt an, Herrn Stephan Fulmot für die Präsenz 15 Schilling zu bezahlen bis zum 13. Januar 1529 mitsamt den Kosten.

Bartholomeus Scherer erkennt an, Hilgar von Obentraut, unserem Mitschöffen, zwei Frevel bis Weihnachten zu bezahlen und auszurichten. Wenn nicht, so soll er die Macht haben, ihn zu pfänden, als hätte er dies mit Urteil vor Gericht erlangt.

Registereinträge

ad proximum (judicium)   –   Albus (alb)   –   Beklagte(r)   –   Buches, Diether (von)   –   Elsoff, Hans von   –   Erkenntnis (erkennen)   –   Feld (Acker)   –   Frevel (frevelich)   –   Fulmot, Henne   –   Fulmot, Stephan   –   Gericht (Ingelheim)   –   Gulden (fl)   –   Hausfrau   –   Herren (Herrenstatus)   –   Hirt, Henne   –   Holzheim, Michael von   –   Jugenheim, Peter von   –   Konrad (Name)   –   Kosten   –   Martin, Henne   –   Moher (Moer), Hans   –   Nachfahre   –   Natalis Cristi   –   Obentraut, Hilgar von   –   Pfand (Unterpfand)   –   Pfeifer, Hans   –   Rechtsetzung   –   Scherer, Bartholomes   –   Schilling (ß)   –   Schoeffen (Gerichtsschöffen)   –   Schub   –   Schuld (Schulden)   –   Schultheiß (Ober-Ingelheim)   –   Sumer, Theobald   –   Urteil   –   vertagen (Vertagung)   –   Weihnachten   –   Wolffsheim, Jakob von   –   Wust, Else   –   Wust, Hans   –