Ober-Ingelheimer Haderbuch 1518-1529 

Bl. 243v

22.09.1528  / Dienstag nach Matthäus

Transkription

halbenn der anclage ʃich ledigk ʃampt dem
coʃtenn zuerkennen ʃetz zūrecht Darūff
verboth wendel das leonhartt bekentlich in
der beʃūchūnge des holz • vnnd verhofft
one eingeʃehehenn ʃeyn vermeinten ūßzūck
jm kuntʃchafft der warheitt zuʃteūer in
recht zugebe(n) ʃchuldig ʃeynn ʃetzs auch zūrecht · Vff
das leonhartt ʃagt gemeyn Jnrede vnd ʃo
die ʃchuldigūng vff ene Leonhartten gezog(en)
an Jungh(e)r hanß beūʃernn ʃeyn herʃchafft
erʃtreckenn iʃt des vffbeʃichtigūnge der ʃelbe(n)
Ad ʃocios fact(um) gezogenn bit derhalbenn wie ge vormals
zūerkenn vnd hie mit zū recht geʃtelt

Jtem Hanßman ʃchůmacher Erkenth Hans von Dieln
Erkennt zur zeitt kelner philips buʃers des altenn erk(e)nt
vßrachtūng vermoge ʃiner Rechtlichenn in
gebrachtenn clagen etc mit de ʃampt dem coʃt(en)
Erkennt hie zwißen denn neheʃt(en) wŷnnacht(en)
Jdem hanßman Erkennt hen dūermann xviij
nota alb vo[a]

Erkennt Jtem Niclaūß von morleŷn erkennt jacob krūsen
zwentzig zwen alb in neheʃt(en) xiiij tag(en) zubezaln
ledig dißer zeitt Vff Frage(n) niclauß von morleins etc Erkennt der
gefregtt Schoffen izgnant(en) niclaūßen von ʃeinem gege(n)-
theyl etc dißer zeit ledig

Erf(folg)t Jtem her niclaůs maß altariʃta Erf(olg)t jorg leyen
deckernn vor neůn ß hlr jnrede

Erf(folg)t Jtem Martein peffer kirchenmaiʃter etc Erf(olg)t
henchin gertneř vor zehenn gld jnrede

Jdem erf(olg)t henn peffernn vff jnbracht clag
jnrede oder vngehorʃam

Erf(folg)t Jtem hans ʃchnade erf(olg)t Ewalt ʃūmern
vor xx alb

[a] Der Satz bricht hier ab.

Übertragung

ihn von der Anklage freizusprechen mitsamt den Kosten. Das legt er dem Gericht vor. Darauf lässt Wendel festhalten, dass Lenhart bekennt, dass er in seinem Haus war, um das Holz zu suchen. Und er hofft, dass er – ohne Ansehung seines vermeintlichen Einwandes aus der Klage – schuldig sei, ihm eine wahrheitsgemäße Zeugenaussage vor Gericht zu geben. Das legt er auch dem Gericht vor. Darauf sagt Lenhart eine allgemeine Gegenrede; und wenn die Beschuldigung sich auf ihn, Lenhart, bezieht, dann erstreckt sie sich auf Junkern Hans Buser, seiner Herrschaft, für den er die Besichtigung durchgeführt hat. Er bittet deswegen wie zuvor zu erkennen und legt es hiermit dem Gericht vor. An das Vollgericht.

Hansman Schuhmacher erkennt an, Hans von Dill, zur Zeit Keller von Philipp Buser dem Alten, bis Weihnachten Erstattung gemäß seiner vor Gericht eingebrachten Klage zu leisten mitsamt den Kosten.

Hansman erkennt an, Henne Duherman 18 Albus zu zahlen.

Niclaus von Morlein erkennt an, Jacob Kruse 22 Albus binnen der nächsten 14 Tage zu bezahlen. Auf die Frage von Niclaus von Morlein erkennen die Schöffen den genannten Nicolaus zur Zeit als frei von der Klage der Gegenseite.

Herr Niclaus Mas, Altarist, verklagt Jorg Leiendecker auf 9 Schilling Heller. Gegenrede.

Martin Pfeffer, Kirchenmeister usw. verklagt Henchin Gertner auf 10 Gulden. Gegenrede.

Derselbe verklagt Henne Pfeffer auf die vorgebrachte Klage, Gegenrede oder Ungehorsam.

Hans Schnade verklagt Theobald Sumer auf 20 Albus.

Registereinträge

Albus (alb)   –   Altaristen   –   Auszug   –   Buser, Hans   –   Buser, Philipp   –   Diel, Hans von   –   Duherman, Henne   –   Einrede   –   Erfolgnis (erfolgen)   –   Erkenntnis (erkennen)   –   Fluck, Leonhard (Lenhard)   –   Fragstücke   –   Gegenteil (Gegenpartei)   –   Gertener, Hengen (Henchin)   –   Heller (hlr)   –   Herren (Herrenstatus)   –   Herrschaft   –   Holz (hölzern)   –   Junker   –   Keller (Kelner)   –   Kirchenmeister   –   Kosten   –   Kraus, Jakob   –   Kundschaft der Wahrheit   –   ledig (ledigen)   –   Leiendecker, Jorg (Georg)   –   Morlein, Niclaus von   –   Mose, Niklas   –   Pfeffer, Henne   –   Pfeffer, Martin   –   Rechtsetzung   –   Schilling (ß)   –   Schnade, Hans   –   Schoeffen (Gerichtsschöffen)   –   Schuhmacher, Hansman   –   socios (Vollgericht)   –   Sumer, Ewalt   –   Tag (14-Tage-Frist)   –   ungehorsam (Ungehorsamkeit)   –   verboten (Verbotung)   –   Weihnachten   –   Weinheim, Wendel von   –