Ober-Ingelheimer Haderbuch 1518-1529 

Bl. 237

10.09.1528  / Donnerstag nach Nativitas Mariae

Transkription

gegebenn vff ʃein Ha(n)mands ʃchūlt vier ʃtūck
golts nemlich drey krone(n) / vnd ein golt fl
mit dermaß wann Er kome vnd bringe
fūnff ʃclechter fl die er jr ʃchūldig war
ʃo ʃolt er ackerhans jme das golt widerūmb
gebenn • Begert jne vt mor(is) anzūhaltenn
Test(is) volt obedire •

erkennt Jtem Geweř vonn Wormbs erkent Leonhart flūck
zwenn fl vnd vj alb mit ʃampt dem
gerichts coʃtenn zubezaln neheʃt kūnfftig ʃanct
Marteins dag

Jtem Hans von Drittūrff erkennt hans pheffen
Erkennt ʃcheffner der jūngf(rauen) engelndale / fūnff fl
vnnd zwen alb vßzūrichtenn jn neheʃt(en) monadt

Acker hanß Jtem Acker hans ʃpitalmaiʃter zū Nidern Ingeln-
Spitalmeiʃt(e)r heim Spricht zů lūpes hen vor ein ferntzel
zu Nider Ing(e)lnh(eim) korns verʃes jnhalt des ʃpitals regiʃtern bit
lūpes hen bezalūnge mit ʃampt dem coʃtenn zūerkennen
dergegenn geʃtet jme der ūerclagt nichts er de(n)
spital ʃchūldig ʃey darūff wil Spitalmeiʃteř
ʃeynn clag beweyʃenn dūch ʃūnder vberflūß
vnd hat t(age) moris

Erf(olg)t Jtem Conrat ʃchūmach(e)r erf(olg)t hans geyʃenn
vor ʃechs alb

erf(olg)t Jtem Meders jacob erf(olg)t henn ʃtūřckenn vor
viij alb vnd j hlr

Erf(olg)t Jtem hans wener gna(n)t balūff Erf(olg)t hans we-
nern vonn Baʃel vor j fl vnd n achtzehe(n) alb

Erf(olg)t Jtem Katherein witwe jeckell kretenbaūchs
Erf(olg)t hans geyʃenn vor ij fl iij alb

Erf(olg)t Jd(em) erf(olg)t Oßwald ʃchneidern vor xxij alb jnrede

Übertragung

für seine, Hanmans, Schuld 4 Stück Gold gegeben habe, nämlich 3 Kronen und 1 Goldgulden mit der Bedingung, wenn er komme und bringe fünf schlechte Gulden, die er ihr schuldig war, so solle Hans Acker ihm das Gold wiedergeben. Er fordert ihn anzuhalten, wie es Gewohnheit ist. Der Zeuge will gehorchen.

Goar von Worms erkennt an, Lenhard Fluck 2 Gulden und 6 Albus mitsamt den Gerichtskosten zu zahlen bis zum 11. November.

Hans von Driedorf erkennt an, Hans Pfeffer, dem Schaffner der Nonnen zu Engelthal, 5 Gulden und 2 Albus im nächsten Monat zu bezahlen.

Hans Acker, der Spitalmeister zu Nieder-Ingelheim, klagt Henne Lupes an wegen einem Viertel ausstehenden Korns gemäß den Registern des Spitals. Er bittet die Bezahlung mit den Kosten zu erkennen. Dagegen gesteht ihm der Beklagte nichts, das er dem Spital schuldig sei. Darauf will der Spitalmeister seine Klage beweisen doch ohne Überfluss; und er erhält die Tage, wie es Gewohnheit ist.

Conrad Schuhmacher verklagt Hans Geis auf 6 Albus.

Jacob Meder verklagt Henne Storck auf 8 Albus und 1 Heller.

Hans Wener genannt Baluff verklagt Hans Wener von Basel auf 1 Gulden und 18 Albus.

Katherin, die Witwe von Jeckel Kretenbauch verklagt Hans Geis auf 2 Gulden 3 Albus.

Dieselbe verklagt Oswald Schneider auf 22 Albus. Gegenrede.

Registereinträge

Acker, Hans   –   Albus (alb)   –   Beweis (beweisen)   –   Driedorf, Hans von   –   Einrede   –   Engelthal (Klosterfrauen)   –   Erfolgnis (erfolgen)   –   Erkenntnis (erkennen)   –   Fluck, Leonhard (Lenhard)   –   Funk, Hanman   –   Geis, Hans   –   Gerichtskosten   –   Gold   –   Goldgulden   –   Heller (hlr)   –   Korn (Korn)   –   Kosten   –   Kretenbauch, Katherin   –   Krone (Währung)   –   Lupes, Henne   –   Martinstag (Martini)   –   Meder, Jakob   –   Monat   –   Obödienz   –   Pfeffer, Hans   –   Schaffner   –   schlechtes Geld   –   Schneider, Oßwalt   –   Schuhmacher, Konrad   –   Schuld (Schulden)   –   Spital (Nieder-Ingelheim)   –   Spitalmeister   –   Spitalregister   –   Storck, Henne   –   testis vult obedire   –   ut moris (est)   –   Viertel   –   Wener, Hans   –   Worms, Goar von   –