Das Ober-Ingelheimer Haderbuch 1518-1529 

Bl. 183v

21.03.1527  / Donnerstag nach Reminiscere

Transkription

Dargegen pangracius verhofft wie voř ʃtalt
ad ʃocios auch zūrecht ambo

Erkennt Jtem hans drittůrff Erkennt dem probʃt jm ʃall
jngelnheim acht fl ʃechs zehenden hlr alb
Hie zwißenn neheʃten Oiʃternn zubezalenn

Jtem Her Jacob drap probʃt im ʃal jng(elheim) Spricht zū
probst Erckers leyʃenn vor zwelffhalben fl ʃchult bit
Erckers leyß vmb außrachtūng • Daruff hot die beclagt ʃchūp ad
proximu(m) Judicium •

Helffrich Jtem Helffrich wirt zūr kanthe Spricht zū Hanß
hanß hochermůt hochermūt von Speŷer das er jm ʃchuldig ʃeŷ dreÿ
fl vor kornň vnd ackerlonn zu guter Rechnū(n)g
die er Jm anheyßig ʃey worden vor dem Buthel zů
bezalenn jnwendig denn neheʃten zweyen tagenn
darnach Bit außrachtūng zuerkennen daruff hot der
beclagt ʃchūp vt moris

1 h Jtem Her Cristmannd ʃcheffner der Cartuʃer beÿ
mentze 1 h vff Hans vonn wormbs vor eyn fl
gelts vnd vff ʃoliche vnderpfande

peter ʃeydenʃticker Jtem Peter ʃeydennʃticker Būrger zu Mencze hatt eyn
kett peffer henns wit gelegt eynn gewalt etc laut wie nachūolgt wir
we Emerich von ʃobernnheim vicarius ʃanct johanns
ʃtiefft kirchenn Jnwendig mentze vnd adam
Zornnburger daʃelbst Teʃtamentarie vnd trawhender
weyland her h wilhelm kūffners etwan gedachter
ʃtiefftkirchenn zu ʃanct johann vicarien Thuūn
kūnt ghen allermennigliche mit dißem vnʃermūtz
Offnem brieff das mir nach dem der Erʃam
peffer henn zū Obernn Jngelnheim mentzer Biʃtu(m)bs
gedachtem Hern wilhelm ʃeligenn vier fl
Rechter redelicher ʃchult ʃchuldig blibenn vnd
vnns noch vnbezalt auʃthenn • Wir aūch die ʃelb

Übertragung

Dagegen hofft Pankratius wie zuvor. Das legt er dem Gericht vor. Beide an das Vollgericht.

Hans Driedorf erkennt an, dem Propst im Sal zu Ingelheim 8 Gulden 16 Heller Albus bis Ostern zu bezahlen.

Herr Jacob Drapp, Propst im Sal zu Ingelheim klagt Leyse Ercker an wegen 11 ½ Gulden Schuld. Er bittet um Erstattung. Darauf erhält die Beklagte Aufschub bis zum nächsten Gerichtstag.

Helffrich, der Wirt zur Kanne, klagt Hans Hochermut von Speyer an, dass er ihm 3 Gulden für Korn und Ackerlohn schuldig sei gegen gute Rechnung, die er versprach vor dem Büttel zu bezahlen binnen 2 Tagen. Er bittet, ihm die Erstattung zu erkennen. Darauf erhält der Beklagte Aufschub, wie es Gewohnheit ist.

Herr Christmann, Schaffner der Kartäuser bei Mainz erhebt die 1. Klage gegen Hans von Worms wegen 1 Gulden Geld und auf die Pfänder.

Peter Seidensticker, Bürger zu Mainz, hat eine Vollmacht vorgelegt, die lautet wie folgt: Wir Emerich von Sobernheim, Vikar der Stiftskirche St. Johannis in Mainz und Adam Zornburger ebenda Testamentar und Treuhänder des verstorbenen Herrn Wilhelm Kaufer, einst Vikar der Stiftskirche St. Johannis machen jedermann kund mit diesem offenen Brief, dass wir, nachdem der ehrsame Henne Pfeffer zu Ober-Ingelheim, Mainzer Bistum, dem genannten verstorbenen Herrn Wilhelm 4 Gulden an rechter, redlicher Schuld schuldig blieb, die noch unbezahlt ausstehen, und wir verhindert sind diese

Registereinträge

Ackerlohn   –   ad proximum (judicium)   –   Buettel (Ober-Ingelheim)   –   Cristmand (Kartäuser)   –   Drapp, Jakob   –   Driedorf, Hans von   –   Ercker, Leyß   –   Geld (Geld)   –   Gewalt   –   Gulden (fl)   –   Heischung (h) (heischen)   –   Helffrich der Wirt   –   Herren (Herrenstatus)   –   Hochermut, Hans, genannt von Speyer   –   Ingelheim (Dorf)   –   Kannen (Wirtshaus)   –   Kartäuser-Kloster (Mainz)   –   Kauffer, Wilhelm   –   Korn (Korn)   –   Korsner, Pankratius   –   Mainz (Stadt)   –   Mainzer Bistum   –   Ober-Ingelheim (Dorf)   –   Pfand (Unterpfand)   –   Pfeffer, Henne   –   Propst im Saal   –   Rechnung (Abrechnung)   –   Saal   –   Schub   –   Schuld (Schulden)   –   Seydensticker, Peter   –   Sobernheim, Emerich von   –   socios (Vollgericht)   –   Speyer (Stadt)   –   St. Johann (Mainz)   –   Todesnachricht (Mensch)   –   ut moris (est)   –   Vikare   –   Worms, Hans von   –   Zornburger, Adam   –