Das Ober-Ingelheimer Haderbuch 1518-1529 

Bl. 176v

07.11.1525  / Dienstag nach Allerheiligen

Transkription

reichter gūltenn et ʃup(ra) o(mn)ia

1 h Jdem 1 h vff Niclaus ʃchneydern vor xxx ß et ʃup(ra) o(mn)ia

1 h jdem 1 h vff helffricheͦ de(n) wirt vor iiiiɉ ß et ʃup(er) o(mn)ia

1 h Jdem 1 h vff vff Endres keylernn vor dreißig ß et ʃup(ra) o(mn)ia

jdem 1 h vff Jtem henn Odenwalt kirchen meiʃter Sagt wie
kirchenmeiʃter das cleeß yrich vnnd ʃein haūsfraw habenn verlacht denn
Cles yrich jūngf(rauen) jm cloßter hie zu Engelndal eynn weingart geleg(en) N zůge
ūr eyn ʃeyt Johann von dauphaūʃenň vff welchem weingart die
kirch jerlichenn alhie vallenn hat zwey firter weins jnnvelche
verlehung die kirchenn h(e)rnň nit verwilliget vnd noch wollennt
derhalbenn gnant(en) kirchenmeiʃter widderůff die verlehůng
darin nit zugehellenn mit proteʃtacionn ʃoliche ab zūwendůng vnd
gelegenner zeit etc mit recht darin zuhandeln ʃo vil jm gebur(e)nn vnd
moglich ist •

Jtem her Niclaus Krauß vicariūs zu ʃannct Albann bey menntz
Ret wie das Frederich ʃchnade ʃelig hab verʃchinenn zeitenn jm jn ge-
richts buch erkannt zehenn lb hlr vff ʃeinenn coʃtenn ghenn
menntz in ʃeynenn ʃichernn gewalt vnnd enthalt zūlibernn aber
vonn Jm nit beʃcheenn etc bit vnnd begert jm das buch des Orts zuer
offnenn mit zūtheilnn ab iʃt jm vergunʃt vnd ʃtūnde alʃūs
Actum vff dinßtag nach Co(n)uerʃio(n)is paūli Anno etc xvj Jtem Frederich
ʃchnade erkennt h(e)rnň Niclaus Craůʃenn vicarienn zuʃanct Albann
zehen lb hlr hie zwißenn halbp vaʃtenn zubezalenn vnd nach
eroffung verbot gedachter her Niclaūs das būch vnd bit außrachtūng
zuerkennenn angemelte(n)s Frederichs ʃchnadenn Erbenn ader nach
Farnň Darzūū Ewalt vonn geiʃennheim ret nach dem er eyn
nuer zukomenn mann ʃeẙ der ʃachenn nit gar bericht bit er vmb dag
vnnd des Erkenntnis abʃchrifft ʃich wiße zuhaltenn das jm
vergunʃt wie recht

leip fūr gūt Jtem Cles yrich hat leip vor gut gestelt gegenn Jorg crang als berumpt(en) als
anwalt Dither hilchis hat t(age) ad p(roximum) defendendj

hanns thomas Jtem Iohannes Thomas ʃchloßers ʃeligenn ʃonn Brenngt in recht
ʃchloßers ʃonn
Jacob vo(n) brett(en)

Übertragung

auf alles.

Derselbe erhebt die 1. Klage gegen Niclaus Schneider wegen 30 Schilling auf alles.

Derselbe erhebt die 1. Klage gegen Helffrich den Wirt wegen 4 ½ Schilling auf alles.

Derselbe erhebt die 1. Klage gegen Endres Keiler wegen 30 Schilling auf alles.

Henne Odenwalt, der Kirchenmeister, sagt, dass Cles Yrich und seine Ehefrau den Nonnen von Kloster Engelthal einen Weingarten verliehen haben neben Johann von Dauphausen auf der einen Seite. Von diesem Weingarten fallen der Kirche 2 Viertel Wein jährlich. Dieser Verleihung an Kloster Engelthal haben die Kirchenherren nicht zugestimmt und wollen es auch nicht. Deswegen widerrufen die genannten Kirchenmeister die Verleihung, die nicht gelten solle mit der Forderung, sie abzuwenden und behalten sich vor, zu gegebener Zeit vor Gericht deswegen so zu handeln, wie ihnen gebührt und möglich ist.

Herr Nicolaus Kraus als Vikar von St. Alban zu Mainz sagt: Dass der verstorbene Frederich Schnade vor einiger Zeit anerkannt habe und ins Gerichtsbuch habe schreiben lassen, dass er 10 Pfund Heller auf seine Kosten nach Mainz in seine sicherer Gewalt und seine Hände zu liefern habe, was aber von ihm nicht geschah. Er bittet und fordert, ihm das Buch an der Stelle zu öffnen und ihm dies mitzuteilen. Wurde ihm vergönnt und es stand folgendes da: Geschehen am 29. Januar 1516. Frederich Schnade erkennt an, Herrn Nicolaus Kraus, Vikar zu St. Alban 10 Pfund Heller bis zum 2. März zu bezahlen. Nach der Eröffnung ließ Herr Nicolaus das Buch festhalten und bittet, auf Erstattung zu erkennen durch die Erben oder Nachfahren des genannten Frederich Schnade. Dazu sprach Ewald von Geisenheim: Da er ein neu hinzugekommener Mann sei, dem die Sache gar nicht berichtet wurde, bittet er um den Tag und eine Abschrift des Geständnis, damit er wisse, wie er sich zu verhalten habe. Das wurde ihm zugestanden, wie es Recht ist.

Cles Yrich hat seinen Leib vor sein Gut gestellt gegenüber Jorg Krang als Anwalt von Diether Hilchen von Lorch. Er erhält seien Tage sich zu verteidigen am nächsten Gerichtstag.

Johannes, der Sohn des verstorbenen Thomas Schlosser bringt vor Gericht

Registereinträge

Abschrift   –   ad proximum (judicium)   –   Anwalt   –   Bretten, Jakob von   –   Buch (Gerichtsbuch)   –   Conversio Pauli   –   Daubhausen, Johann von   –   Dienstag   –   Engelthal (Kloster)   –   Erben   –   Geisenheim, Ewalt von   –   Gerichtsbuch   –   Guelte (Gülte)   –   Halbfasten   –   Hausfrau   –   Helffrich der Wirt   –   Heller (hlr)   –   Hilchen von Lorch, Dietherich   –   Jungfrau (Jungfer)   –   Keiler, Endres   –   Kirche (unbestimmt)   –   Kirchenmeister   –   Kosten   –   Krang, Jorg   –   Kraus, Nikolaus   –   Leib vor sein Gut stellen   –   Mainz (Stadt)   –   Nachfahre   –   Odenwalt, Henn   –   Pfund (lb)   –   Protestation (protestieren)   –   Schilling (ß)   –   Schlosser, Johannes (Hans)   –   Schlosser, Thomas   –   Schnade, Frederich   –   Schneider, Niclaus   –   St. Alban (Mainz)   –   super (supra) omnia   –   Todesnachricht (Mensch)   –   Viertel   –   Vikare   –   Wein (Wein)   –   Wingert   –   Yrich, Cles   –