Ober-Ingelheimer Haderbuch 1518-1529 

Bl. 170

03.08.1525  / Donnerstag nach Vincula Petri

Transkription

der P(ate)r zu Jngel Jtem H(e)r Ruchart p(ate)r zůhaūsenn Erʃcheint vnnd Bringt inrecht
heime(r)huʃe(n) Clagenn fur zugegen vnd wieder Hirtenn hen daß gnant(e)r
Hirthenn Henn Henn hirt Im ʃchuldig drẙ fl vnnd eyn vnd zwentzig alb
vff gūte Rechnůng begert vonn Jm außrichtūng mit ʃampt de(n) coʃt(en)

Lengūn(n)g Jtem die Sachenn zwūßchenn vlrich krethenbaūch vnd Reitz bendern(n)
ißt aůff gutlich verdrag gelenngt ad prox(imu)m ʃi no(n) fiet Justicia(m)

Jtem Lennhart Fluck vonn wegenn der Jungf(e)rn jm cloßter
Sagt er Hab Ewald Knoblůch erf(olg)t jnūerʃchyne(n) gericht(en) vff In-
Erf(olg)t in crafft / p / b / rede vnnd Hūde abermals nit erʃcheint Begert demnach Erf(olg)nis
vermoghe des erßtenn In crafft zuerkenne(n) Erkan(n)t /p/b/ vt jur(is)

Erf(olg)t in crafft p / b / Jdem Begert Erf(olg)nis jncrafft zuerkenne(n) vff das vorig(e) vff
Martenn Loernn / jst im erkant /p / b / vnd außgefragt vt jur(is)

Hanns von dritdūrff Jtem Hanns von dritdūrff Sagt Er hab bekūmert vff der
Her jacob ʃalwechter Schůlt ʃo dann dielnn Gretgin Hinder gericht gelacht hat he(r) ja-
cob ʃalwechternn fur zeit hie ein pharH(e)r zuʃtendig Begert Hans
von dritdůrff mit recht zuerkenne(n) das jm die zwentzig alb
er nu ʃchuldig vnd gnant(e)r ʃchult im dielnn grethgin ʃchuldig
volgenn zulaßenn nach vermoͤg Ritlicher verHandlūng vnd jn
verkundung vormals geʃcheenn S(e)n(tent)ia Jst im ʃeint ʃein dyll
erkannt ʃampt dem coʃt(en) nach meßignūng deßelbigenn etc

Erf(olg)t Jtem heinrich wagener Erf(olg)t weipert ʃchonwetter voř vier
alb vnnd dem Coʃtenn welch im ʃchuldig vff ʃein Jnredde

Erf(olg)t Jtem erf(olg)t Hanns ʃecklernn vor ij alb vnd vff Jnredde

Erf(olg)t Jtem Reitzbender Erf(olg)t Herman ʃtrotheckernn vor xiiij d Jnrede(n)

Erf(olg)t Jtem Ruͤln Cleß erf(olg)t Henchin Thomas vor j fl vff ʃein Inrede

Erf(olg)t Jtem Peter Leichtʃchiett der alt erf(olg)t Cleßlein ʃeydentiʃʃell vor
Funffziegtht fl antreffen ʃcheltwurt Jnredde

Erf(olg)t Jtem Jacob von Engelßtat erf(olg)t peter vonn Heimbach vor / L / fl /co(n)tu(mat)ia

Erf(olg)t Jtem Schulteiʃen hanß Erf(olg)t meders Jacob(e)nn vor xxx fl Jnredde

Jtem Krethenn Bůchs kether Erf(olg)t Niclauß ʃtein vonn mentz vor
iij fl fur lein vnnd willen důch vff Jnredde

Erf(olg)t Jtem Schnadenn Hans Erf(olg)t Iorg Knodenn fur xvij alb er Jnn
ʃchuldig an eyne(m) feßlein mitt druͤßen vff ʃein Jnredich

1 h Jtem Her Růchart p(rio)r zu Jngelmerhuʃenn thut ein erʃthe h •

Übertragung

Herr Ruchart, Pater zu Ingelheimerhausen erscheint und bringt eine Klage vor Gericht gegen Henne Hirt: Dass genannter Henne Hirt ihm 3 Gulden und 21 Albus gegen gute Rechnung schuldig sei. Er fordert ihm diese zu bezahlen mitsamt den Kosten.

Die Sache zwischen Ulrich Kretenbauch und Reitz Bender ist verlängert worden bis zum nächsten Gerichtstag, damit sie gütlich vertragen wird; wenn nicht geschieht Gerechtigkeit.

Lenhard Fluck sagt für die Nonnen im Kloster: Er habe seinen Anspruch eingeklagt gegen Ewald Knoblouch an vergangenen Gerichtstagen und heute ist er abermals nicht erschienen. Er fordert, dass ihm gemäß seiner ersten Klage sein Anspruch als rechtskräftig erkannt wird; erkannt, Pfänder benannt, wie es Recht ist.

Derselbe fordert seinen Anspruch als rechtskräftig zu erkennen gegen Marten Loher; wurde ihm erkannt, Pfänder benannt und ausgefragt, wie es Recht ist.

Hans von Driedorf sagt: Er habe gepfändet wegen einer Schuld, die Gretgin Diel bei Gericht hinterlegt hat für Herrn Jacob Salwechter, zur Zeit als ein Pfarrer hier zuständig. Hans von Driedorf fordert das Gericht, ihm die 20 Albus, die jener schuldig ist und die Schuld, die Gretgin Diel ihm schuldig ist, ihm folgen zu lassen gemäß der Gerichtsverhandlung und der Verkündigung. Urteil: Ja, es wurde ihm sein Teil erkannt mitsamt der Kosten nach Ermäßigung derselben.

Heinrich Wagner verklagt Wiprecht Schonwetter auf 4 Albus und die Kosten, welche er ihm schuldig ist, auf Gegenrede.

Derselbe verklagt Hans Seckler auf 2 Albus auf Gegenrede.

Reitz Bender verklagt Herman Strohecker auf 14 Denar auf Gegenrede.

Clese Rul verklagt Henchin Thomas auf 1 Gulden. Gegenrede.

Peter Lichtschid der Alte verklagt Clesgin Seidendistel auf 50 Gulden wegen Scheltworten. Gegenrede.

Jacob von Engelstadt verklagt Peter von Heimbach auf 50 Gulden. Ungehorsam.
Hans Schultheiß verklagt Jacob Meder auf 30 Gulden. Gegenrede.

Katherin Krethenbauch verklagt Nicolaus Stein von Mainz auf 3 Gulden für Leinen und Wolltuch auf Gegenrede.

Hans Schnade verklagt Jorg Knode auf 17 Albus, die er ihm schuldig ist von einem Fässchen mit Beeren auf Gegenrede.

Herr Ruchart, Pater zu Ingelheimerhausen erhebt seine 1. Klage

Registereinträge

ad proximum (judicium)   –   Albus (alb)   –   Buettel (Ober-Ingelheim)   –   Diel, Gretgin   –   Driedorf, Hans von   –   drussel   –   Einrede   –   Engelstadt, Jakob von   –   Engelthal (Klosterfrauen)   –   Erfolgnis (erfolgen)   –   Faesschen   –   fiet justitia   –   Fluck, Leonhard (Lenhard)   –   Gericht (Ingelheim)   –   Gerichtshinterlegung   –   Gulden (fl)   –   Heimbach, Peter von   –   Herren (Herrenstatus)   –   Hirt, Henne   –   Ingelheimerhausen (Kloster)   –   Knoblauch, Ewalt   –   Knode, Jorg   –   Kosten   –   Kretenbauch, Katherin   –   Kretenbauch, Ulrich   –   Kummer (Bekümmerung)   –   Leinentuch   –   Lichtschid, Peter   –   Loher, Martin   –   Mainz (Stadt)   –   Meder, Jakob   –   Pfand (Unterpfand)   –   Pfarrer   –   Rechnung (Abrechnung)   –   Reitz, Bernhard (der bender)   –   Richter (richterlich)   –   Ruchart (Ruthard)   –   Rul, Cleß   –   Salwechter, Jakob   –   Scheltwörter   –   Schnade, Hans   –   Schonwetter, Wiprecht   –   Schultheiß, Hans   –   Seckler, Hans   –   Seidendistel, Cleßgin   –   sententia   –   Stein, Niclaus   –   Strohecker, Hermann   –   Thomas, Hengin (Henchin)   –   ut (quod) juris (est)   –   vertagen (Vertagung)   –   Wagner, Heinrich   –   Wolltuch   –