Ober-Ingelheimer Haderbuch 1518-1529 

Bl. 150

01.12.1524  / Donnerstag nach Andree dem Apostel

Transkription

Vffgeganne coʃtenn vnnd ʃchadenn důch vffermes des richters
vnndt bith es alʃo durch eūch Riechternn zuerkennen –

Jtem fraw Angnes ʃtūckin vonn Bechtelßūm erf(olg)t in crafft
Erf(olg)t jn crafft Thom(m)as gotzenn henchis nachfar nach vermog der außge
p / b / gangner Vrthel zwißen jm vnnd gn(ann)t(en) Frawenň Agnes
außgangenn p/b// erlaubt vnnd außgefragt vt mor(is)
Jtem Hartmans henns Sonn hans der elters vnnder ʃeinen
geʃwisternn macht montp(a)r jacob nagelin von Franckfort ʃei-
Monp(a)r nen Stieffateř Besonderlich der jrtūm vnnd ʃachen zwißenn
jne vnn jacob(e)nn vonn wolfßūnn erhaltenn auch jn allem
weß die ʃÿne Stifft künde zuʃchicken hab(e)n in Reichs gericht

Jtem Jacob Nagel anwalt ʃeiner kinde vnnd hausfrauwe(n)
jacob nagel Spricht zu Jacobenn vonn Wolfʃum vnd ʃagt wie daß
jacob vo(n) wolsfhey(m) Er jacob vmb dißes clegers vorfarnn ein wingart jm ʃaltz
bornn gelegenn erkaūff hab jn beyweʃenn eynes weinkūffs
ʃo ʃich zu ʃeiner zeyt erfindenn wirdt Derhalbenn jm dem
Cleger ʃchūldig ein Orth vnnd iij fl an gn(ann)t(en) erkaufft(en) win
gart Bit der halbenn außrachtun(n)g zuerkenne(n) mit ʃampt
dem Coʃtenn Dargegenn der v(er)clagt ʃchūp hat ad p(roximu)m

1 h Jtem h(e)r Ruckher Pater zuhaūʃenn Eynn erʃt(e) h vff hirt(en)
henn vff xvij ß hlr vnd ʃoliche vnderpfannde vnd
Her Ruckert p(ate)r zū Sprich jm weither zů als vmb ferʃes der gultenn vnd
huʃenn beclagt ʃich außtanndt ix jar zu gūter Rechnu(n)g vnd begert
Hiertenn henn antwort Vnnd Spricht jm weither zū vnnd Sagt wie
das er jm hab zukauff gebenn ein hundert ʃtro vnnd jm
dem Verclagtenn ʃolich ʃtro heim gefort vor zwentz alb zu
same(n) fart vnnd ʃtro Begert auch dißer clag antwort Dar
vff hirtenn henn der verclagt hat ʃchup ad Prox(im)um jūd(icium)

Erf(olg)t Jtem Lennhart flűck montp(a)r verlaßen witwe Kre
t(en) Bůchs Erf(olg)t Merten Loernn vor iɉ fl vo an vor
ein haūt ʃchuldig Jnrede –

2 h Jtem Lennhart propriee no(m)i(n)e ein zweit h vff Cristma(n) ot(en)
vt prima

Jtem Ein zweit heißun(n)g her Rūckhert p(ate)r zu jngelheimer huʃenn
vff hirtenn henn vt prima Dornnʃtag nach Lucie

3 h Jtem Her niclaß moß ein 3 he(i)ß(ung) vff hanß hochemer vt p(rim)a die q(u)o(d) ʃup(er)

Übertragung

angelaufenen Kosten und Schaden nach Ermessen des Richters. Und er bittet das durch euch Richter zu erkennen.

Frau Agnes Stock von Bechtolsheim hat ihren Anspruch eingeklagt gegen Thomas, den Nachfahren von Henchin Gotz gemäß dem ergangenen Urteil zwischen ihm und der genannten Frau Agnes; Pfändung erlaubt und ausgefragt, wie es Gewohnheit ist.

Hans, der Sohn von Henne Hartmann macht als Ältester unter seinen Geschwistern Jacob Nagelin von Frankfurt, seinen Stiefvater, zu seinem Momber, besonders in dem Streit und der Sache zwischen ihm und Jacob von Wolffsheim und in allem, was seine Stiefkinder zu schicken haben im Reichsgericht.

Jacob Nagel klagt als Anwalt seiner Kinder und seiner Ehefrau Jacob von Wolffsheim an und sagt: Dass er, Jacob, von den Vorfahren des Klägers einen Weingarten gelegen im Salzborn gekauft habe in Anwesenheit von Vertragszeugen, wie sie sich finden werden. Dabei ist ihm der Kläger ein Ort und 3 Gulden für den gekauften Weingarten schuldig geblieben. Er bittet deswegen die Bezahlung zu erkennen mitsamt den Kosten. Dagegen fordert der Beklagte Aufschub bis zum nächsten Gerichtstag.

Herr Ruchart, Pater zu Ingelheimerhausen, erhebt eine 1. Klage gegen Henne Hirt wegen 17 Schilling Heller und auf die Pfänder. Und er klagt ihn weiter an wegen ausstehender Gülten und beklagt 9 Jahre ausstehend auf gute Rechnung und er fordert eine Antwort. Und er klagt ihn weiter an und sagt: Er habe ihm ein Hundert Stroh zum Kauf gegeben und ihm, dem Beklagten, das Stroh nach Hause gebracht für 20 Albus insgesamt mit der Fahrt und dem Stroh – und er fordert eine Antwort auf diese Klage. Darauf hat Henne Hirt der Beklagte Aufschub bis zum nächsten Gericht.

Lenhard Fluck als Momber der Witwe Kret Buch verklagt Martin Loher wegen 1 ½ Gulden, die er für eine Haut schuldig ist. Gegenrede.

Lenhart erhebt im Namen derselben seine 2. Klage gegen Cristman Ott.

Ebenso erhebt Herr Ruchart, Pater zu Ingelheimerhausen seine 2. Klage gegen Henne Hirt. 15. Dezember.

Herr Niclas Mose erhebt seine 3. Klage gegen Hans Hochheim am gleichen Tag.

Registereinträge

ad proximum (judicium)   –   Albus (alb)   –   Anwalt   –   Bechtolsheim (Ort)   –   Beklagte(r)   –   Buettel (Ober-Ingelheim)   –   Donnerstag   –   Erfolgnis (erfolgen)   –   Fluck, Leonhard (Lenhard)   –   Frankfurt (Stadt)   –   Frau (Frau)   –   Geschwister   –   Gotz, Henne (Henges)   –   Gotz, Thomas   –   Guelte (Gülte)   –   Gulden (fl)   –   Hartman, Hans   –   Hartman, Henne   –   Hausfrau   –   Haut   –   Heller (hlr)   –   Herren (Herrenstatus)   –   Hirt, Henne   –   Hochheim(er), Hans (von)   –   Ingelheimerhausen (Kloster)   –   Kaufvorgang   –   Kinder   –   Klaeger(in) (Kläger)   –   Kosten   –   Kosten und Schaden (Paarformel)   –   Kretenbauch, Ulrich   –   Kunde (Kundschaft, Kundsage)   –   Loher, Martin   –   Lucie virginis   –   Momber (Momberschaft)   –   Mose, Niklas   –   Nachfahre   –   Nagel, Jakob   –   Ott, Christman   –   Pater (Ingelheimerhausen)   –   Pfand (Unterpfand)   –   Rechnung (Abrechnung)   –   Reichsgericht, heiliges   –   Richter (richterlich)   –   Ruchart (Ruthard)   –   Salzborn   –   Schilling (ß)   –   Schub   –   Sohn   –   Stiefvater   –   Stockin, Agnes   –   Stroh   –   Urteil   –   Weinkauf   –   Wingert   –   Witwe   –   Wolffsheim, Jakob von   –