Ober-Ingelheimer Haderbuch 1518-1529 

Bl. 139v

20.09.1524  / Am Tag vor Matthäus dem Apostel

Transkription

vnd erclerenn als wie gewonheit vnd reth iʃt Dargegenň
anwalt Ewalt ʃtutzel hat ʃchūp vnd Copiam ad p(roximu)m Iudic(iu)m

Jtem Peter dem Grießmolern iʃt Im erf(olgnis) in crafft Erkant vff
Erf(olgt) in crafft / p Thomas Gotzennhenchis nachfar der xv alb betreffenn ʃo er
/ p / b / Jne peternn gegenn hans Beckernn In der Rinderbach ʃolt ʃcha
denn frey gehaltenn habenn ʃein Im / p / b : vt außgefrogt vt jur(is)

Jtem Hans Ziegeler ʃcheffner der Iu[n]gfr(auen) Engelndal erf(olgt) Adam
Erf(olg)t peffernn vor xxij ß hlr vff ʃein Inrede

Jdem Erf(olg)t Peter vonn Katzenbach vor ix d vff Inrede

Erf(olg)t Jdem Conradt ʃcharff Erk(ennt) ackerhanʃenn von Niedern Ingel(heim)
Erkant von wegen fraūw Agnes ʃtokin anderhalbenn fl jme
ʃolichenn Inen(n)t neheʃtvolgens herbʃt zubetzalenň

Erf(olg)t Jtem Ackerhans erf(olgt) Bhernhartenn von Aßpeʃʃům vff die
vberig ʃchult ʃo er dem Spital zű neder Jngelnheim ʃchuldig
Jnrede

Erf(olg)t Jtem Der ʃcheffner Im cloʃter Engelndal Erf(olgt) hans von Drit-
dorff vor vɉ fl vnd vj d Inredt

Jnn vigilia Mathei apoʃtoli anno etc xxiiij

Heyden Ketther Jtem Haidenn Kether BringtIjnn recht vor zugegenn vnd wieder Con-
Conradt ʃcharp radt ʃcharpenn Irenn ʃtieffūatter vnd ʃagt nach dem Conradt ʃcharpf
Itzunt in neheʃter gedechtnis Eynn vbergab ader gifft ʃeiner hauß
frauwenn vnd nemlichenn deß ʃwert deyls gedann hat ʃolich ʃie ge-
ʃchehenn leʃts Aber dweil Ir Leiplich mūtter geʃtorbenn vnd Er
Conradt ʃcharff ʃich zuder anndernn Ehe veranndertt So verhofft
diʃʃe Clegerinn daʃs der verclag nach abgang Ierer mutter jr an
zeil vnnd geporniß jm rockenntheil von dem verclagtenn zugeʃtelt
werdenn vnnd Ir zugebenn ʃolt ʃchuldig ʃein Eß ʃeynn bewegliche
ader vnbewelichenn wie mann die nennen mack guternn vnd begert
Antwūrt mit furbehalte aller noitturfft der Rechtenn Heruff hat
der verclagt ʃchůp zum neheʃt(en) nachvolgende Gericht Vnd
Copiarum –

Hans ʃcherer Hannʃʃ ʃcherer ʃpricht zū wirdt verclagt vnd ʃeine hauʃsfraw
Vxor Graben hen Deyna vonn wegenn Grabenn hennchis haußfrauwe(n) Ketginß
chins Ketth Keth So wie hannß ʃcherer vnnd ʃein hußfraūw diʃʃe Clegerinn Erloß[a]
ginß

[a] Am unteren rechten Seitenramd steht die Kustode: »Erloʃt ge-«.

Übertragung

erklären, wie es Gewohnheit und Recht ist. Dagegen hat der Anwalt Ewald Stutzel Aufschub und eine Kopie bis zum nächsten Gerichtstag erbeten.

Peter der Grießmüller hat seinen Anspruch eingeklagt gegen Thomas den Nachfahren von Henne Gotz wegen 15 Albus, die er ihm, Peter, gegenüber Hans Becker in der Rinderbach schadenfrei halten sollte. Pfänder benannt und ausgefragt, wie es Recht ist.

Hans Ziegler als Schaffner der Nonnen von Engelthal verklagt Adam Pfeffer wegen 22 Schilling Heller auf seine Gegenrede.

Derselbe verklagt Peter von Katzbach wegen 9 Denar auf Gegenrede.

Conrad Scharf erkennt an, Hans Acker von Nieder-Ingelheim für Frau Agnes Stock 1 ½ Gulden im folgenden Herbst zu bezahlen.

Hans Acker verklagt Bernhard von Aspisheim wegen der übrigen Schuld, die er dem Spital zu Nieder-Ingelheim schuldig ist. Gegenrede.

Der Schaffner im Kloster Engelthal verklagt Hans von Driedorf wegen 5 ½ Gulden und 6 Denar. Gegenrede.

Dienstag 20. September 1524

Ketter Heide bringt vor Gericht vor gegen Conrad Scharf, ihren Stiefvater und sagt: Nachdem Conrad Scharf vor kurzem eine Übergabe und Schenkung an seine Ehefrau gemacht hat, nämlich das Schwertteil, da hat sie dies geschehen lassen. Weil aber ihre leibliche Mutter gestorben ist und Conrad Scharf sich wieder verheiratet hat, so hofft die Klägerin, dass es nach dem Tod ihrer Mutter nun die Zeit sei und es sich gebührt, ihr den Rockteil zuzustellen und der Beklagte schuldig sei, ihr dies, sei es bewegliche oder unbewegliche Habe, wie man die nennen mag zu geben schuldig sei. Sie fordert eine Antwort, alle Rechtsmittel vorbehalten. Hierauf hat der Beklagte Aufschub bis zum nächsten Tag und eine Kopie erbeten.

Hans Scherer und seine Frau Dina werden beklagt durch Katharina, die Frau von Henne Graben: Dass Hans Scherer und seine Ehefrau die Klägerin als ehrlos

Registereinträge

Acker, Hans   –   ad proximum (judicium)   –   Anwalt   –   Aspisheim, Bernhard von   –   Becker, Hans   –   Beklagte(r)   –   Bewegliche Sachen   –   Buettel (Ober-Ingelheim)   –   copia (Kopie)   –   Denar (d)   –   Driedorf, Hans von   –   Ehe (ehelich)   –   Einrede   –   Engelthal (Klosterfrauen)   –   Erfolgnis (erfolgen)   –   Frau (Frau)   –   Gewohnheit (und Recht)   –   gift (giften)   –   Gotz, Thomas   –   Gotzenhenne, Peter   –   Graben, Henchis   –   Graben, Katharina   –   Griesmühle   –   Hausfrau   –   Heide, Ketter   –   Herbst   –   Katzenbach, Peter (von)   –   Klaeger(in) (Kläger)   –   Matheus apostolus   –   Mutter (Mutter)   –   Nieder-Ingelheim (Dorf)   –   Notdurft   –   Peter, der Griesmüller   –   Pfeffer, Adam   –   Rinderbach   –   Rockenteil   –   Schaffner   –   Scharf (Scharp), Konrad   –   Scherer, Hans   –   Schub   –   Schwertteil   –   Spital (Nieder-Ingelheim)   –   Stiefvater   –   Stockin, Agnes   –   Stutzel, Ewald   –   Todesnachricht (Mensch)   –   Unbewegliche Sachen   –   ut (quod) juris (est)   –   verändern   –   Ziegeler, Hans   –