Das Ober-Ingelheimer Haderbuch 1518-1529 

Bl. 121v

31.05.1524  / Dienstag nach Corpus Christi

Transkription

Erf(olg)t Jtem Geißmars Diel Erf(olgt) hansma(n) ʃchumache(r) in crafft
vff vj alb / p / b / vnd außgefrogt vt mor(is) eʃt

Katherin vxor Jtem Krein Bartolmes ʃchniders hußfrauw gibt antwort vff
Bartholmes ʃchni Jungst gethann clas vonn kruʃenn Ieckelnn von wegenň
ders ʃyner hußfrauwenn vnd ʃagt ʃie geʃte des halbenň fl
Jeckell krūß yr gelūwenn Sagt dar neb(e)nn das diʃʃe verclagt hab yr
der clegerinn vj wochenn eynn kint gezogenn In Irm ge
fengnis der gleichenn eynn geiß begert rechnu(n)g vnd eyn
bilgenn abʃclack vnd ʃie hab auch der clegerinn an dem hal-
benn fl vergennet ʃecz · zu recht Cūm exp(e)ns aūctor(is)
hab(e)t dilacionn ad p(roximu)m

Jtem Lenhart Flůck ex p(ar)te hans buʃers thůt vonn Ingelnhey(n)n
1 h thut Erʃt heiʃchung vff harmans hen frauw xv ß hlr et
pign(us)

Iacob dromenʃtla Jtem Jacob dromenʃtlegeř Spricht zu Iacob(e)nn von wolffs
ger heim vnd ʃagt wie das diʃʃes clegers vorfar hab Im eyn
jacob vonn wolf wingart zu kauff geb(e)nn der halb er Iacob dieʃʃem cleger
henn ʃchuldig iʃt zwenn fl vj alb die er Im · zū denn pfinxʃte(n)
des Iars dreyundzwentzigʃtenn betzalt ʃolt habenn vnd
Im durch bede wegen erlengt mit vff diʃʃe zeit vnd noch vn
entricht bit diʃʃer cleger gnante(n) Iacob[e]nn an zuhaltenn ʃo-
leichs mir aūß zůrichtenn mit erʃthatůng des Coʃtenn
bey diʃʃer clag ʃtund Iacob gingen geantwort henweg –

Erf(olg)t Jte[m] Lorentz holtz erf(olgt) meders Iacob(e)nn vff ein fl C(ont)u(m)a(tia)

Jtem Rudiger vonn wegenn hans Bűʃers erf(olg)t hans heŷ
ʃenn vor vij alb contů(mati)a

1 h Jtem Hans vonn Diel ex p(ar)te Philips buʃers thut eynn erʃthe
heiʃchůng vff weiprecht ʃchonwetternn iij ß hlr et pig(nus)

Erf(olg)t Jtem Iost Raʃer ʃcherer no(m)i(n)e monialiū(m) erf(olgt) Bernhart bendern
dem altenn vor vij fl eynn alb Inrede

Erf(olg)t Jdem erf(olgt) Endres harmůt vor ij fl vj alb ij d j hlr

Erf(olg)t  Jtem hans vonn Floʃstat Erf(olgt) hans ʃcherernn voř iij fl co(ntumati)a

Jtem Lenhart fluck no(m)i(n)e preʃenciarij thut eynn Erʃthe
1 h heißhůng vff hansma(n) ʃchumecheř vor j lb hlr ex p(ar)te alta
ris sancte Cruc(is) in Claustro et pi(gn)(us)

1 h Idem eynn Erʃt heiʃchung vff Hansma(n) vor vij ß p(reʃe)ntz et pig(nus)

1 h Idem 1 h vff hanʃsma(n) vff vij ß vonn wegen der kirchen
et pign(us)

Übertragung

Diel Geismar hat seinen Anspruch eingeklagt gegen Hansman Schuhmacher wegen 6 Albus, Pfänder benannt und ausgefragt, wie es Sitte ist.

Katherin, die Frau von Bartholmeus Schneider gibt Antwort auf die Klage von Jeckel Kruse für seine Ehefrau und sagt: Sie gestehe, dass ihr ein halber Gulden geliehen worden sei. Sie sagt zudem, dass sie, die Beklagte, der Klägerin 6 Wochen lang ein Kind aufgezogen hat in ihrem Gefängnis und ebenso eine Ziege. Sie fordert die Abrechnung und einen angemessenen Abschlag. Und sie habe es auch der Klägerin an dem halben Gulden gegönnt. Das legt sie dem Gericht vor mit der Erstattung der Kosten. Die Klägerin erhält Aufschub bis zum nächsten Gerichtstag.

Lenhard Fluck erhebt für Hans von Ingelheim seine 1. Klage gegen die Frau von Henne Hartman wegen 15 Schilling Heller auf die Pfänder.

Jacob Dromensleger klagt Jacob von Wolffsheim an und sagt: Dass der Vorfahre des Klägers ihm einen Weinberg verkauft habe, weshalb er dem Kläger 2 Gulden 6 Albus schuldig ist, die er ihm Pfingsten 1523 bezahlt haben sollte. Und der Termin wurde ihm auf seine Bitte hin verlängert bis zu diesem Zeitpunkt und es ist immer noch nicht bezahlt. Der Kläger bittet, den genannten Jacob anzuhalten, das mit auszurichten mit Erstattung der Kosten. Bei dieser Klage stand Jacob. Sie gingen mit Antwort weg.

Lorentz Holz verklagt Jacob Meder wegen einem Gulden. Ungehorsam.

Rüdiger verklagt für Hans Buser Hans Heyse wegen 7 Albus. Ungehorsam.

Hans von Diel erhebt für Philipp Buser seine 1. Klage gegen Wiprecht Schonwetter wegen 3 Schilling Heller auf die Pfänder.

Jost Scherer hat für die Nonnen den Anspruch eingeklagt gegen Bernhard Bender den Alten wegen 7 Gulden 1 Albus. Auf Gegenrede.

Derselbe verklagt Hartmut Endres wegen 2 Gulden 6 Albus 2 Denar 1 Heller.

Hans von Floßstadt verklagt Hans Scherer wegen 3 Gulden. Ungehorsam.

Lenhard Fluck erhebt für die Präsenz die 1. Klage gegen Hansman Schuhmacher wegen 1 Pfund Heller für den Heiligkreuzaltar im Kloster auf die Pfänder.

Derselbe erhebt seine 1. Klage gegen Hansman wegen 7 Schilling für die Präsenz auf die Pfänder.

Derselbe erhebt die 1. Klage gegen Hansman wegen 7 Schilling für die Kirche auf die Pfänder.

Registereinträge

Abschlag   –   ad proximum (judicium)   –   Albus (alb)   –   Antwort (antworten)   –   Bender, Bernhard   –   Buser, Hans   –   Buser, Philipp   –   contumatia   –   Denar (d)   –   Diel, Hans von   –   dilacio   –   Dromensleger, Jakob   –   Einrede   –   Engelthal (Klosterfrauen)   –   Erfolgnis (erfolgen)   –   expensa   –   Floßstadt, Hans von   –   Fluck, Leonhard (Lenhard)   –   Frau (Frau)   –   Gefängnis   –   Geiß   –   Geißmar, Diel   –   Gulden (fl)   –   Harmut, Endres   –   Hartman, Henne   –   Hausfrau   –   Heilig-Kreuz-Altar   –   Heischung (h) (heischen)   –   Heller (hlr)   –   Heyse, Hans   –   Holz, Lorentz   –   Ingelheim, Hans von   –   Kaufvorgang   –   Kinder   –   Kirche (unbestimmt)   –   Klaeger(in) (Kläger)   –   Kosten   –   Kraus, Jeckel   –   Meder, Jakob   –   Pfand (Unterpfand)   –   Pfingsten   –   pignus   –   Praesenz   –   Rechnung (Abrechnung)   –   Rechtsetzung   –   Ruediger (Rudiger) (Name)   –   Scherer, Hans   –   Scherer, Jost (Joist)   –   Schilling (ß)   –   Schneider, Bartholomeus   –   Schneider, Katherin   –   Schonwetter, Wiprecht   –   Schuhmacher, Hansman   –   ut moris (est)   –   Vorfahren   –   Wingert   –   Woche   –   Wolffsheim, Jakob von   –