Das Ober-Ingelheimer Haderbuch 1518-1529 

Bl. 105

01.03.1524  / Dienstag nach Oculi Mei

Transkription

Vetternn vnd gūtte(r) frūnde Lenhart fluckenn alle vnd Jde gerechti-
keit aller vnd Jder farenthab gūetter So wir vonn vnʃerm vetter
Starkenn henchin als nehʃtenn Erbenn / mit yʃenachs kethenn Er
erbert habenn vur ʃynn eygne gůtt ʃor veř jnn Richs gericht iʃt
vnd ligt nach aller beʃtenn fore form vnd maiß wie ʃolich in recht
synn kann vnd mag ·

Jtem Peter hoffmann zu Sporckenheim Sagt wie das er iczůnt
Peter hoffer am ju(n)g[ʃ]tenn gericht hab erf(olg)t vff vngehorʃam Rūdigernn worneř
Yʃenngraber moʃennhen Jacobenn hans vonn Jngelnheims kne-
cht Jacobenn als vff inbracht(e) clag ʃo Er in recht vorbracht hot
gegenn denn p(ar)thienn derhalb die parthÿenn vff jnbrachte clag
Gelengt Jre tag gehabt bit der halb diʃʃer cleger die verclagtenn an zuhalte(n)
richtlich antwůrt zůgebenn inhalt der clag ader Erf(olgnis) in crafft
zubeweÿsenn Dis ʃach iʃt gelengt ad proximu(m) p(ar)ter conter [!]: ʃi no(n)
fiet juʃticia

Othenn Elgin Jtem Lenhart flūck montp(ar) Elnn witwe peteř Othenn ʃeligenň
peter Loer ʃchuldiget Peter Loernn vmb kunʃchafft der worheitt gegenn
kiliann Meczlernn vnd ʃiener huʃch frauwe(n) wie Er eynn vertrags
brieffe vff anʃuchung beider parthienn vff gericht vnd das des
noch eynnen kerb zethell hinder jme hab denn dar zūthūn vnd
wo der gegentheill des Ydts Peternn erlaʃʃenn woll ich js gernn
blybenn laiʃʃenn by ʃiener hanttrűv ongezweiffelt peter werd ʃich
als eynn zuͤge aller gepūr haltenn Testis volt obedir(e)

Hans floß et Jtem S Hans von flostadt hat ingelegt jure conve(n)ʃion(is)[a] ge
Steffann von hat- genn ʃteffann vonn hathenheim wie nach volgt Zum widder
thenheim rechtenn erʃchint hans vonn Flostadt Spricht zu Steffann von
hatthenheim Montpař mechtelnn ʃiener elichen huʃchfrauwe(n)
Conūencionn vnd ʃagt war ʃin das peter vonn reʃʃenfelt ʃeliger der dann
eynn gemachʃter vatter S g(e)nan(e)r Mechtelln geweʃt ʃeŷ Jn
eynen verdrag vnd Erkentnis anheiʃʃick ʃŷ wordenn viertzig
fl / welche ʃchuldenn Hans Loer mechtelnn Lieplicher vater
vnd werner Loer ʃin vorfar gemacht vnd dem g(e)nante(n) Cles
backenn vnd Elʃʃenn Ehelűdenn vor Erkaufft heűde ʃchuldig

[a] Die letzten beiden Wörter sind über der Zeile beigefügt, darunter gestrichen ein unleserlicher Text.

Übertragung

Vetter und guten Freund Lenhard Fluck alle und jede Gerechtigkeit, alles und jedes fahrende Gut, das wir von unserem Vetter Henchin Stark als nächste Erben mit Kett Ysenach ererbt haben als sein Eigengut, insofern es im Reichsgericht liegt in der allerbesten Form und Weise wie solches rechtmäßig sein kann und mag.

Peter Hofmann von Sporkenheim sagt: Dass er am letzten Gericht seinen Anspruch wegen Ungehorsam eingeklagt habe gegen Rüdiger, Werner Jsengreber, Henne Mose und Jacob, den Knecht von Hans von Ingelheim wegen der vorgebrachten Klage. Die hat er hier vor Gericht vorgebracht gegen die Partei. Auf die vorgebrachte Klage habe die Partei ihren Tag gehabt. Deshalb bittet der Kläger die Beklagten anzuhalten, Antwort vor Gericht zu geben in der Klage oder ihm den eingeklagten Anspruch zuzuweisen. Die Sache ist verschoben worden, bis zum nächsten Gerichtstag, damit sie gütlich verglichen werde. Wenn nicht geschieht Gerechtigkeit.

Lenhard Fluck, der Momber von Elgin Ott, der Witwe von Peter Ott, beschuldigt Peter Loher wegen einer wahrheitsgemäßen Zeugenaussage gegen Kilian Metzler und seine Ehefrau: Dass er eine Vertragsurkunde auf Ansuchen beider Parteien aufgerichtet habe und noch einen Kerbzettel habe, den vorzulegen. Und wenn die Gegenseite Peter den Eid erlassen wolle, will ich es gerne mit der Handtreu bewenden lassen, ohne Zweifel werde sich Peter als Zeuge verhalten, wie es sich gebührt. Der Zeuge will gehorchen.

Hans von Floßstadt hat vor Gericht einen Widerspruch eingelegt gegen Stephan von Hattenheim wie folgt. Zur Erwiderung erscheint Hans von Floßstadt und klagt Stephan von Hattenheim als Momber von Mechtel seiner Ehefrau an und sagt: Es sei wahr, dass der verstorbene Peter von Ressenfeld ein gemachter Vater der genannten Mechtel gewesen sei. Er sei bereit gewesen in einem Vertrag und einem Geständnis, 40 Gulden, die Hans Loher, Mechtels leiblicher Vater und Werner Loher, sein Vorfahr, an Schulden gemacht haben, zu übernehmen. Und sie waren diese den genannten Clese Beck und Else seiner Frau für gekaufte Häute schuldig

Registereinträge

ad proximum (judicium)   –   Antwort (antworten)   –   Back, Clese   –   Back, Elisabeth (Else)   –   Bewegliche Sachen   –   Beweis (beweisen)   –   conventio   –   Eheleute   –   Eid (vereidigt)   –   Erben   –   Erbschaftsangelegenheit   –   Erfolgnis (erfolgen)   –   fiet justitia   –   Floßstadt, Hans von   –   Fluck, Leonhard (Lenhard)   –   Freund (Freundschaft)   –   Gegenteil (Gegenpartei)   –   Gerechtigkeit   –   Gericht (Ingelheim)   –   Gulden (fl)   –   Handtreue   –   Hattenheim, Mechtel (Mathild)   –   Hattenheim, Stephan von   –   Hausfrau   –   Hofmann, Peter   –   Ingelheim, Hans von   –   Isenach, Kett von   –   Isengreber, Werner (Worner)   –   ius conventionis   –   Jakob (Name)   –   Kerbzettel   –   Klaeger(in) (Kläger)   –   Klage   –   Knecht   –   Kundschaft der Wahrheit   –   lengen   –   Loher, Hans   –   Loher, Peter   –   Loher, Werner   –   Metzler, Kilian   –   Momber (Momberschaft)   –   Mose, Henne   –   Ott, Elgin (Elchin)   –   Ott, Peter   –   Partei   –   Recht (Gericht)   –   Recht (Recht)   –   Reichsgericht, heiliges   –   Ressenfelt, Peter von   –   Ruediger (Name)   –   Sporkenheim (Ort)   –   Starck, Henchin   –   testis vult obedire   –   Vater   –   Vertrag   –   Vertragsbrief   –   Vetter   –   Vorfahren   –   Zeuge   –