Das Ober-Ingelheimer Haderbuch 1518-1529 

Bl. 095v

19.01.1524  / Dienstag nach Antonius dem Abt

Transkription

hen heßlich Zwißen henne heßlichen als cleger eijnß vnd thomas hengen als be-
clagten andernteijls nach clag antwort beijderteijll fūrtrag vnd recht
S(e)n(tent)ia ʃetze Spricht der Scheffen zü recht / das thomas hengen ʃal henne heß-
tho(ma)s hengen lichen den pacht vßricht(en) nach lūt der clag / Solich vrtel verbott hen
heßlich

Anna reʃerin Zwiʃʃenn Reʃers anna vonn Oʃterich clegerin eyns vnd Peter
mussernn / andrerthyls / nach clag antwort beyder theill fůrtrag
S(e)n(tent)ia vnd recht secze Spricht der ʃcheffenn zü recht will will der Clegerinn
formblich clagenn ʃoll gehort werdenn zü geʃcheenn / fůrter waß recht
Peter mūser nūmpt peter můser ane

erkent Jtem bartholmes ʃchnider erkent zu gebenn ij lb hlr dizenn vnʃe-
rm būttel iczūnt j lb vnd zu denn neʃtenn Spinxg(te)n ʃpinxʃten j lb

ʃchūltes contra Jtem diether būches vnß ʃchūltes ʃpricht zů Groppen endres vmb
Groppenn Endres eynenn frefel Sagt Endres er geʃte eme nicht dar vff ʃich der Schūlt(heiß)
zūgt vff kūnde die er brengenn ʃal vt jůris

Peter ʃterr Jtem Peter ʃter ʃpricht zů moʃenn Henne beʃunder als eym būrge
Moʃen henne meyster vmb kůntʃchaff der warheȳt vnd ʃagt wie eynn brieff hin-
der Radt sÿ beʃonder ey(n)s Originals welcher brieff dann vber synn
Peter ʃternn hūʃch besagende iʃt das das ʃelbig hůß vor vnder pfandt
vor vnder pfant sŷ mit dem wollst wollpfe(n) nemlich ey(n) fl gelst [!]
halbenn denn mann nent Eyn glock guldenn Bit henne ane zůhalten
denn brieff zu zeygenn / do mit recht geʃchee dar vff henne obg(enann)t het
Henn Knodt synne tag zum xiiii

Conradt Dūnckell Jtem Henne knode ʃpricht zū Conradt dunckelnn vmb kůntʃchaff
der warheyt vnd ʃagt wie das er henne knode hab ʃinem meyʃter
jorg ʃchillingenn erlaūbt zwo būrdenn reyff vor eym ror ongeūerlich zů
weychenn in synem wÿher do hab der verclagt bÿ solichem wȳer fun-
denn / eyn mann der dan eyn būrdt oder vj aūch gehabt dar ynne eß Conr(adt)
sonder wÿʃʃenn vnd wyllenn henn knodenn / der halb h henne knode(n)
eyn groß ʃtadt vff x fl erwaʃʃenn / an ʃynenn fiʃʃenn[a] / bit diʃʃenn
verclagtenn anne zůhaltenn / ʃolichenn zū ernennen wen er vff dem
vyher fůndenn hab Testis vūlt obedire

Hanß von Jngeln : Jtem Hans von Jngelnheym Spricht zů Peter Mūʃernn
Peter Mūserr vmb eynn jerlichenn fl gelts vonn eyner weʃenn vnd vßʃtand vff
rechnūg vff v fl begert bezalūng Dar vff Peter můser begert syn
tag vt sup(ra) h(abet) ad p(roximu)m

Jte

[a] Über dem »ʃʃ« steht »ch«.

Übertragung

Zwischen Henne Heßlich als Kläger auf der einen und Henne Thomas als Beklagtem auf der anderen Seite. Nach Klage, Antwort, beiderseitigen Vorbringungen und Rechtsetzungen sprechen die Schöffen als Recht: Dass Henne Thomas Henne Heßlich die Pacht ausrichten soll gemäß dem Wortlaut der Klage. Das Urteil hat Henne Heßlich festhalten lassen.

Zwischen Anna Reser von Oestrich als Klägerin auf der einen und Peter Mose auf der anderen Seite. Nach Klage, Antwort, beiderseitigen Vorbringungen und Rechtsetzungen sprechen die Schöffen als Recht: Will die Klägerin förmlich klagen, so soll es gehört werden, dann soll weiter geschehen, was Recht ist. Das nimmt Peter Mose an.

Bartholomeus Schneider erkennt an, Dietz unserem Büttel 2 Pfund Heller zahlen zu müssen, jetzt 1 Pfund und am 15. Mai an Pfingsten 1 Pfund.

Dieter Buches unser Schultheiß klagt Endres Groppe an wegen einem Frevel. Darauf sagt Endres, er gestehe ihm den nicht. Darauf beruft sich der Schultheiß auf Zeugen, die er beibringen soll, wie es Recht ist.

Peter Stern klagt Henne Mose an als einen Bürgermeister wegen wahrheitsgemäßer Aussage an und sagt: Dass er einen Brief beim Rat hinterlegt habe. Der sei ein Original. Der Brief lautet über sein, Peter Sterns, Haus und besagt, dass das Haus als Pfand hinterlegt sei zusammen mit dem Wolfen, nämlich für einen Gulden Geld, zur Hälfte, den nennt man den Glockengulden. Er bittet Henne anzuhalten, den Brief zu zeigen, damit das Recht geschehe. Darauf hat der genannte Henne seinen Tag gefordert, in 14 Tagen.

Henne Knodt klagt Conrad Dunckel an wegen der wahrheitsgemäßen Aussage und sagt: Dass er, Henne Knod, seinem Meister Georg Schilling erlaubt habe zwei Bürde Reif vor einem Rohr einzuweichen in seinem Weiher. Da habe der Beklagte bei dem Weiher einen Mann gefunden, der habe auch eine Bürde oder 6 [Reif] darin gehabt ohne Conrads Wissen und das Wollen von Henne Knode. Deswegen ist Henne Knode ein großer Schaden von 10 Gulden entstanden an seinen Fischen. Er bittet den Beklagten anzuhalten den zu benennen, den er am Weiher gefunden hat. Der Zeuge will gehorchen.

Hans von Ingelheim klagt Peter Mose an wegen einem Gulden Geld von einer Wiese und es steht noch ½ Gulden an der Rechnung aus. Er fordert Bezahlung. Darauf hat Peter Mose seinen Tag gefordert. Hat er bis zum nächsten Gerichtstag.

Registereinträge

ad proximum (judicium)   –   Antwort (antworten)   –   Beklagte(r)   –   Brief (brieflich)   –   Buches, Diether (von)   –   Buerde (Bürde)   –   Buergermeister (Ober-Ingelheim)   –   Buettel (Ober-Ingelheim)   –   Dietz, Mathis   –   Dunckel, Konrad   –   Erkenntnis (erkennen)   –   Fisch   –   Frevel (frevelich)   –   Geld (Geld)   –   Glockengulden   –   Groppe, Endres   –   Gulden (fl)   –   Haus (Haus)   –   Heller (hlr)   –   Heßlich, Henne (Henchin)   –   Ingelheim, Hans von   –   Klaeger(in) (Kläger)   –   Knode, Henne   –   Kunde (Zeuge)   –   Kundschaft der Wahrheit   –   Mann (Mann)   –   Meister (Meister)   –   Mose, Henne   –   Muser, Peter   –   Oestrich (Dorf)   –   Original(brief)   –   Pacht   –   Pfand (Unterpfand)   –   Pfingsten   –   Pfund (lb)   –   Rechnung (Abrechnung)   –   Rechtsetzung   –   Reif   –   Reser (Reserin), Anna   –   Rohr   –   Schilling, Georg   –   Schneider, Bartholomeus   –   Schoeffen (Gerichtsschöffen)   –   Schultheiß (Ober-Ingelheim)   –   sententia   –   Stern, Peter   –   Tag (14-Tage-Frist)   –   testis vult obedire   –   Thomas, Hengin (Henchin)   –   Urteil   –   ut (quod) juris (est)   –   Vortrag (Vorbringung)   –   Weiher   –   Wolff, N. N.   –