Ober-Ingelheimer Haderbuch 1518-1529 

Bl. 080

19.05.1523  / Dienstag nach dem Sonntag Exaudi

Transkription

Erckers fraūwe Jtem Cleʃe Erckers fraūwe / dregt jnne Recht vor / vnd ʃagt ʃie hab
helfferich wijrth am nehʃt en von helfferichen dem wijrth antworth entpfangen / mit Cle-
se Erckern zu rechen ʃij nit geʃcheen / Bitt darūmb g(e)n(ann)t(er) helfferich zu
erfolgen wije Recht / Dar vff helfferich begert noch maijls zü rechen
Dar gegen die g(e)n(ann)t fraūwe So nit rechenü(n)g geʃcheen / So begert ʃije Er-
folgknūß wije vor gehoͤrt / So helfferich nit zu Cleʃe Erckern gehen wijll /
mit jme zu rechenň / Dar vff ʃagt helfferich / Er woll nit zü jme gehen /
Er ʃij iß aūch nit ʃchūldig zü thūn / Dar gegen die fraūwe begert So helf-
ferich nit zü jrem man gehen woll / vnd der man jnne helfferichs hūʃch
oder ʃūnʃt nirgen komen kūnde ʃwacheit halber / Erfolgnūß

Erkent Jtem peter Bender erkent philips būsern v fl xviij alb zu bezal(e)n
jnne eijnem monat vor holtze jm walde Erkaūfft

Erkent Jtem Conradt ʃchrijner erkent leonhart fluͤcken / als montpar ham-
man benders / xv alb Sampt dem Coʃten zu betzalen / zwißen Bartho-
lomej apostoli nehʃt kūnfftig

Jacob drome(n)sleg(er) Jtem Jacob dromensleger Begert antwort von peter dijemen / oder
peter dijeme Be(n)der erfolgknūß / dar vff peter dijeme antwort Er beger mit jme zu rechen hije
von menetz [!]

vnd zwißem nehʃten gericht

Erf(olg)t • p • b • Jtem leonhart fluͤcke als montpar her niclaß moʃen / Sagt er hab am
nehʃt en erfolgt thonges Rabentijʃchen / nū hab er jme heūde here verkūndt
ʃo blib er jme vß geʃteth der būttel die verkūndūng / Begert jnen darvmb
jn Crafft zü erfolgen / S(e)n(tent)ia ja / vnd ʃin pand beredt / buͤttel erleūbt etc

Erkent Jtem Cleʃe Erckers hūʃchfraū Erkent iiij fl zu betzalen frederich ʃchna-
den hije zwißen Bartholomej

Erkent Jtem Bernharts Rijtze Erkent zwijßem nehʃt(en) gericht zü rechen mit hanß-
en dem metzeler genant der Switzer

1 h Jtem 1 h peter moßpecher vff xx d handtgereicht zinß vff kilianň
metzelernň

1 h Jtem 1 h peter bender vff jacoben von wolffsheijm vor eijn lb hlr
vnd v ß vnd ʃolich vnderpfandt nemlich eijn hūʃch jn der Rinderbach bene-
ben lorentz Schnorrenň

1 h Jdem 1 h vff jnen aūch vor xvj ß vj hlr vnd ʃolich vnderpfandt / eij(n)
wingart(en) jm Saltzborne beneben wijprecht(en)

1 h Jtem1 h Cleʃe Schwert als Spitalmeister zu nider jngelnheijm vor
tzehen ß vnd ʃolich vnderpant

1 h Jdem 1 h vt s(upra) vff hanß dūchʃcherern vor xxij alb et pignūs

erf(olg)t Jtem Neʃe Gotzenhens nachgelaijßen witwen erf(olg)t hanß Ringkauwern
vor v alb iij d pro c(on)tūmacia

Erf(olg)t Jdem erf(olg)t Cleʃen von halgart(en) vor x d orthen vnd expen(s) c(on)tü(mati)a

Erf(olg)t Jtem henrich wagener erf(olg)t Dieln Knoblaūchen vor viɉ alb vff rechnu(n)g

Erf(olg)t Jtem holtzen hengen erf(olg)t adam von kedderich vor v alb c(on)tü(maci)a

Erf(olg)t Jtem jorg ʃchriner erf(olg)t hocheijmers hanʃen g(e)n(ann)t hanß genße vor xx
alb vff ʃin jnredde

Erf(olg)t Jtem jeckel klehe erf(olg)t jtzg(e)n(ann)t(en) Hanʃen vor j fl verʃeßen zinß vngeūerlich
pro co(n)tūmacia

Erf(olg)t Jdem erf(olg)t wijprecht ʃchonewetter vor iij ß lijdlone

Übertragung

Die Frau von Clese Ercker trägt vor Gericht vor und sagt: Sie habe beim letzten Mal von Helffrich dem Wirt die Antwort erhalten, dass er mit Clese Ercker abrechne. Das sei nicht geschehen. Sie bittet darum, dass sie den Anspruch gegen den genannten Helffrich eingeklagt habe. Darauf forderte Helffrich abermals abzurechnen. Dagegen fordert die genannte Frau, da die Abrechnung nicht geschehen sei, so habe sie ihren Anspruch eingeklagt wie gehört, wenn Helffrich nicht zu Clese Ercker gehen will, mit ihm abzurechnen. Dagegen sagt Helffrich, er wolle nicht zu ihm gehen. Er sei auch nicht schuldig, das zu tun. Dagegen hat die Frau gefordert, wenn Helffrich nicht zu ihrem Mann gehen wolle und da der Mann nicht in Helffrichs Haus oder sonst irgendwo hin kommen könne, da er zu schwach sei, habe sie den Anspruch eingeklagt.

Peter Bender erkennt an, Philipp Buser 5 Gulden 18 Albus zahlen zu müssen binnen einem Monat für Holz, das er im Wald gekauft hat.

Conrad Schreiner erkennt an, Lenhard Fluck als Momber von Hartman Bender 15 Albus mitsamt den Kosten zu bezahlen bis zum 24. August.

Jacob Dromenschläger fordert eine Antwort von Peter Dieme, Bender zu Mainz oder dass er seinen Anspruch eingeklagt habe. Darauf antwortet Peter Dieme, er fordert, mit ihm abzurechnen bis zum nächsten Gerichtstag.

Lenhard Fluck als Momber von Herrn Niclas Mose sagt: Er habe beim letzten Mal seinen Anspruch eingeklagt gegen Thonges Rabentisch. Nun habe er ihn heute hierher gefordert und er blieb aus. Der Büttel bestätigt die Vorladung. Er fordert, seinen Anspruch gegen ihn eingeklagt zu haben. Urteil: Ja. Und es wurden Pfänder benannt, Büttel erlaubt usw.

Die Ehefrau von Clese Erk erkennt an, Frederich Schnade bis zum 24. August 4 Gulden zu bezahlen. Bernhard Rijtz erkennt an, bis zum nächsten Gerichtstermin mit Hans dem Metzler genannt der Schweizer, abzurechnen. 1. Klage von Peter Mosbecher wegen 20 Denar in die Hand zu reichenden Zins gegen Kilian Metzler.

1. Klage Peter Bender gegen Jacob von Wolffsheim wegen 1 Pfund Heller und 5 Schilling und auf die Pfänder, nämlich ein Haus in der Rinderbach neben Lorentz Schnorr.

Derselbe 1. Klage gegen jenen auch wegen 16 Schilling 6 Heller und auf die Pfänder, einen Weinberg im Saltzborn neben Wiprecht.

1. Klage Clese Schwert als Spitalmeister zu Nieder-Ingelheim wegen 10 Schilling und auf die Pfänder. 1. Klage derselbe gegen Hans Duchscherer wegen 22 Albus und auf die Pfänder. Nese, die Witwe von Henne Gotz hat ihren Einspruch eingeklagt gegen Hans Rheingauer wegen 5 Albus 3 Denar. Ungehorsam. Dieselbe hat ihren Einspruch eingeklagt gegen Clese von Halgarten wegen 10 Denar, einen Ort und den Ausgaben. Ungehorsam.

Henrich Wagner hat seinen Einspruch eingeklagt gegen Diel Knoblauch wegen 6 ½ Albus gegen Rechnung.

Henne Holz hat seinen Einspruch eingeklagt gegen Adam von Kiedrich wegen 5 Albus. Ungehorsam.

Jorg Schreiner hat seinen Einspruch eingeklagt gegen Hans Hochheimer genannt Hans Genße wegen 20 Albus auf die Gegenrede.

Jeckel Klee hat seinen Einspruch eingeklagt gegen den genannten Hans wegen 1 Gulden ausstehenden Zins. Ungehorsam.

Derselbe hat seinen Einspruch eingeklagt gegen Wiprecht Schonwetter wegen 3 Schilling Arbeitslohn.

Registereinträge

Albus (alb)   –   Antwort (antworten)   –   Bartholomäustag   –   Bender, Hanman   –   Bender, Peter   –   Buettel (Ober-Ingelheim)   –   Buser, Philipp   –   contumatia   –   Diem, Peter   –   Dromensleger, Jakob   –   Duchscherer, Hans   –   Einrede   –   Ercker, Clese (Clas)   –   Erfolgnis (erfolgen)   –   Erkenntnis (erkennen)   –   expensa   –   Fluck, Leonhard (Lenhard)   –   Frau (Frau)   –   Gotz, Henne (Henges)   –   Gotz, Nese (Agnes)   –   Gulden (fl)   –   Halgarten, Clese von   –   Hans, der Metzger, gen. Schweizer   –   Haus (Haus)   –   Hausfrau   –   Heischung (h) (heischen)   –   Helffrich der Wirt   –   Heller (hlr)   –   Hochheim(er), Hans (von)   –   Holz (hölzern)   –   Holz, Hengen   –   Kaufvorgang   –   Kiedrich, Adam von   –   Klee, Jeckel   –   Knoblauch, Diel   –   Kosten   –   Lidlohn   –   Mann (Ehemann)   –   Metzler, Kilian   –   Momber (Momberschaft)   –   Monat   –   Mosbecher, Peter   –   Mose, Niklas   –   Nieder-Ingelheim (Dorf)   –   Ort (Währung)   –   Pfand (Unterpfand)   –   Pfund (lb)   –   Rabentisch, Thonges   –   Rechnung (Abrechnung)   –   Reitz, Bernhard (der bender)   –   Rinckauwer, Hans   –   Rinderbach   –   Salzborn   –   Schilling (ß)   –   Schnade, Frederich   –   Schnorr, Lorentz   –   Schonwetter, Wiprecht   –   Schreiner, Jorg   –   Schuld (Schulden)   –   schwach   –   Schwert, Clese   –   sententia   –   Spital (Nieder-Ingelheim)   –   Spitalmeister   –   Wagner, Heinrich   –   Wald   –   Wingert   –   Wiprecht   –   Wirt (Schankwirt)   –   Witwe   –   Wolffsheim, Peter von   –   Zins (Zins)   –