Ober-Ingelheimer Haderbuch 1518-1529 

Bl. 062v

13.05.1522  / Dienstag nach dem Sonntag Jubilate

Transkription

hofft helfferich mit Recht jnen antzūwiʃen / Dar vff knode
haijtt ʃin tag geheijʃchen wije recht

Stephan metzler Jtem Stephan metzeler dū(r)ch joiʃt ʃcherern ʃin fūrʃprechenň
Contz kebrodt Clagt von Contze kebrodten / Sagt er Contz ʃij vff eijn zijth / bij
eijnem kaūffe geweʃt / als eijn wijnkaūffsman / betreffen etlich(e)n
huʃchradt / er Stephan vmb ʃin ʃwager wolff Steijnmetzen von
winternheijm gethan / nū erfind ʃich ʃolichs huʃchraits etlicher hinter
contzen dem beclagten / als nemlich eijn meßing keʃʃell / zwo
pfannen vnd eijn malterig ʃacke / Bitt den beclagten antzū-
halten / daß er ʃolichs Stephan zü ʃtelle Sampt dem coʃten etc Dar
vff Contz kebrodt ʃin tag geheijʃchen ad proxi(mu)m

Rijtze bender Jtem Rijtz bender dūrch joiʃten beclagt leonhart fluͤcken
leonhart fluͤcke Sagt daß vor zweijn oder drijen jaren vngeuerlich / ʃich hab be-
geben / daß er Rijtze ʃij die altengaße hijer vff gangen vff algeß
heijmer kijrb tag zü nacht / do ʃij vlrich kredenbūche do geʃtandenň
vnd jnen Rijtzen angefallen / beʃūnder jnen geʃlagen vnd gehaū
wen vnūerdienter vnd vngewarnter ʃachen / der halb dißer cle-
ger / vlrichen mit recht angenomen jnne kommerßwijʃe / vnd len
harten vor eijn būrgen angeno(mme)n / Dwijll nū lenhart deß beclagt(en)
būrge jnen hijer zü brengen / begert dißer cleger / den g(e)n(ann)t(en) ʃijnen
heüptman her zü ʃtellen / oder ʃich lenhart ʃelbʃt ʃtelle vor · x · fl
vff vermeßūng deß richters / ʃcherer vnd ander lone / Dar vff
begert leonhart Schup vnd dißer anclage Copiam

Erkent Jtem Thonges Rabentijʃch erk(enn)t jeckel Schnaden Sūnst g(e)n(ann)t
krūsen jeckeln ij fl jn xiiij tagen vff rechenu(n)g

Erkent Jdem erkent jn xiiij tag(en) zu rechen vnd zu betzalen Reijn-
harten von aspeßheijm

1 h Jdem 1 h kylgen metzler vff cleßg(en) knūßen vor xvij alb
vnd ʃolich vnderpfandt

gelengt Jtem die ʃachen zwißen helfferichen dem wijrth vnd Stopen
Endreßen mit dem vrteijll jʃt gelengt ad proxi(mu)m

erf(olg)t Jtem peter becker erf(olg)t jacoben von Wolffsheijm vor
vj alb vff ʃin jnredde

erf(olg)t Jtem mathis dietze vnʃer būttel erfolgt hengen von
nidern vßigheijm vor iiij lb hlr vnd coʃten vnd ʃchaten vff
ʃin jnredde

Übertragung

hofft Helffrich ihn durch das Gericht dazu anweisen zu lassen. Darauf hat Knode seinen Tag gefordert wie es Recht ist.

Stephan Metzler klagt durch Jost Scherer, seinen Fürsprecher, gegen Contz Kebrodt und sagt: Er, Contz, sei vor einiger Zeit bei einem Kauf gewesen, als Zeuge (Weinkaufsmann) wegen einigem Hausrat. Diesen Kauf machte Stephan von seinem Schwager Wolff Steinmetz von Winternheim. Nun finde sich von solchem Hausrat etliches bei Contz dem Beklagten, nämlich ein Messingkessel, zwei Pfannen und ein Malter-Sack. Er bittet den Beklagten anzuhalten, damit er diese Stephan zustelle mitsamt den Kosten usw. Darauf hat Contz Kebrodt seinen Tag gefordert bis zum nächsten Gerichtstag.

Reitz Bender klagt durch Jost Lenhard Fluck an und sagt: Dass vor zwei oder drei Jahren ungefähr es sich begeben habe, dass er, Reitz, bei Nacht die Alte Gasse hinauf gegangen sei zur Algesheimer Kerb. Da habe Ulrich Kretenbauch gestanden und ihn, Kitz angefallen, ihn besonders geschlagen und gehauen ohne Grund und Vorwarnung. Deshalb hat dieser Kläger Ulrich vor Gericht gezogen, um ihn in Gewahrsam zu bringen und hat Lenhart als einen Bürgen genommen. Weil nun Lenhart der Bürge ist, den Beklagten hier vor Gericht zu bringen, fordert der Kläger den Genannten auf, seinen Auftraggeber hierher zu bringen oder aber Lenhart selbst stelle sich für 10 Gulden oder auf Ermessen des Richters wegen Schererkosten und anderem. Darauf fordert Lenhart Aufschub und eine Kopie dieser Klage.

Thonges Rabentisch erkennt an, Jeckel Schnade sonst Krusenjeckel genannt binnen 14 Tagen 2 Gulden zu zahlen gegen Rechnung.

Derselbe erkennt an, binnen 14 Tagen mit Reinhart von Aspisheim abzurechnen und ihn zu bezahlen.

1. Klage von Kilian Metzler gegen Cleßgen Knuß wegen 17 Albus auf die Pfänder.

Die Sache zwischen Helffrich dem Wirt und Endres Stope wegen des Urteils ist verschoben worden bis zum nächsten Gerichtstag.

Peter Becker verklagt Jacob von Wolffsheim wegen 6 Albus auf seine Gegenrede.

Mathis Dietz, unser Büttel, verklagt Henne von Niederissigheim wegen 4 Pfund Heller und Kosten und Schaden auf seine Gegenrede

Registereinträge

ad proximum (judicium)   –   Albus (alb)   –   Algesheimer Kirbtag   –   Altengasse   –   Aspisheim, Reinhard von   –   Becker, Peter   –   Bender (Beruf)   –   Buerge (Bürge, Bürgschaft)   –   Buettel (Ober-Ingelheim)   –   Dietz, Mathis   –   Einrede   –   Erfolgnis (erfolgen)   –   Erkenntnis (erkennen)   –   Fluck, Leonhard (Lenhard)   –   Fuersprecher (Fürsprecher)   –   Gulden (fl)   –   Hauptmann   –   Hausrat   –   Helffrich der Wirt   –   Heller (hlr)   –   Issigheim (Niederissiheim), Hengin (Henchin) von   –   Jahr (jährlich)   –   Kaufvorgang   –   Kebrod, Contz   –   Kerb (Kirbe)   –   Klaeger(in) (Kläger)   –   Knode, N. N.   –   Knuß, Cleßgin   –   Kosten   –   Kosten und Schaden (Paarformel)   –   Kraus, Jeckel   –   Kretenbauch, Ulrich   –   Kummer (Bekümmerung)   –   Lohn   –   Malter   –   Messingkessel   –   Metzler, Kilian   –   Metzler, Stephan   –   Nacht   –   Pfand (Unterpfand)   –   Pfanne   –   Pfund (lb)   –   Rabentisch, Thonges   –   Rechnung (Abrechnung)   –   Reitz, Bernhard (der bender)   –   Richter (richterlich)   –   Sack (Säcke)   –   Scherer (Beruf)   –   Scherer, Jost (Joist)   –   Schererlohn   –   schlagen (Schlägerei)   –   Schnade, Jeckel   –   Schub   –   Schwager   –   Steinmetz, Wolff   –   Stope, Endres   –   Tag (14-Tage-Frist)   –   Urteil   –   Weinkaufsleute   –   Winternheim (Dorf)   –   Wirt (Schankwirt)   –   Wolffsheim, Jakob von   –