Ober-Ingelheimer Haderbuch 1518-1529 

Bl. 029b

16.04.1521  / Dienstag nach Misericordia Domini

Transkription

1 articūl(us) Solichem Nach Sagt der cleger Erʃtl{...}
verʃchiener zyt philips drūbeyn[a] jnn
kawffs etliche wyngart mit ʃym{...}
iczt der beclagten mūtter geʃtande{...}

2 Jtem iʃt ware zů vőr vnd ehe die ʃ{...}
philips trūbeÿn von ʃyner ʃchw{...}
zü jrer Mergen ʃchwiegerfrau{...}
zū gehen / Sie bytten jre Mergen
krancken frawen / mit gelt / jre h{...}
zū hylff vnd ʃtūer ko(m)men

3 Jtem philipʃen : von jʃenachs ketten geantwort / ʃyn{...}
ʃchwester zū ʃag(en) ʃie moge jre keyn gelt ʃchick(en) / ʃie
ʃoll das haūßs vff dem Marck gelegen oder wÿn-
garten verkaūff(en) jre lybs Narong do von zū haben
vnd das jʃt ware

4 Jtem das Merg der beclagtin mūtter awß verhenck-
niß des allmechtigen gottes mit dem aūß ʃatz be-
laden ; vnd alʃo jrer lypzūcht halben etliche jrer
habe als wyngarten zū verkaūff(en) genoittiengt
worden jʃt

5 Jtem zūu zytten do philips trūbeyn wie negʃt jm
erʃten artickel gemelt mit ʃyner ʃchwester jnn bethe-
digong des kaůffs geʃtand(en) ; jʃt philips von
ʃolichem kaūff dūrch knoden hen(n)en abgetrong(en)
worden vnd das jʃt ware

6 Jtem iʃt ware das merg der beclagtin mūtter offlich(en)
onverhollen ; jrer noittorfft nach knodenhe(n)nen zwen
wyngart ; Namlich eyn fÿrt(el) am Newenberg

[a] Das »e« ist über dem »y« beigefügt worden.

Übertragung

1. Artikel: Philipp Drubein. Kauf etlicher Weinberge. Von der Mutter der Beklagten gestanden.

2. Philipp Drubein gebeten zu Merges [Ysenach] Schwiegermutter zu gehen. Sie hat gebeten ihr, der kranken Frau Merge, mit Geld zur Hilfe zu kommen.

3. Philipp für Kett Ysenach geantwortet, der Schwiegertochter zu sagen, sie wolle ihr kein Geld schicken, sie solle das Haus auf dem Markt oder den Weinberg verkaufen, um davon ihre Leibesnahrung zu erhalten. Das ist wahr.

4. Merge, die Mutter der Beklagten, ist durch das Verhängnis des allmächtigen Gott mit dem Aussatz beladen worden. Daher sei sie genötigt gewesen für ihren Lebensunterhalt etliches an ihrem Besitz wie Weinberge zu verkaufen.

5. Zu Zeiten als Philipp Drubein wie im ersten Artikel angeführt mit seiner Schwester in Kaufverhandlungen stand, ist Philipp von solchem Kauf durch Henne Knode abgehalten worden. Das ist wahr.

6. Es ist wahr, dass Merge, die Mutter der Beklagten, öffentlich ohne Einwände, an Henne Knode 2 Weinberge, nämlich ein Viertel am Neuenberg

Registereinträge

Artikel   –   Aussatz   –   Beklagte(r)   –   Drubein, Merge   –   Drubein, Philipp   –   Frau (Frau)   –   Geld (Geld)   –   Gott   –   Haus (Haus)   –   Isenach, Kett von   –   Kaufvorgang   –   Klaeger(in) (Kläger)   –   Knode, Henne   –   Krankheit (krank)   –   Leibszucht   –   Markt (Ober-Ingelheim)   –   Mutter (Mutter)   –   Nahrung   –   Newen berg   –   Notdurft   –   Schwester   –   Schwiegertochter   –   Wahrheit (wahr)   –   Wingert   –