Das Ober-Ingelheimer Haderbuch 1518-1529 

Bl. 008v

05.12.1519  / Tag vor Nicolai 1519

Transkription

{...}{vigilia}Nicolai Nona decembris
{...} rʃamen Schult(heiß) vnd ʃcheffen
{...}elnheym Brengt hyrman von
{...} angnet(en) jn der aller beʃt(en) form
{...} nachfolgend(en) artickel mit byt hen
{...}wyngen dar vff mit glauben oder
{...}ethanen eydts die Calumnia gnugʃa(m)z
{...}rbutung wilchen er nyt glaubt den
{...}och ʃich mit vberfluʃʃiger kent
{...}da von er proteʃtirt

{...}t anwalt jn Namen als ob das etwan
{...}r vnd contz Rupel gebruder beyde In
{...} Jngelnheym das iʃt wair

{...} ʃetzt vnd ʃagt anwalt das peter rupel zu der
{...} eyn hußfrawe genant merga / goeßweyn
vnd das der genant peter eyn gute narung an farender
habe vnd leygend(e)n gutern zu Ir bracht dar nach on leibs
erben geʃtorben vnd ʃolich guter nach Im verlaiʃʃen hab

Zum drytt(en) ʃetzt vnd ʃagt anwalt jß ʃey warr on das
das peter Rupel jn zeyt ʃeins lebens eynig teʃtament
Satzung oder geʃchefft vffgericht Auch Eynichen nehern
erben dan Contz rupeln ʃeynen Ehlichen bruder ob-
genannt(en) angnet(en) Vatteren hynder Im vorlaiʃʃen habe

Jtem Das alle vnd yglich vorlaiʃʃen hab gutter Erbteyl
vnd gerechtikeyt der genant peter rupel gehabt vnd zu
mergen bracht erʃucht vnd vnerʃucht farend vnd lygende
wilch anwalt obgnant(en) zu ʃeins principals angeburlich
teyl vff die lx fl ʃchetzt vff Contzen rupeln ʃeynen
bruder vnd des ʃelben contzen kinde als ʃein recht(en) ware(n)
erben komen gefallend vnd tranʃmutirt ʃein das iʃt warr

Jtem das nach abʃterben peter rupels merg Goeßwyn
ʃich mit Iorgen meʃʃer ʃmidt zur andern eh verflocht
die vorbemelt(en) guter ʃo von petern rupeln dar komen / zu
jm bracht / on das das ʃie oder Ire erben zu den ʃelben
gutern Eynich Erblich gerechtikeyt gehabt oder auch haben

Übertragung

Montag 5. Dezember [1519]

Hyrman von [Hering]. Schultheiß und Schöffen. Gefährdeeid. Peter Rupel und sein Bruder Contz Rupel. Der Anwalt sagt, dass Peter Rupel seiner Ehefrau Merge Goeßweyn an fahrendem wie liegendem Besitz ein gutes Auskommen hinterlassen habe. Er sei ohne Leibeserben gestorben und habe die Güter hinterlassen. Zum dritten stellt der Anwalt fest und sagt: Es sei wahr, dass Peter Rupel zu Lebzeiten einige Testamente, Satzungen und Geschäfte errichtet habe und auch keinen näheren Erben als Contz Rupel, seinen ehelichen Bruder, den Vater der genannten Agnes hinterlassen habe. An allem und jedem habe Contz Rupel ein Erb- und Besitzrecht. Das habe er Merge hinterlassen, belastet und unbelastet, fahrend und liegend, so dass der Anwalt den Teil, der seinem Prinzipal gebührt auf 60 Gulden schätzt, die Contz Rupel seinem Bruder und den Kindern des genannten Contz als rechten, wahren Erben zufallen und übertragen sind, das ist wahr. Ebenso, dass nach dem Tod von Peter Rupel Merge Goeßweyn sich mit Jorg Messerschmid verheiratet habe und die genannten Güter, die von Peter Rupel kamen, an ihn gebracht habe, ohne dass sie oder ihre Erben an diesen Gütern ein Erbrecht gehabt hätten oder auch haben.

Registereinträge

Anwalt   –   Artikel   –   Bewegliche Sachen   –   Bruder (Brüder)   –   Calumnieneid   –   Ehe (ehelich)   –   Erben   –   Erbrecht   –   Gerechtigkeit   –   Goeßweyn, Merge von   –   Gulden (fl)   –   Hausfrau   –   Hering, Agnes von   –   Hering, Hirman von   –   Ingelheim (Dorf)   –   Kinder   –   Leibeserben   –   Messerschmid, Jorge   –   Nahrung   –   Principal(in)   –   Protestation (protestieren)   –   Rupel, Contz   –   Rupel, Peter   –   Schultheiß und Schöffen (Paarformel)   –   Testament   –   Todesnachricht (Mensch)   –   Unbewegliche Sachen   –   Vater   –