Ober-Ingelheimer Haderbuch 1518-1529 

Bl. 007

15.08.1519  / Mai - Dezember 1519

Transkription

Schramm {...}
Inʃage wie {...}
vff die Erbare{...}
theyen zu entʃte{...}
richtlich vnd by {...}
ʃolichen ʃchaden In {...}
meʃʃigung der Ieni{...}
myndern vnd meren {...}
Peder von Jtem Lorentz kanc{...}
gutenburg vorʃchyener dage Irr{...}
Helffrich knecht erhalt(en) dar{...}
zu rechen vnd gutlich {...}
helffrichen den buddel ge{...}
nyt gehalt(en) Bit der knecht {...}
Erfolgt nach ludt der clage zu{...}
ʃchuld(en) Reus geʃteth eyn fl
vff In Erkant vnd Erfolgt verhofft helff{rich}{...}
Dar vff Sagt der knecht In anʃehung voriger Erkentnis {...}
dar vff der knecht ʃich bezeugt vnd berufft Sol das widderteyls
vorbrengen nyt ʃtadt haben ʃonder Erfolgt erkant vnd begert rechts
Sententia S(e)n(tenti)a Nach allem vordragen vnd rechtʃetz beyder partheyen Erkent
der Scheffen zu recht helffrichen nach ludt der clage dem knecht
p b buddel petern Erfolgt vnangeʃehen ʃeyn helffrich vngeʃchickte vßzuge
erl(aubt) pand b / buddel erlaubt vt Jur(is)

hen Byngel Jtem Hen Byngel hait ʃchrifftlich Ingelacht gegen hen
hen Stutzel Stutzeln dem kůwe hyrt(en) wie nachfolgt Der Euch Sch[ultheiß] vnd Sch[öffen]
des helligen richs gerichts Vff Inbracht(en) vorantwort hen ʃtutzels
Sagt hen byngel wes dar In furbracht Im zu Seyner gerechtikeyt
dienende das hen byngel ʃolichs vor richtlich Erkentnis an nympt
da von er proteʃtirt vnd ʃonderlich nymbt hen byngel an vnd
verbot wie recht das hen ʃtutzel In Seyne(m) zweyt(en) art(ickel) geʃteth
das die kuwe vor In als hyrt(en) gedrreben [!] ʃeyh Vnd Jm drytt(en)
artickel alʃo vortregt Jʃt auch ware on das die kūwe als ander
kūwe her jn das dorff kommen iʃt / Sagt hen byngel / das Im
ʃelbygen clerlich vorʃtanden wirt durch vßzog des worts • on das •
der widderteil ʃelbʃt bekenth das ʃyn hen byngels kůwe nyt

Übertragung

Schramm.

Peter von Gudenberg gegen Helffrich. Lorentz Kancker. Vergangene Zeit ein Knecht. Versprochen sich gütlich zu vergleichen. Büttel. Bittet der Knecht: Er habe seine Klage eingeklagt. Angeklagter gesteht einen Gulden. Darauf sagt der Knecht: In Anbetracht der Gerichtserkenntnis, auf die sich der Knecht beruft, soll die Vorbringung der Gegenseite keinen Bestand haben, sondern er habe seinen Anspruch eingeklagt; und er fordert ein Urteil. Urteil: Nach allen Vorbringungen und Rechtsetzungen beider Parteien erkennen die Schöffen, Peter habe seinen Anspruch gegen Helffrich eingeklagt ohne Betrachtung der Einwände von Helffrich. Eine Pfändung durch den Büttel ist erlaubt, wie es Recht ist.

Henne Bingel hat eine schriftliche Einlage gemacht gegen Henne Stutzel den Kuhhirten wie folgt. Auf die vor Schultheiß und Schöffen des heiligen Reichsgericht gegen ihn vorgebrachte Einlage von Henne Stutzel sagt Henne Bingel: Was darin vorgebracht sei und der Rechtssache von Henne Bingel diene, das nehme er an. Und insbesondere nimmt Henne Bingel an und lässt vor Gericht festhalten, dass Henne Stutzel ihm in seinem zweiten Artikel gestehe, dass die Kuh vor ihm als Hirten getrieben worden sei. Und was er im dritten Artikel vorträgt, ist auch wahr, außer dass die Kuh wie die anderen Kühe hier ins Dorf gekommen ist. Da sagt Henne Bingel: Es wird klar verstanden durch die Wegnahme des Wortes »ohne dass«, dass die Gegenseite selbst bekenne, dass sein, Henne Bingels, Kuh nicht

Registereinträge

Artikel   –   Bingel, Henne   –   Buettel (Büttel) (Ingelheim)   –   Einrede   –   Erkenntnis (erkennen)   –   Gerechtigkeit   –   Guetlichkeit (Gütlichkeit)   –   Gutenburg, Peter von   –   Helffrich der Wirt   –   Hirt (Tätigkeit)   –   Irrung   –   Kancker, Lorentz   –   Knecht   –   Kuh   –   Kuhhirte   –   Ober-Ingelheim (Dorf)   –   Partei   –   Protestation (protestieren)   –   Rechtsetzung   –   Reichsgericht, heiliges   –   reus (rea)   –   Richter (richterlich)   –   Schram   –   Schrift (schriftlich)   –   Schultheiß und Schöffen (Paarformel)   –   sententia   –   Stutzel, Hen   –   Vortrag (Vorbringung)   –   Widerteil (Gegenpartei)   –