Ober-Ingelheimer Haderbuch 1518-1529 

Bl. 003

15.10.1518  / September - November 1518

Transkription

v{...}
Snider ha{...}
er wol dar {...}
zu ʃeyn Sagt a{...}
bezalt vnd doch{ ...}
an ʃeynen Eren{...}
cleßgin Schub v{...}
Wigant cleßg(in) Jtem Weygant {...}
nachfarr vnd hanʃen von drie{...}
hans von drie weygant(en) gebe{...}
deroff eyn wagen fol w{...}
vnd vor driederoff{...}
farn das holtz zu {...}
an hyen far(e)n ʃanfft{...}
weygant gethaen Sey Jm{...}
Jm jr wollen helff(en) den wa{...}
das heydenfaer haben beyde das holtz nyt gewyʃt da{...}
ʃolt(en) / hab doch weygant geʃagt Alda leygt holtz heyʃten mit{...}
das laden Jch wil Fleyʃs an keren Antwort der knecht Ich
heyʃch dichs nyt laden alʃo ʃeyen ʃye leher heym gefarn do
myt ʃye nyemant ʃchaden theten Begert weygant ʃeyner fart
Belonu(n)g · vnd vor die fart vj ß hlr Sambt dem koʃten[a]

Molman Jtem Cleßgin molnman(n) procurator Eberbacenʃin(n) Sagt das
Jn vorʃchyenen dagen vff
Erst zweyt vnd dryt h gethain Vnd durch diethern von
Buchis ab vom recht(en) geno(m)men Jn hoffnu(n)g gutlichs vordragks
vnnd bey dyʃʃer weyl nichts dar Jn gehandelt dar vmb Er cleßg(in)
begert mit recht ʃeyn h zu vollenfuren

Cles buʃch vo(n) Elß Jtem Cles buʃch Spricht zu Eua moeln Eertzin Vnd Sagt
heym vnd Ewa Er ʃey Ir gedingter knecht geweʃt vj jare vnd xiij wochen
moeln ertzin Solt Im geben das Iarr vij fl eyn parr hoeʃen zwey hembt
begert ʃeins langen beydens [!] bezalung
Jdem clagt weyter do Er Ir knecht geweʃt ʃey hab er Ir der
Frawen geluwen In Ire hant ɉ fl des er noch mangel begert ut
supr{...}

[a] Der Satz nach dem Gedankenpunkt scheint nachträglich beigefügt worden zu sein.

Übertragung

[noch im Fass war, das wisse er nicht.] Bezahlt. An der Ehre verletzt. Aufschub.

Cleßgin Wigant gegen die Nachkommen von Hans von Driedorf. Holz fahren. Heidenfahrt. Wussten nicht welches. Da habe Wigant gesagt: »Dort liegt Holz. Sagst Du mir, ich soll es laden, so will ich es fleißig tun.« Darauf antwortete der Knecht: »Ich sage Dir nicht, Du sollst es laden.« Da sei er mit leerem Wagen heimgefahren, damit sie niemandem schadeten. Nun fordere Wigant den Lohn für seine Fahrt. Und für die Fahrt fordert er 6 Schilling Heller und die Kosten.

Cleßgin Molman, Prokurator von Eberbach, sagt: Dass er in den vergangenen Tagen die zweite und die dritte Klage getan habe und durch das Gericht [Pfänder] von Diether von Buches genommen habe in der Hoffnung auf einen gütlichen Austrag. Das hat aber nichts gebracht, weshalb er, Cleßgin, nun fordert, in seiner Klage fortzufahren.

Cles Busch von Elsheim klagt Eva Molnartz an und sagt: Er sei ihr gedingter Knecht gewesen für 6 Jahre und 13 Wochen. Sie sollte ihm jährlich 7 Gulden, ein Paar Hosen und zwei Hemden geben. Er fordert seine seit langem ausstehende Bezahlung. Derselbe klagt weiter: Als er ihr Knecht gewesen sei, habe er ihr, der Herrin, in ihre Hand ½ Gulden geliehen, die er noch nicht erhalten habe. Fordert sie ebenfalls.

Registereinträge

Belohnung   –   Buches, Diether (von)   –   Busch von Elsheim, Cles   –   Driedorf, Hans von   –   Eberbach (Kloster/Mönche)   –   Ehre   –   Elsheim (Ort)   –   Frau (Frau)   –   Guetlichkeit (Gütlichkeit)   –   Gulden (fl)   –   Heidenfahrt (Ort)   –   Heischung (h) (heischen)   –   Heller (hlr)   –   Hemd   –   Holz (hölzern)   –   Hose (Kleidungsstück)   –   Jahr (jährlich)   –   Knecht   –   Kosten   –   Lateinische Rechtsbegriffe (Auswahl)   –   Melman, Cleßgin   –   Molnartzin, Eva   –   Nachfahre   –   Prokuratoren   –   Schaden   –   Schilling (ß)   –   Schneider, N. N.   –   Schub   –   ut supra   –   Vortrag (Vorbringung)   –   Wagen   –   Wigand, Cleßgin   –   Woche   –