Nieder-Ingelheimer Haderbuch 1521-1530 

Bl. 268v

16.02.1530  / Mittwoch nach Valentinus

Transkription

Spricht der ʃthoffenn zŭrecht Beweiʃt Io-
hannes laŭtt ʃtheffneŕ etc wie recht das
die gemelten Nheŭn ß hlr gŭlt(en)
vff denn benanten vnnderphannden
vnŭe[r]ʃtheidlich gefallenn etc ʃoll gehortt
werdenn etc Fŭrtter zugeʃthehenn was
waß recht v(er)bott ʃtheffneŕ vnnd hatt
dage zuderbeweiʃunge wie recht •

Carle ʃmeȳtt Zwiʃʃenn Carle(n) ʃmeytt eins / vnnd jo-
Teʃtame(n)t(e) hannes von dreyß andernntheils (• eyn
Teʃtament belangen •) Nach beyder-
S(e)n(tent)ia Theils fŭrpringen / vnnd recht ʃatze etc Erke(nn)t
der ʃthoffenn zŭrecht wil carle ʃthmeyt
Iohannes dreyß nachmals laŭtt vnd jnhalt hie neheʃt
geʃprochner beyŭrtheill / wie recht beweyʃen
das ʃall zwiʃʃenn dem neheʃt khomend(e)n
gericht gehortt werdenn etc vnnd er
thŭ das oder nit Fŭrther zugeʃthehenn ʃo-
fiel recht ʃein wirtt Nimpt Carle an

Zwißenn Carle(n) ʃthmeit momp(ar) Elßenn nach-
gelaʃʃenn witwe(n) Claß ʃwerts ʃelig(en)
Carle ʃmeytt Clager an eyn / vnnd hen von appennheim
momp(ar) etc (• ein deyll wein / in act(en) angezeigtt be-
S(e)n(tent)ia treffenn •) beclagten / anderntheils etc Nach
Henn vo(n) appe(n)h(eim) Clag antwortt allem fŭrbringen vnnd
Rechtʃatz erkenntt der Schoffen zŭrecht
das hen von Appenheim (• on angeʃehen
des vermelt(en) vßzůgks •) carle ʃthmeit •
kundeʃthafft jn dieʃer ʃachen (• wie recht iʃt •/

Übertragung

spricht das Schöffengericht Recht: Beweist Johannes Laut, Schaffner, wie es Recht ist, dass die angesprochenen neun Schilling Heller Gülte auf die genannten Unterpfänder unterschiedslos gefallen sind, soll das angehört werden und weiter geschehen, was Recht ist. Das lässt der Schaffner festhalten und hat Tage für die Beweisführung, wie es Recht ist.

Zwischen Karl Schmied einerseits und Johannes von Treis, andererseits, ein Testament betreffend, nach beiderseitigem Vorbringen und Urteilsanträgen urteilt das Schöffengericht: Will Karl nochmals gemäß und inhaltlich des hier zunächst gesprochenen Nebenurteils rechtlich beweisen, soll das am nächstem Gerichtstag angehört werden. Und ob er das tut oder das nicht tut, es soll weiter so viel geschehen, was Recht ist. Das nimmt Karl an.

Zwischen Karl Schmied, Momber der Else, der Witwe des Claß Schwert, Kläger, und Henne von Appenheim, Beklagter, einen im Verfahren angezeigten Weinanteil betreffend. Nach Klage, Antwort, jeglichem Vorbringen und Urteilsantrag spricht das Schöffengericht Recht: Dass Hen von Appenheim, unangesehen des genannten Auszugs, schuldig ist, Karl Schmidt Zeugenaussage in diesem Verfahren, wie es Recht ist,

Registereinträge

Appenheim, Henne von   –   Guelte (Gülte)   –   Laut, Johannes   –   Schaffner (Tätigkeit)   –   Schmied, Karl (der)   –   Schwert, Clas   –   Schwert, Else   –   Testament   –   Treis, Johannes von   –   Wein (Wein)   –   Witwe   –