Nieder-Ingelheimer Haderbuch 1521-1530 

Bl. 204

27.11.1528  / Freitag nach Katharine

Transkription

Hen vor anndertthalbenn gld etc

erf(olg)t Jtem Peter meh(e)r Erf(olg)t mehrs Ieckeln voŕ
neŭn alb jnrede

kunden zuge Jtem ackerhanns ʃpitalmeiʃter ʃpricht zů
ʃpruͦchen acker- peter ʃtholnn vmb kŭntʃthafft • der warheit
hanns c(ontr)a paul(us) wie das er bey eynem kauffe geweʃt • das
hen erbenn paŭl(us) henn ʃelige philips malern zwen
ecker zukauffe gebenn hab • die dan dem
Spitell hie zŭ Ingelnheim jarliche eyn
ferntzel korns zŭ gŭlt geben So zu dißer
zeit laŭpes henn zu Obern Ingelnheim
zŭ vnderphande inhab Bith jne anzů
halt(en) vt moris etc Teʃt(is) parat(us) ʃtar(e) jŭr(is)

Greth contz Jtem Greth contz peiffers frawͦ gibt ʃthŭlt
peiffers f(rau) hanns vonn ʃtadenn wie das ʃie Ime gelŭen
hans von ʃtaden ein meʃʃig kanth(en) die ʃie acht an xv alb
Bith ine mit recht anzuhaltenn jr die
kant(en) widerŭmb zŭʃtellen oder die xv alb
darfŭr zŭbezalen ʃetzt zŭrecht cu(m) Exʃpens
darŭff der beclagt derclagerin jrer
clagenn nit geʃtendig etc wil die clage-
rin zemlich die warʃein beweyʃenn vnd
hatt clage wie recht •

Heyln ʃchilt von Jtem heyln ʃthilt búrger zu Franckfŭrtt
franckfurtt hat eynn gewalts brieff gegen Rhein her-
Rhein herman man jngelegtt wie nachŭolgt lŭdende
Ich plivlips ʃigwin doctor Bekennen vor mich
vnnd meyn erben das ich meym ʃtieff
ʃone heyln ʃthilt gantz voln gewalt gegeb(e)n

Übertragung

Han auf 1 ½ Gulden.

Peter Mer verklagt Jeckel Mer auf neun Albus und auf Einrede.

Hans Acker, Spitalmeister, fordert von Peter Stahl wahrheitsgemäße Zeugenaussage, dass er bei einem Kauf anwesend gewesen ist, als der mittlerweile verstorbene Henne Pauel Philip Maler zwei Äcker zum Kauf gegeben hat, die dann dem Spital hier zu Ingelheim jährlich ein Viertel Korn als Gülte gegeben haben, was derzeit Hen Lupis zu Ober-Ingelheim als Unterpfand innehat. Er beantragt, ihn anzuhalten, wie es Gewohnheit ist. Der Zeuge ist bereit, Stillschweigen zu wahren, wie es Recht ist.

Grethe, Ehefrau des Contze Pfeifer, gibt Hans von Stade Schuld, dass sie ihm eine Messingkanne geliehen hat, die sie auf 15 Albus Wert schätzt. Sie beantragt, ihn gerichtlich anzuhalten, die Kanne zurückzugeben oder die 15 Albus dafür zu bezahlen. Sie bringt das vor Gericht samt den Auslagen.
Darauf gesteht der Beklagte der Klägerin ihre Klage nicht zu. Er will der Klägerin geziemend die Wahrheit beweisen und hat Klage eingereicht, wie es Recht ist.

Heyl Schilt, Bürger zu Frankfurt, hat eine schriftliche Vollmacht gegen Herman Ryne vorgelegt, die folgendermaßen lautet: Ich, Philipus Sigwin, Doktor, bekenne für mich und meine Erben, dass ich meinem Stiefsohn Heyl Schilt ganze Vollmacht gegeben

Registereinträge

Acker (Feld)   –   Acker, Hans   –   Buerger(in) (Frankfurt)   –   Doktor   –   Frankfurt (Stadt)   –   Frau (Frau)   –   Guelte (Gülte)   –   Han, Henne   –   Ingelheim (Dorf)   –   Kanne (Gefäß)   –   Korn (Getreide)   –   Kundschaft der Wahrheit   –   Lupis, Henne   –   Maler, Philip   –   Mer, Jeckel   –   Mer, Peter   –   Messingkessel   –   Ober-Ingelheim (Dorf)   –   Pauel, Henne   –   Pfeifer, Contze   –   Pfeifer, Grethe   –   Ryne (Rhein), Herman   –   Schilt, Heyl   –   Sigwin, Philipus   –   Spital (Nieder-Ingelheim)   –   Spitalmeister   –   Stade, Hans (von)   –   Stahl, Peter   –   Stiefsohn   –   Stillschweigen   –   Viertel   –   Vollmacht   –