Haderbuch Groß-Winternheim 1490-1502 

Bl. 266

12.08.1501  / Donnerstag nach Laurentius

Transkription

vnd pet(er) finth Hett jne allexand(e)rn gebet(en) das
er ʃolich ferckeln woͤll trag(en) by das viehe nach
dem er allexand(er) vnd pet(er) Kuʃe noch etlich Rint-
fiehe hett(en) / dan(n) er pet(er) finth můʃt eyn fleʃch
ʃuchen hett ʃin metgin v(er)lorn / alʃo hett er
pet(er) finthen den will(e)n getan vmb ʃin(er) bet auch
nachbarʃchafft will(e)n vnd wite(r)s vmb kein Lon
finth hett auch jme kein geben(n) er hett auch
allen vlys angekert als zu ʃynem eyg(en) gůt er
allexand(er) hett auch das ferckeln zům zweyt(en)
mal wid(er) zum viehe getryben vnd bracht hofft
finten vmb ʃin clag nit ʃchuldig zu ʃin / dar zu
pet(er) finth Ließ red(en) dwil allexand(er) nit abredig wer
das er die ʃuwe vffgeloiʃt hett Hofft er ʃoͤll ʃie
jme bezal(e)n vnd acht allexanders jnred vor
lerwoͤrt ʃtalt(en) beyd zurecht / Nach anʃproch
antwort beydert(eil) furbreng(en) vnd Rechtʃetzen S(e)n(tenti)a
das allexander petern vmb ʃin clag nit ʃchul-
dig iʃt

Jtem Emel von weg(en) Sniderhens als kyrchen
Sniderhen meiʃt(er) ʃchuldiget peter groͤʃʃeln wie ʃichs begeben(n)
groͤʃʃel hett vor Sehß jarn vngeuerlich • der zitt wer •
peter groͤʃʃel auch kyrchenmeiʃt(er) geweʃt / vnd
dem wer beuolen der kirchen keller vnd win
zuu(er)ʃorg(en) vmb ʃin lon / nů wer deßmals
win v(er)loren wurd(en) ein ome od(er) mee vn-
geuerlich / wie der v(er)luʃt geʃcheen wer Ließ
er ʃten vor ʃin wert vnd groͤʃʃel hett das
verhelt vnd nit furbracht weder vff der

Übertragung

Und Peter Finthen hat ihn, Alexander, gebeten, dass er das Ferkel tragen wolle mit dem Vieh. Denn Alexander und Peter Kaus hatten auch etliche Rinder und er, Peter Finthen, musste eine Flasche suchen, die sein Mädchen verloren hatte - da hat er Peter Finthen den Willen getan, auf seine Bitte hin und um der Nachbarschaft willen und auch weiter um keinen Lohn, Finthen hätte ihm auch keinen gegeben. Er hätte auch den gleichen Fleiß aufgewandt wie bei seinem eigenen Gut. Er, Alexander, hätte auch das Ferkel zweimal wieder zum Vieh getrieben und gebracht. Und er hofft, Finthen auf seine Klage nichts schuldig zu sein. Darauf ließ Finthen reden: Weil Alexander nicht leugnet, dass er die Sau losgebunden hat, so hofft er, er solle sie ihm bezahlen. Und er halte Alexanders Gegenrede für leere Worte. Das legt er dem Gericht vor. Nach Anklage, Antwort, beiderseitigen Vorbringungen und Rechtsetzungen ergeht das Urteil: Dass Alexander Peter auf seine Klage nichts schuldig ist.

Emel für Henne Schneider als Kirchenmeister beschuldigt Peter Größel: Vor 6 Jahren ungefähr, als Peter Größel auch Kirchenmeister war, da war ihm befohlen, sich um die Keller und die Weine der Kirche zu kümmern. Da ging Wein verloren, ein Ohm oder mehr. Wie es zu dem Verlust gekommen sei, das ließe er außen vor. Und Größel hat das vertuscht und nicht vorgebracht, weder bei der

Registereinträge

Allexander   –   eigen (Eigengut)   –   Einrede   –   Emel (Name)   –   Ferkel   –   Finthen, Peter von   –   Flasche   –   Groeßel, Peter   –   Kaus, Peter   –   Keller (Vorratsraum)   –   Kirche (Ingelheimer Grund)   –   Kirchenmeister   –   Lohn   –   Maedchen (Mädchen)   –   Magd (Mägde)   –   Nachbar   –   Ohm   –   Rechtsetzung   –   Rind (Rinder)   –   Sau (Schwein)   –   Schneider, Henne (Winternheim)   –   Schuld (schuldig)   –   sententia   –   Vieh   –   Vortrag (Vorbringung)   –   Wein (Wein)   –