Haderbuch Groß-Winternheim 1490-1502 

Bl. 265

12.08.1501  / Donnerstag nach Laurentius

Transkription

zuʃchen cleßg(in) beckern cleg(er) eins vnd hen herpeln
antwort(er) andersteyls nach anʃproch antw(or)t
S(e)n(tenti)a beydert(eil) furbreng(en) vnd Rechtʃetzen S(e)n(tenti)a brengt
cleßgin becker by das jme der wing(art) lut
ʃiner clage gegifft ʃij ʃoͤll gehoͤrt werd(en) vnd
vort(er) geʃcheen ʃo vil recht ʃin wirt • Cleʃg(in) beck(er)
fragt qu(ando) S(e)n(tenti)a jn xiiij t(agen) et vltra vt moris
ambo v(er)bott

Zuʃchen oculus hanʃen cleg(er) eins vnd pet(er) fint(en)
antwort(er) andersteyls nach anʃproch antwort
beydert(eil) furbreng(en) vnd rechtʃetzen S(e)n(tenti)a das beyd(er)-
S(e)n(tanti)a teyl v(er)handlung ein nichtickeit jʃt vnd
ʃoll iglich(er) teÿl ʃin erlitt(en) coʃt(en) ʃelbs trag(en)

Zuʃchen cleßgin mullern(n) eins vnd adam
von partenh(eim) andersteyls nach anʃproch
antwort beydert(eil) furbreng(en) vnd Rechtʃetzen(n)
S(e)n(tenti)a S(e)n(tenti)a das adam von partenh(eim) cleßgin vmb
ʃin forderung nit ʃchuldig iʃt / daruff Emel
von weg(en) adams v(er)bott das vrteil vnd beg(er)t
des coʃtens • des iʃt cleßg(in) butig geweʃt /

Zuʃchen Hans flachen von Swartzenberg cleg(er) eins
vnd Rytzen hartman antwort(er) andersteyls nach
anʃproch antwort beydert(eil) furbreng(en) vnd Rechtʃetzen
S(e)n(tenti)a S(e)n(tenti)a brengt hans flach by das die wieʃe zum
halb(en) teyl cleßgin ʃwartzen zuteyl ʃÿ wurd(en) lut
ʃin(er) clag ʃoͤll geHoͤrt werd(en) vnd geʃcheen ʃo vil
recht ʃin wurdt / Adam als momp(ar) Hans flach(en)
fragt qu(ando) S(e)n(tenti)a vt moris ambo v(er)bott

Übertragung

Zwischen Clesgin Becker als Kläger auf der einen und Henne Herpel als Beklagtem auf der anderen Seite. Nach Anklage, Antwort, beiderseitigen Vorbringungen und Rechtsetzungen ergeht das Urteil: Bringt Clesgin Becker den Beweis, dass ihm der Wingert gemäß seiner Klage gegeben worden sei, so solle der gehört werde. Und dann soll weiter geschehen, was Recht sein wird. Clesgin Becker fragt: Wann? Urteil: In 14 Tagen und dann weiter, wie es Gewohnheit ist. Beide festgehalten.

Zwischen Hans Oculus als Kläger auf der einen und Peter Finthen als Beklagtem auf der anderen Seite. Nach Anklage, Antwort, beiderseitigen Vorbringungen und Rechtsetzungen ergeht das Urteil: Dass die Verhandlung zwischen beiden eine Nichtigkeit ist und jeder solle einen gleichen Teil an den Kosten selbst tragen.

Zwischen Clesgin Müller auf der einen und Adam von Partenheim auf der anderen Seite. Nach Anklage, Antwort, beiderseitigen Vorbringungen und Rechtsetzungen ergeht das Urteil: Dass Adam von Partenheim Clesgin auf seine Forderung hin nichts schuldig ist. Darauf lässt Emel das Urteil für Adam festhalten und fordert die Kosten. Clesgin war bereit, die zu zahlen.

Zwischen Hans Flach von Schwarzenberg als Kläger auf der einen und Ritz Hartmann als Beklagtem auf der anderen Seite. Nach Anklage, Antwort, beiderseitigen Vorbringungen und Rechtsetzungen ergeht das Urteil: Bringt Hans Flach den Beweis, dass die Wiese zur Hälfte an Clesgin Schwarz kam, so solle seine Klage gehört werden und es geschehe weiter, was Recht sein wird. Adam als Bevollmächtigter von Hans Flach fragt: Wann? Urteil: Wie es Gewohnheit ist. Beide festgehalten.

Registereinträge

Ansprache   –   Antwort (antworten)   –   Antworter   –   Becker, Clesgin   –   Beweis (beweisen)   –   Emel (Name)   –   Finthen, Peter von   –   Flach von Schwarzenberg, Hans   –   gift (giften)   –   Hartman, Ritz   –   Herpel, Henne   –   Klaeger(in) (Kläger)   –   Kosten   –   Momber (Momberschaft)   –   Muller, Clesgin   –   Oculus, Hans   –   Partenheim, Adam von   –   Rechtsetzung   –   Schuld (Schulden)   –   sententia   –   Swartz, Clesgin   –   Tag (14-Tage-Frist)   –   Urteil   –   ut moris (est)   –   verboten (Verbotung)   –   vorlesen (verlesen)   –   Vortrag (Vorbringung)   –   Wiese (Wiese)   –   Wingert   –