Haderbuch Groß-Winternheim 1490-1502 

Bl. 248v

17.09.1500  / Donnerstag nach exaltatio crucis

Transkription

oder abzuͦLeg(en) ʃchuldig wer darzu Contz behem(er)
bezug ʃich vff kund • S(e)n(tenti)a vt moris ambo v(er)bott

wernh(er)s cles Wernhers cles ʃpricht zuͦ hen fruoffen(n) vnd pet(er) von
hen fruoff bodenheim wie ʃie by eym kawff wern geweʃt
pet(er) von bodenh(eim) als er cleʃg(in) můlnern v(er)kaufft hett huß vnnd
hoiff an der dalport(en) das ʃie jr wiʃʃen nit ʃagt(en)
ʃchedt jme von iglichem xl gld • Daruff haben(n)
ʃie ʃchub vnd tag von hut zu xiiij tag(en) jr kuntʃchafft
zugeben(n)

conrat ʃchere(r) Conrat ʃchere(r) ʃpricht zu wernh(er)s cleʃen er hett jme j gld
wernhers cles abu(er)dient an ʃynem lib zu heyln begert vßrachtung
von jme • Wernhers cles erk(enn)t jme den gld
zuʃch(en) martini zugeben(n)

Stud von weg(en) wentzgis heng(in) ʃpricht zu wernh(er)s cleʃen
wentzgis heng(in) er hett jme ein armbroʃt win geluhen beg(er)t das
wernh(er)s cles er jme die widerʃtellt in maiß er jme geluhen
hett • Daruff erkent er jme die wind wid(er)zuʃtell(e)n
in xiiij tag(en)

kon von waltmuͦßhuʃen beg(er)t von der megd eben die
kon von walt in meynu(n)g wer jme ein kindt zugeben das er mit
můßhuʃen Jr gezielt ʃoͤll haben • das ʃie burgen ʃetzt eins wid(er)recht(en)
Eb die magdt vor den coʃt(en) ob er den an jr erlengt dan(n) er wer jnn
hoffnůng ʃie zu bezug(en) daʃʃie jme vnrecht thett • Emel
ercker von weg(en) Eben Redt ʃie wer an das recht her
gedrung(en) von Con als cleg(er) hofft jme nit ʃchuldig
ʃin ʃoͤll buͤrg(en) zů ʃetzen bedůcht jne aber das er nit haben(n)
an jr wer mocht er ʃie Ledig geben vnd ʃie ʃtund mit
jrem lib zů geg(en) vnd waͤrt der anʃproch / darzu kon
redt wie vor des mee ʃie hett jne beʃwert vor dem
Raith vnd ʃie wer wegfertig ʃtalt(en) zu recht

Übertragung

oder abzulegen. Darauf berief sich Contz Beheimer auf Zeugen. Urteil: Wie es Gewohnheit ist. Beide festgehalten.

Cles Werner klagt Henne Fruhoff und Peter von Bodenheim an: Dass sie bei einem Kauf waren, als er an Clesgin Müller Haus und Hof an der Talpforte verkauft habe. Dass sie ihr Wissen nicht sagen, das schade ihm von jedem von ihnen 40 Gulden. Darauf erhalten sie Aufschub und ihren Termin in 14 Tagen, um ihre Zeugenaussage zu machen.

Conrad Scherer klagt Cles Wernher an: Er hätte ihm 1 Gulden abverdient, indem er ihn an seinem Leib geheilt hat. Er fordert die Erstattung. Cles Werner erkennt an, ihm den Gulden bis Martini zu geben.

Stude für Hengin Wentzgis klagt Cles Wernher an: Er hätte ihm eine Armbrust-Winde geliehen. Er fordert, dass er sie ihm wieder zu stellt in dem Zustand, in dem er sie ihm geliehen hat. Darauf erkennt er an, ihm die Winde binnen 14 Tagen wieder zurückzugeben.

Kon von Waldmannshausen fordert von der Magd Eve, die der Meinung sei, ihm ein Kind zu übergeben, welches er mit ihr gezeugt haben soll, dass sie Bürgen für die Kosten setzt, wenn er gegen sie vor Gericht siegt. Denn er sei der Hoffnung ihr zu beweisen, dass sie ihm unrecht täte. Emel Ercker für Eve sagt: Sie wurde in Gewahrsam genommen durch Kon als Kläger und sie hofft, dass sie nicht schuldig sein soll, ihm Bürgen zu setzen. Scheine ihm aber, dass er nichts habe gegen sie, dann könne er sie frei geben. Und sie stehe mit ihrem Leib hier und hält den Anspruch aufrecht. Dazu redet Konrad wie zuvor und weiter: Sie hätte ihn belastet vor dem Rat. Und sie sei reisebereit. Das legt er dem Gericht vor.

Registereinträge

Armbrustwinde   –   Beheimer, Contz   –   Bodenheimer, Peter   –   Buerge (Bürge, Bürgschaft)   –   Ercker, Emel   –   Eva   –   Fruhoff, Henne   –   Haus (Haus)   –   Heilung (heilen)   –   Hof (Hof)   –   Kinder   –   Klaeger(in) (Kläger)   –   Kosten   –   Kunde (Zeuge)   –   Leib   –   Magd   –   Martinstag (Martini)   –   Muller, Clesgin   –   Rat (Winternheim)   –   Scherer, Konrad   –   Schub   –   sententia   –   Stude, N.N.   –   Tag (14-Tage-Frist)   –   Talpforte   –   ut moris (est)   –   Vaterschaftsklage   –   Waldmannshausen, Kon (von)   –   Wentzgis, Hengin (Henne)   –   Werner, Clese   –   zeugen   –