Haderbuch Groß-Winternheim 1490-1502 

Bl. 200

28.02.1499  / Donnerstag nach Reminiscere

Transkription

es wer auch die hauptʃach nichts abgevrteylt
jn getruwen nach bemelter kund ʃage vnnd
Jngelegten regiʃtern / cleʃgin buʃʃer ʃoͤll Symo(n)
Lut ʃin(er) furderung vßricht(en) / Emel ercker von(n)
wegen cleʃgin buʃʃers redt es wer dem Richt(er)
wol wiʃʃen wie cleʃgin ein vrteyl gewiʃen
wer auch dem nachzukomen(n) butig geweʃt das
hett der widerteyl die zitt nit angenomen(n) vnd
ʃich vff kuntʃchafft v(er)meʃʃen(n) / die hett cleʃgin
naher gelaiʃʃen vnvbergeben ʃins recht(en) nach
gewyʃtem vrteyl / nů hett der widerteyl ʃÿtt der
zitt kundtʃchafft gefuͤrt wie er die erlangt hett
ʃin p(ar)thÿ cleʃgin buʃʃe(r) kein wiʃʃen(n) / auch hett der
zuͤge in ʃiner ʃage nit beʃtempt das cleʃgin buʃʃe(r)
Symon etwas ʃchuldig wer ʃond(er) v(er)melt Symon(n)
hab cleʃgin gelt geheyʃch(e)n / jnn hoffenu(n)g das Symo(n)
nit ʃoͤll bybracht haben(n) vnd cleʃg(in) ʃoͤll by ʃynem recht(en)
nach gewiʃtem vrteyl bliben(n) / Symon ließ red(en)
er nem an das von cleʃgin buʃʃers weg(en) geredt
wurd das er die kůnd hett zůgelaiʃʃen(n) / dan(n) domit
wer er gangen(n) wider jnn die hauptʃach deshalb
ʃo<e>ll cleʃgin buʃʃern(n) der eydt zuthůn nit geʃtatet
werd(en) vnd hett Symon(n) den gezug(en) jnn anfang
des handels gewuʃt zu belang(en) erhett ʃich nit geʃumpt
vnd der bemelt gezug wer darnach erʃt gein
dromerßheim kome(n) doʃelbʃt vnd hie zu winternh(eim)
er jne mitrecht jme kuntʃchafft zugeben(n) erlangt
hett vnd ob ʃich Symon(n) der kůnd halb(en) geʃumpt
hett hoͤfft er nit wit(er) dan(n) vor den gerichts coʃten(n)
vnd der eydt ʃoͤll jme buʃʃern(n) nit geʃtaͤtt werd(en) wie vor
Cleʃg(in) bůʃʃer ließ red(en) wie vor des mee er hett

Übertragung

Es sei auch die Hauptsache noch nicht abgeurteilt worden. Er vertraue darauf, dass nach genannter Zeugenaussage und den vorgelegten Registern Clesgin Buser Simon gemäß seiner Forderung bezahlen soll. Emel Ercker für Clesgin Buser sagt: Es sei dem Richter wohl bekannt, dass Clesgin ein Urteil gewiesen wurde. Er war auch bereit dem nachzukommen. Das hat die Gegenseite damals nicht angenommen und sich auf Zeugen berufen. Die hat Clesgin zugelassen ohne seine Rechte nach dem gewiesenen Urteil zu übergehen. Nun hat die Gegenseite seitdem die Zeugenaussagen geführt. Wie er die erlangt habe, davon habe seine Partei, Clesgin Buser, kein Wissen. Auch hat der Zeuge in seiner Aussage nicht gesagt, dass Clesgin Buser Simon etwas schuldig sei, sondern der genannte Simon habe von Clesgin Geld gefordert. Er ist der Hoffnung, dass Simon den Beweis nicht erbracht habe und Clesgin solle bei seinen Rechten gemäß dem gewiesenen Urteil bleiben. Simon ließ reden: Er nehme an, dass für Clesgin Buser geredet wurde, dass er die Zeugenaussage zugelassen hat. Denn damit sei er gegen ihn in der Hauptsache in den Rechtsaustrag gegangen; daher solle Clesgin Buser nicht gestattet werden den Eid zu leisten. Und hätte Simon den Zeugen am Anfang des Streites zu belangen gewusst, er hätte das nicht versäumt. Und der genannte Zeuge war danach erst nach Dromersheim gekommen und er hat ihn hier nach Winternheim vor Gericht als Zeuge fordern können. Und wenn Simon wegen des Zeugens säumig war, so hofft er, das sei nicht mehr als die Gerichtskosten. Und der Eid solle ihm, Buser nicht gestattet werden, wie zuvor gesagt. Clesgin Buser ließ reden wie zuvor und weiter: Er habe

Registereinträge

Beweis (beweisen)   –   Buser, Clesgin   –   Dromersheim (Ort)   –   Dromersheim, Simon von   –   Eidesleistung   –   Ercker, Emel   –   Gerichtskosten   –   Kunde (Kundschaft, Kundsage)   –   Register   –   Richter (richterlich)   –   Urteil   –   Widerteil (Gegenpartei)   –