Haderbuch Groß-Winternheim 1490-1502 

Bl. 180v

10.05.1498  / Donnerstag nach Jubilate

Transkription

furbrengen vnd rechtʃetzen(n) S(e)n(tent)ia das ʃolich Jnʃtrůment
nit macht hat Daruff Stůd von weg(en) peter hinʃels v(er)bott
das vrteyl vnd fragt mitrecht nach dem coʃten S(e)n(tent)ia ja v(er)bot
fragt qu(ando) S(e)n(tent)ia Hodie v(er)bott er auch

megelʃhen Zuʃchen megelshen cleger eins und Contz behemern(n)
S(e)n(tent)ia antworter andernteyls nach anʃprach antwort verhoͤ-
zuʃch(en) rung des gerichtsbuchs beyderteyl rechtʃetzen(n) S(e)n(tent)ia das contz
contz behe- behemer megelshen vmb ʃin getan clage nit ʃchuldig iʃt
mern Emel von wegen contz behemers verbott das vrteyl / fragt
ob er nit der clage von megelshen entbrochen wer S(e)n(tent)ia
Ja v(er)bott er vnd fragt nach dem coʃten S(e)n(tent)ia ja v(er)bott er vnd
fragt qu(ando) S(e)n(tent)ia hodie / v(er)bott er auch

contze(n) von Zuʃchen Contzen von hoͤeʃt als momp(ar) friderich frÿhen
hoeʃt von dhern cleger eins vnd kon von waltmůshuʃen ant-
S(e)n)tanti)a worter andernteyls nach anʃproch antwort beyderteyl
zuʃch(en) furbrengen vnd rechtʃetzen bedunckt contzen von hoeʃt
kon walt als momp(ar) des frihen von dern das er vff der muln lut
mußhuʃe(n) ʃin(er) clage korn gult hab S(e)n(tent)ia das er derʃelb(en) gult nach
mag komen(n) wie recht iʃt / Das vrteyl v(er)bott kon / vnd
fragt nach dem coʃten des iʃt contz von Hoeʃt butig geweʃt

vlmer Jtem hen vlmer ließ oͤffen die antwort cleʃgin becker vff
cleʃg(in) beck(er) ʃin clage getan redt daruff er hett cleʃgin beckern(n) geheyʃch(en)
ein richtlich antwort woͤll getruen cleʃg(in) hett jme noch
zur zitt vff ʃin clage nit geantwort / Stud von wegen
cleʃgin beckers redt er hoͤfft hett jme woͤl geantwort
ʃtalten beyd zurecht nach beydert(eil) furbrengen vnnd
rechtʃetzen S(e)n(tent)ia das cleʃgin becker hen vlmern(n) geant-
wort hait Stud von weg(en) cleʃgin beckers fragt nach dem
coʃt(en) S(e)n(tent)ia ja v(er)bott fragt qu(ando) S(e)n(tent)ia Hodie v(er)bott er auch
Daruff Emel v(er)dingt ʃich als recht iʃt hen vlmern ʃin
wort zutůn vnd redt als cleʃg(in) becker mit jme hen vl-
mern die rede lut ʃin(er) clage gehabt hett wer nyemants
mee doby geweʃt dan(n) er hett cleʃg(in) ʃin ʃlechten wort(en)
geglaubt aber ʃo erß jme nit geʃten woͤlt behilt dan(n) cleʃg(in)
wie recht wer das er die rede zu jme Lut der clage nit
getan hett Ließ er geʃcheen was recht wer wo aber cleʃg(in)

Übertragung

Vorbringungen und Rechtsetzungen ergeht das Urteil: Dass das Schriftstück keine Gültigkeit habe. Darauf lässt Stude das Urteil für Peter Hinsel festhalten und fragt das Gericht nach den Kosten. Urteil: Ja. Das lässt er festhalten. Er fragt: Wann? Urteil: Heute. Das lässt er auch festhalten.

Zwischen Henne Megel als Kläger auf der einen und Contz Beheimer als Beklagtem auf der anderen Seite. Nach Anklage, Antwort, Hören des Gerichtsbuchs und beiderseitigen Rechtsetzungen ergeht das Urteil: Dass Contz Beheimer Henne Megel auf seine Klage nichts schuldig ist. Emel lässt für Contz Beheimer das Urteil festhalten. Er fragt, ob er nicht von der Klage von Henne Megel freigesprochen sei. Urteil: Ja. Das lässt er festhalten und fragt nach den Kosten. Urteil: Ja. Das lässt er festhalten und fragt: Wann? Urteil: Heute. Das lässt er auch festhalten.

Zwischen Contz von Hoechst als Bevollmächtigten von Friedrich Frei von Dhern als Kläger auf der einen und Konrad von Waldmannshausen als Beklagtem auf der anderen Seite. Nach Anklage, Antwort, beiderseitigen Vorbringungen und Rechtsetzungen, da Contz von Hoechst als Bevollmächtigter des Frei von Dehrn scheint, dass er auf der Mühle eine Korngülte hat. Hier ergeht das Urteil: Dass er die Gülte fordern kann, wie es rechtmäßig ist. Das Urteil lässt Konrad festhalten. Und er fragt nach den Kosten. Dazu war Contz von Hoechst bereit.

Henne Ulmer ließ die Antwort öffnen, die Clesgin Becker auf seine Klage hin gemacht hat und sagt darauf: Er hätte von Clesgin Becker eine Antwort vor Gericht gefordert. Er vertraue darauf, Clesgin habe ihm zurzeit noch nicht geantwortet. Stude für Clesgin Becker sagt: Er hoffe, er hätte ihm wohl geantwortet. Das legen sie beide dem Gericht vor. Nach beiderseitigen Vorbringungen und Rechtsetzungen ergeht das Urteil: Dass Clesgin Becker Henne Ulmer geantwortet hat. Stude für Clesgin Becker fragt nach den Kosten. Urteil: Ja. Festgehalten. Gefragt: Wann? Urteil: Heute. Das hat er auch festgehalten. Darauf hat sich Emel verpflichtet, für Henne Ulmer vor Gericht zu reden und sagt: Als Clesgin Becker mit ihm, Henne Ulmer, die Rede wegen seiner Klage hatte, da war niemand sonst dabei. Er habe den schlechten Worten von Clesgin geglaubt. Aber wenn er es ihm nicht gestehen wolle, leiste dann Clesgin einen Eid vor Gericht, dass er die Rede gemäß der Klage nicht geführt habe, dann ließe er geschehen, was Recht sei. Wenn aber Clesgin

Registereinträge

Ansprache   –   Antwort (antworten)   –   Antworter   –   Becker, Clesgin   –   Beheimer, Contz   –   Emel (Name)   –   Frei von Dern, Friedrich   –   Gerichtsbuch   –   Guelte (Gülte)   –   Hinsel, Peter   –   Hoechst, Contze von   –   Instrument (Urkunde)   –   Klaeger(in) (Kläger)   –   Klagebruch   –   Korngülte   –   Kosten   –   Megel, Henne   –   Momber (Momberschaft)   –   Muehle (Mühle)   –   Oeffnungsvorgänge (bei Gericht)   –   Rechtsetzung   –   schlechte Worte   –   sententia   –   Stude, N.N.   –   Ulmer, Henne   –   Urteil   –   verboten (Verbotung)   –   vorlesen (verlesen)   –   Vortrag (Vorbringung)   –   Waldmannshausen, Kon   –