Haderbuch Groß-Winternheim 1490-1502 

Bl. 166v

08.02.1498  / Donnerstag nach Dorothe

Transkription

diel jerlich xij ß hlr fall(e)n gehabt die jme auch von
den ʃolich gut(er) vnd(er)hand(en) gehabt gereycht wern
alʃo hett Johannes diel ʃolich gut wider zu ʃin hand(en)
bracht vnd ʃtůnd jme von den dryen Jarn vor gemelt
v(er)ʃeʃß vʃz alle Jar xij ß das megelshen ʃolichen v(er)-
ʃeß nit vßrecht ʃchedt jme zehen gld darvff
megelshen hait ʃchub vnd tag von hut zu xiiij
tagen zu antwort(en) ambo verbott

megelshen Jtem Stud von weg(en) megelshen ließ oͤffen(n) jm gerichts-
contz behem(er) buch wie er ʃich in die gutter ʃontags fyhen geclagt hett
hoͤfft er ʃoͤll gein contz behemern bybracht hab(e)n Daruff
Emel von weg(en) contz behemers redt es moͤcht die
kůnd ʃin parthy nit Jrren dan(n) er geb zu das megels
hen moͤcht vff gutt(er) geclagt hab(e)n die ʃontags fyen
geweʃt wern aber das er darvmb woͤll jn zieg(en)
ein wieʃe darzu Sontags fyhe oder jr erben gerechti-
keyt(en) gehabt hett(en) geʃtund contz behemer nit dan(n)
er contz behemer hett die wieʃe jngehabt x jar oder
lenger zuuor eynche clage vff Sontags fihen gutt(er)
beʃcheen wer / die ʃelb wieʃen wer auch ee vnd
zuuor vor ein gult vom fryhen von dhern oder ʃy(ne)m
momper vffgeholt auch hett der frÿ von dhern
jme contzen die wieʃe vnder verluhen vor ein zins
od(er) gult auch hett megelshen wol gewůʃt das
contz behem(er) ʃolich wieʃe als er daruff geclagt jnge-
habt hett vnd jme nye kein clag verkundt zu dem
dan(n) billich wer das man(n) dem jhen / der die gutt(er)
jnhett clag(en) v(er)kund(en) ʃoͤll / hett dan(n) contz behem(er) die
clage nit v(er)ʃtand(en) můt er darvmb gelitt(en) han(n)
was recht wer hoͤfft jme vmb ʃin getan furderung
nit ʃchuldig zu ʃyn / Stuͤd von weg(en) megelshen(n)
redt er hoͤrt wol vff was grunds contz behemer ging
nů begert er von contz behemern(n) zu oͤffen ob die wieʃe
ʃontags fihen geweʃt wer oder nit vnd ob erß nit geʃtund
ʃo woͤlt er jne bewyʃen das die wieʃe von Sontags

Übertragung

Diel jährlich 12 Schilling Heller Gefälle hatte, die ihm auch von bisher von jenen gereicht wurden, die solche Güter innehatten. Johannes Diel hat das Gut wieder an sich gebracht und es stehen ihm von den drei Jahren noch jedes Jahr 12 Schilling an ausstehendem Geld zu. Dass Henne Megel diese Ausstände nicht erstattet, das schade ihm 10 Gulden dazu. Henne Megel erhält Aufschub und seinen Termin in 14 Tagen, um darauf zu antworten. Beide festgehalten.

Stude hat sich verpflichtet, für Henne Megel vor Gericht zu reden. Und er ließ im Gerichtsbuch öffnen, wie er sich in die Güter von Fihe Sontag eingeklagt hatte. Er hofft, er solle damit den Beweis gegenüber Contz Beheimer beigebracht haben. Darauf redet Emel für Contz Beheimer und sagt: Es könne dieser Beweis seine Partei nicht irremachen. Er gebe zu, dass Henne Megel auf die Güter geklagt haben könne, die Fye Sonntag waren. Aber dass er darunter eine Wiese ziehen wolle, an der Fihe Sontag oder ihre Erben Rechte hatten, das gestehe Contz Beheimer nicht. Denn er, Contz Beheimer, hätte die Wiese 10 Jahre oder länger innegehabt, bevor eine Klage auf die Güter von Fihe Sontag geschehen sei. Die genannte Wiese sei auch zuvor für eine Gülte von dem Frei von Dehrn oder seinem Bevollmächtigten eingezogen worden. Auch habe der Frei von Dehrn ihm, Contz, die Wiese unterverpachtet für einen Zins oder eine Gülte. Auch habe Henne Megel wohl gewusst, dass Contz Beheimer die Wiese innehabe, als er auf sie geklagt habe. Und er habe ihm nie eine Klage verkündigt. Zudem sei es billig, dass man demjenigen, der die Güter innehabe, die Klage verkündigen soll. Hätte aber Contz Beheimer die Klage nicht verstanden, so müsse er deswegen das erleiden, was Recht sei. Er hofft, ihm deswegen auf seine geäußerte Forderung nichts schuldig zu sein. Stude für Henne Megel sagt: Er höre wohl, auf welchen Grund Contz Beheimer gehe. Nun fordert er von Contz Beheimer, ihm zu eröffnen, ob die Wiese Fihe Sontag gewesen sei oder nicht. Und wenn er es nicht gestehe, so wolle er beweisen, dass die Wiese von Fihe Sontag

Registereinträge

Antwort (antworten)   –   Aufholung (aufholen)   –   Beheimer, Contz   –   Beweis (beweisen)   –   Diel, Johannes (Johan)   –   Emel (Name)   –   Erben   –   Frei von Dern   –   Guelte (Gülte)   –   Gulden (fl)   –   Hand (Hände)   –   Heller (hlr)   –   Jahr (jährlich)   –   Kunde (Kundschaft, Kundsage)   –   Megel, Henne   –   Momber (Momberschaft)   –   Oeffnungsvorgänge (bei Gericht)   –   Partei   –   Schaden   –   Schilling (ß)   –   Schub   –   Sontag, Fihe   –   Stude, N.N.   –   Tag (14-Tage-Frist)   –   verboten (Verbotung)   –   Wiese (Wiese)   –   Zins (Zins)   –