Haderbuch Groß-Winternheim 1490-1502 

Bl. 151v

15.06.1497  / Donnerstag Viti et Modesti

Transkription

Jtem Emel ercker v(er) dingt ʃich als recht iʃt michel ʃnidern ʃin
michel ʃnid(er) wort zutůn vnd ließ oͤffen allen handel zuʃchen jme vnd
hen hoʃe hen hoͤʃen bis vff diʃen tag v(er)handelt / redt ʃin p(ar)thy wer
gang(en) vff den grundt das jme hen hoʃe teyl geb von
dem wing(art) den nit als nit als teyl wingart recht wer gehalt(en) hett
er gehofft er ʃoͤll zum wingart gelaiʃʃen werd(en) / alʃo wer
jme jntrag geʃcheen(n) er ʃoͤll nit zu ʃin hand(en) ʃten alʃo hett
ʃich michel v(er)meʃʃen der wingart(en) ʃoͤll ʃins furfarn ge-
weʃt ʃin der hett jne kaufft nű Hett er darvber kunt-
ʃchafft gefuͤrt die do von lut jre(r) ʃage kein wiʃʃen gehabt
hett(en) darůmb er an dem teyl nit wyter teding(en) woͤll
vnd erbůet dem widert(eil) ʃin erlitt(en) coʃt(en) wider zugeben
vnd hoͤfft noch hut des tags ʃo hoʃe nit abredig wer das
er ʃin(er) p(ar)thy teyl vom wing(arten) geben auch nit abredig
das er den wing(art) nit als teyl wing(art) recht wer gehalt(en)
hett / er ʃoͤll zur vffholuͤng gewyʃt werd(en) ʃtaltz zurecht
Stuͤd v(er)dingt ʃich als recht iʃt hen hoʃen ʃin wort zutun
vnd redt michel ʃnider wendt fur ein neůwe vffholung
dar gegen behilt jme hen hoʃe fur zu ʃin(er) zitt jm recht(en)
zu red(en) / aber vber den voͤrigen handel deshalb michel
kůnd gefurt hett begert er vrteyls ob michel bybracht
Ad ʃocios hett od(er) nit Emel ließ wie vor ʃtalten beydteyl zu
f(a)c(tu)m recht

Jtem Stud v(er)dingt ʃich als recht iʃt adam wolffen ʃin
Adam wolff wort zutun vnd ʃchuldigett cleʃg(in) geyßpeßheymern(n)
cleʃg(in) geyßpeß- er wer jme ʃchuldig ix malter korns v(er)ʃeʃʃener pacht
heym(er) von der muͤln zu Swabenh(eim) das erß jme nit geb
ʃchedt jme noch ix malt(er) dar zu / Daruff cleʃg(in)
geyßpeßheymer redt er hett es dem alt(en) adam wolffs
hofman(n) zu winthuʃen an mel geben vnd geʃtund
adam wolff(en) nuʃt lut ʃin(er) clage Stud von weg(en)
adam wolffs verbott das cleʃg(in) nit abredig wer
der ix malt(er) korns vnd als er ʃagt das er ʃie dem alten
hofman(n) zu winthuʃen geben hett adam wolff kein

Übertragung

Emel Ercker verpflichtet sich, für Michel Schneider vor Gericht zu reden. Und er ließ die Streitsache, die zwischen ihm und Henne Hose bis heute verhandelt wurde öffnen. Und er sagt: Seine Partei sei auf den Grund und Boden gegangen, damit ihm Henne Hose den Anteil gebe von dem Wingert, den jener nicht so bearbeitet, wie es Teilrecht ist. Er hofft, er solle zum Wingert gelassen werden. Da sei ihm ein Widerspruch geschehen, er solle nicht in seinen Händen stehen. Darauf hat sich Michel vermessen, der Wingert solle seinem Vorfahren gewesen sein. Der hätte ihn gekauft. Nun hatte er deswegen Zeugenaussagen beigebracht mit Leuten, die gemäß ihren Aussagen kein Wissen davon hatten. Deswegen wolle er wegen der Teilpacht nicht weiter verhandeln. Und er bietet an, der Gegenseite die erlittenen Kosten zurückzugeben. Und er hofft, das geschehe noch heute, wenn Hose das nicht leugne, dass er seiner Partei die Teilpacht vom Wingert nicht leugne und dass er den Wingert nicht so gehalten habe, wie es Teilpachtrecht sei. Und er solle deshalb zur Einziehung zugelassen werden. Das legt er dem Gericht vor. Stude hat sich verpflichtet, für Henne Hose vor Gericht zu reden und sagt: Michel Schneider führt eine neue Einziehung des Wingerts an. Da behält sich Henne Hose vor, in der Sache zur angemessenen Zeit vor Gericht zu reden. Aber wegen dem vorherigen Handel, weswegen Michel Zeugen vorgebracht hat, deswegen fordert er das Urteil, ob Michel den Beweis erbracht habe oder nicht. Emel ließ es bei dem zuvor Gesagten. Das legen beide dem Gericht vor. An das Vollgericht.

Stude hat sich verpflichtet, für Adam Wolff vor Gericht zu reden. Und er beschuldigt Clesgin Geißpisheimer: Er sei ihm 9 Malter Korn an verfallener Pacht schuldig von einer Mühle zu Schwabenheim. Dass er ihm die nicht gebe, das schade ihm noch 9 Malter dazu. Darauf sagt Clesgin Geißpisheimer: Er hätte es dem alten Adam, Wolffs Hofmann zu Windhausen mit Mehl gegeben. Und er gestehe Adam Wolff nichts gemäß seiner Klage. Stude lässt für Adam Wolff festhalten, dass Clesgin die 9 Malter Korn nicht leugne. Und wenn er sagt, dass er sie dem alten Hofmann zu Windhausen gegen habe, davon habe Adam Wolff kein

Registereinträge

Aufholung (aufholen)   –   Beweis (beweisen)   –   Ercker, Emel   –   Geißpisheimer, Clesgin   –   Gericht (Winternheim)   –   Hand (Hände)   –   Hofmann (Tätigkeit)   –   Hose, Henne (Hengin)   –   Korn (Korn)   –   Kosten   –   Kunde (Kundschaft, Kundsage)   –   Malter   –   Mehl   –   Muehle (Schwabenheim)   –   Oeffnungsvorgänge (bei Gericht)   –   Partei   –   Schneider, Michel   –   Schuld (Schulden)   –   Schwabenheim (Dorf)   –   socios (Vollgericht)   –   Stude, N.N.   –   teidingen   –   Teilwingertsrecht   –   Urteil   –   verboten (Verbotung)   –   Vorfahren   –   Widerteil (Gegenpartei)   –   Windhausen   –   Wingert   –   Wolff, Adam   –