Haderbuch Groß-Winternheim 1490-1502 

Bl. 145v

09.03.1497  / Donnerstag nach Letare

Transkription

vmb die ʃelb(e)n iiɉ gld wie von beyden p(ar)thyen(n) vor
den dryen zu recht beʃloʃʃen(n) vnd philipʃen von ockenh(eim)
wer vff diʃen tag v(er)kuͤnth ʃolich vrt(eil) zu entphaen
domit woͤll er getruen ʃo doch geʃtand(en) wurd
von philips von ockenh(eim) jerlich funff gld gelts
die vßgeracht wern wurd(en) des er getrűe der widert(eil)
ʃoͤll des nit abredig ʃin von der winterbechern(n) weg(en)
lut des brieffs das die ʃelb(e)n wer(e)n vßgeracht wurd(en)
xxx Jar oder lenger als lang lentlich(er) beʃeʃß vnd ge-
wonheit wer / woͤll er getruen(n) ʃo ferre die ʃelb gult
nit vort(er) vßgeracht wuͤrd vnd auch kein jnred ge-
ʃchee von der von Swalbach weg(en) eʃ ʃoͤll jn recht
erkent werd(en) das philips von ockenheim billich zu
der vffholung kom(m)e vnd ʃoͤll lut der v(er)ʃchribung vnd
brieffs darzu gelaiʃʃen werd(en) ʃtaltz zu recht
Daruff Stuͤd von wegen(n) gerhart knebels redt es Ließ philips
von ockenheym vnder anderm meld(en) gerhart knebel hett jme
kein jntrag zutun als woͤlt er gerhart knebeln v(er)wern das er
ein machtsbrieff von der von Swalbach weg(en) anzeyg(en) ʃoͤll
dar zu ʃaͤgt gerhart es wer jme oͤn noit dan(n) ʃo man(n) an-
ʃehe den jngelegt brieff / berurt er gerhart knebels guͤter die
er jnn beʃeʃß hett darumb beʃchoͤtt er billich ʃin gůt mit jn-
redde das er philipsʃen von ockenh(eim) des zutun mechtig nit ge-
ʃtűnd domit gerhart knebel ʃin guͤt behalt(en) woͤll auch den
punct(en) v(er)antw(or)t hab(e)n / Auch ließ philips von ockenh(eim) red(en)
er hett den brieff mit recht erlangt des geʃtund jme gerhart
nit ob er ab(er) das bewyʃen woͤll das er Jne mitrecht erlangt
hett begertz gerhart knebel zuhoͤrn / dan(n) ʃoͤll er den brieff mit
recht erlangt hab(e)n ʃo muͤʃt er gerhart knebeln(n) jnß recht
verfaʃzt haben(n) oder die von Swalbach vnd mit jne getedingt
vnd alßdan(n) den brieff mit ʃcheffen vrteyl anbehalt(en) haben(n)
des gerhart nit geʃtűnd auch kein wiʃʃen(n) do von hett

Übertragung

wegen diesen 2 ½ Gulden sind beide Partei vor dem Dreier im Rechtsaustrag. Und Philipp von Ockenheim wäre verkündet worden, heute das Urteil zu empfangen. Darauf vertraue er. Da doch 5 Gulden Geld Philipp von Ockenheim gestanden und erstattet wurden. Da vertraue er darauf, die Gegenseite solle das nicht leugnen, das käme von der Winterbecherin her, gemäß der Urkunde, dass die selben erstattet wurden 30 Jahre oder länger, wie es langer Landesbesitz und Gewohnheit sei. Er vertraue darauf – sofern dieselbe Gülte nicht weitergezahlt würde und auch kein Einspruch geschehe von Seiten derer von Schwalbach – es solle als Recht erkannt werden, dass Philipp von Ockenheim billiger Weise die Einziehung mache und er soll gemäß der Verschreibung und der Urkunde dazu zugelassen werden. Das legt er dem Gericht vor.

Darauf sagt Stude für Gerhard Knebel: Philipp von Ockenheim ließ unter anderem vermelden, Gerhard Knebel habe ihm keinen Einspruch zu machen. So wolle er Gerhard Knebel abwehren, dass er eine Vollmacht von denen von Schwalbach anzeigen sollen. Dazu sagt Gerhard: Das wäre für ihn nicht notwendig, wenn man die vorgelegte Urkunde ansieht, denn sie berührt die Güter, die Gerhard Knebel im Besitz hat. Darum beschützt er billiger Weise sein Gut mit einem Einspruch, dass er Philipp von Ockenheim das nicht zugestehe die Macht zu haben, dass er etwas von Gerhard Knebels Gut einbehalte. Er wolle auch die anderen Punkte damit verantwortet haben. Auch ließ Philipp von Ockenheim reden, er hätte die Urkunde rechtmäßig erlangt. Das gestehe ihm Gerhard nicht. Wenn er das aber beweisen wolle, dass er sie rechtmäßig erlangt hat, dann fordere Gerhard Knebel das zu hören. Denn solle er die Urkunde vor Gericht erlangt haben, so müsste er Gerhard Knebel vor Gericht gebracht haben oder die von Schwalbach und mit ihnen verhandelt und dann eine Urkunde mit dem Schöffenurteil erhalten haben. Das gestehe ihm Gerhard nicht und er habe auch kein Wissen davon.

Registereinträge

Aufholung (aufholen)   –   Beweis (beweisen)   –   Brief (brieflich)   –   Einrede   –   Geld (Geld)   –   Gewohnheit (und Recht)   –   Guelte (Gülte)   –   Gulden (fl)   –   Jahr (jährlich)   –   Knebel, Gerhart   –   Landesgewohnheit   –   Machtbrief   –   Ockenheim, Philip von   –   Partei   –   Schoeffen (Gerichtsschöffen)   –   Schwalbach, die von   –   Stude, N.N.   –   teidingen   –   Urteil   –   Verschreibung   –   Widerteil (Gegenpartei)   –   Winterbecherin   –