Haderbuch Groß-Winternheim 1490-1502 

Bl. 137v

09.02.1497  / Donnerstag nach Esto Mihi

Transkription

kuͤntʃchafft v̋ß eygen(er) wiʃʃenheit geb oder vff Hor(e)n ʃag(en)
ʃagt er wuʃt es daʃʃie ʃich gezengt hett(en)

Jtem vff den wird(en) artickel der fragʃtuck / ob er nit
zu gegen geweʃt wer vnd ʃich zu fyhenhen gefugt
do ʃie eyn ander gezangkt hab(e)n vnd ʃins gehoͤrts von
jme eroffent oder erJnnert wer wurd(en) / ʃagt er
heb ʃich nit zum widert(eil) fihenhen gefugt

Jtem vff den funff(en) artickel der fragʃtuck der alʃo
lut ob er nit wuʃt das ʃit dem zangk ein vn-
gebot(en) ding geweʃt wer do man(n) ey(n) iglich(en) hab
vff ʃyn eyds pflicht gefragt vberbracht zu ruͤgen es
wer mit wort(en) oder mit werck(en) / ʃagt er es
wer darnach vngebot(en) ding geweʃt er wurd
nuͤʃt ermanet

Jtem vff den Sehʃt(en) artickel der fragʃtuck alʃo luten(d)
ob er auch hab hen belling(en) den widert(eil) geruget
zum vngebot(en) ding vmb eynch ʃmelich wort
die er fihenhen getan hab / ʃagt er hab hen belling(en)
nit geruͤget

Jtem vff den Siebend(en) vnd letʃt(en) artickel der fragʃtuck
alʃo luten(d) ob er jnn Bann(e) oder jn des keyʃers acht
ʃij ʃagt er wuʃt nit anders dan(n) das er nit jnn
Bann(e) oder jnß keyʃers acht wer /

Vort(er) vff den artickel ʃo vff jne gezog(en) was jn
der ʃchuldigung(e) od(er) cl(age) v(er)melt ʃagt er heb nit gehoͤrt
das fihenhen von hen belling(en) ein buʃwicht geʃchult(en)
wer ʃond(er) er heb von fihenhen gehoͤrt das er geʃagt
hab zu hen Belling(en) er Lug als ein buʃwicht
das wer do von ʃin wiʃʃen vnd nit mee

Jtem peter ʃchere(r) ʃagt vff den erʃt(en) artickel der fragʃtuck
er wuʃt nuʃt do von

Jtem vff den zweyt(en) artickel der fragʃtuck ʃagt er

Übertragung

Zeugenaussage aus eigenem Wissen mache oder auf Hörensagen, da sagt er, er wüsste, dass sie sich gezankt hätten.

Auf den vierten Artikel der Fragenliste, ob er nicht anwesend war und sich zu Henne Fye begeben habe, als sie miteinander zanken und ob das Gehörte ihm eröffnet oder er daran erinnert wurde, da sagt er, er habe sich nicht zur Gegenseite, zu Henne Fye, begeben.

Auf den fünften Artikel der Fragenliste, der so lautet, ob er nicht wüsste, dass seit dem Zank ein ungebotenes Ding war, auf dem man einen jeden unter Eidespflicht befragt und verpflichtet, Übertretungen zu rügen, seien es welche mit Worten oder Werken, da sagt er, es sei danach kein ungebotenes Ding gewesen, er sei nicht ermahnt worden.

Auf den sechsten Artikel der Fragenliste, der so lautet, ob er auch Henne Belling, die Gegenpartei, gerügt habe am ungebotenen Ding wegen einigen Schmähworten, die er gegenüber Henne Fye machte, da sagt er: Er habe Henne Belling nicht gerügt.

Auf den siebten und letzten Artikel der Frageliste, der lautet, ob er ihm Bann oder in kaiserlicher Acht sei, da sagt er, er wüsste es nicht anders, als dass er nicht im Bann oder in kaiserlicher Acht sei.

Weiter wegen der Artikel befragt, was er von den Beschuldigungen oder der Klage zu melden habe, sagt er, er habe nicht gehört, dass Henne Fye von Henne Belling als ein Bösewicht beschimpft wurde. Sondern er habe von Henne Fye gehört, dass er zu Henne Belling gesagt habe, er lüge wie ein Bösewicht. Das sei sein Wissen und nicht mehr.

Peter Scherer sagt auf den ersten Artikel der Frageliste, er wüsste nichts davon. Auf den zweiten Artikel der Fragenliste sagt er,

Registereinträge

Artikel   –   Bann   –   Bann und Acht (Paarformel)   –   Belling, Henne   –   Boesewicht (Bösewicht)   –   Eidesleistung   –   Fragstücke   –   Fye, Henne   –   Kaiserliche Acht   –   Kunde (Kundschaft, Kundsage)   –   Ruege   –   Ruegegericht   –   Scherer, Peter   –   Schimpfwörter   –   vorlesen (verlesen)   –   Widerteil (Gegenpartei)   –   Zank   –