Haderbuch Groß-Winternheim 1490-1502 

Bl. 135

26.01.1497  / Donnerstag nach conversio Pauli

Transkription

halp zu oiʃtern(n) nehʃt koͤmpt das andert(eil) martini
da(r)nach

erk(ann)t Jtem fihenherman(n) entphing ein erkentnűs von contze(n)
von kydderich der jme von dielman(n) kidenheymers
weg(en) von oppenh(eim) erkant ʃin gepurnus lut einer
v(er)ʃchrybung die derʃelb fyenherman(n) von dielmans
weg(en) jnhett in xiiij tag(en) zugeben(n)

Jtem Rudiger v(er)dingt ʃich als recht iʃt pet(er) groͤʃʃeln(n)
vfgeholt ʃin wort zutun von wegender kirchen(n) vnd redt eʃʃoͤll
jme peter moͤnʃter jars ɉ gld gelts geben von etlichen(n)
die der kirchen darvoͤr Legen vnd ʃolich gult wurd jme
nit ʃo ʃtund(en) ʃoliche fleck(en) vnd gutter noch zu der kirchen
hand(en) begert er mit recht zubeʃcheyden(n) ob er nit moͤcht
die ʃelb(en) guͤtt(er) zu jme nemen(n) S(e)n(tent)ia Ja ʃi ita eʃt etc

Jtem her Iohann(e) gloͤcken(er) ʃpr(icht) heyntzg(in) ʃtroheck(er) ʃoͤll jme
vfgeholt jars geben x ß vnd j kappen von eym kluʃter wÿd(en)
geleg(en) am drenck weg gef(orcht) der drenck vnd(en) zu ʃol(che)
gult wurd Ime nit ʃo ʃtund das cluʃter noch zu ʃin hand(en)
begerth er mit recht zu beʃcheÿd(en) ob er nit moͤcht ʃolich
cluʃter zu Ime nemen(n) S(e)n(tent)ia Ja ʃi ita eʃt

wentzg(is) Jtem Rampfus hait ʃich v(er)dingt als recht iʃt wentz-
gretg(in) gis gretg(in) Jr woͤrt zutun vnd ließ oͤffen den abʃcheit
der am nehʃt(en) zuʃch(en) jr vnd peter groͤʃʃeln am recht(en)
v(er)handelt redt darvff als das buch clerlich beʃtempt das
die kyrchenmeyʃt(er) gewyʃen wern vff ein bybrengu(n)g
vnd ʃolich bybrengung nit beʃcheen(n) wer begert gretg(in)
mitrecht zubeʃcheyd(en) ob nit peter groͤʃʃel als kirchenmeiʃt(er)
jr den coʃten billich wider geben ʃoͤll ʃtaltz zu recht S(e)n(tent)ia
eʃʃoͤll by vor gewyʃtem vrteyl bliben das zuʃch(e)n groͤʃʃeln(n)
vnd gretg(in) ytzt v(er)leʃen(n) iʃt bedunckt aber gretg(in) etwas
zu peter groͤʃʃeln(n) zuʃprech(e)n heb mag ʃie jme nachkom(m)
wie recht iʃt

phil(ipp) vo(n) ockenh(eim) Jtem hartmuts pet(er) von Swabenh(eim) hait ʃich v(er)dingt
gerhart Knebel als recht iʃt philipʃen von ockenheym ʃin wort zutun
vnd Ließ offen den letʃten abʃcheyt redt darvff er getrut

Übertragung

die Hälfte zu Ostern, die andere Hälfte zu Martini.

Hermann Fye erhält das Bekenntnis von Contz von Kiedrich, der ihm für Dielmann Kettenheim von Oppenheim anerkennt hat, binnen 14 Tagen der Verschreibung nach Gebühr nachzukommen, die Hermann Fye von Dielmann innehat.

Rudiger hat sich verpflichtet, für Peter Größel für die Kirche zu reden und sagt: Peter Münster solle ihm jährlich ½ Gulden Geld geben von etlichen Stücken Land. Und die Gülte erhält er nicht. Und die Flecken und Güter sind noch in dem Besitz der Kirche. Er fordert den Rechtsbescheid, ob er die Güter nicht einziehen könne. Urteil: Ja, wenn es so ist.

Herr Johann der Glöckner sagt: Heintzgin Strohecker soll jährlich 10 Schilling und 1 Kapaun geben von einem Kluster Weiden gelegen am Tränkeweg, neben der Tränke unten angrenzend. Und die Gülte erhält er nicht. Und das Kluster ist noch in seinem Besitz. Er fordert den Rechtsentscheid, ob er das Kluster nicht an sich nehmen könne. Urteil: Ja, wenn es so ist

Rampfuß hat sich verpflichtet, für Gretgin Wentzgis vor Gericht zu reden. Und er ließ den Abschied öffnen, der am letzten Gerichtstag zwischen ihr und Peter Gößel bei der Verhandlung erging und er sagt dazu: Das Buch bestimme klar, dass die Kirchenmeister gewiesen werden, den Beweis zu erbringen. Und das Beibringen sei nicht geschehen. Daher fordert Gretgin den Rechtsentscheid, ob nicht Peter Größel als Kirchenmeister ihr billiger Weise die Kosten erstatten soll. Urteil: Es soll bei dem zuvor gewiesenen Urteil bleiben zwischen Größel und Gretgin. Das ist verlesen. Scheine es Gretgin aber, dass sie von Peter Größel etwas zu fordern habe, so kann sie dem nachkommen, wie es rechtmäßig ist.

Peter Hartmut von Schwabenheim hat sich verpflichtet, für Philipp von Ockenheim vor Gericht zu reden. Und er ließ den letzten Abschied öffnen. Und er sagt dazu: Er vertraue

Registereinträge

Abschied   –   Aufholung (aufholen)   –   Beweis (beweisen)   –   Buch (Gerichtsbuch)   –   Erkenntnis (erkennen)   –   Flecken   –   Fye, Hermann   –   Geld (Geld)   –   Gericht (Winternheim)   –   Glöckner, Johann   –   Groeßel, Peter   –   Guelte (Gülte)   –   Hand (Hände)   –   Hartmut, Peter   –   Herren (Herrenstatus)   –   Kapaun   –   Kettenheimer, Dielmann   –   Kiedrich, Contz von   –   Kirche (Winternheim)   –   Kirchenmeister   –   Kluster   –   Knebel, Gerhart   –   Kosten   –   Martinstag (Martini)   –   Muenster, Peter (von)   –   Ockenheim, Philip von   –   Oeffnungsvorgänge (bei Gericht)   –   Oppenheim (Stadt)   –   Ostern   –   Rampfuß   –   Ruediger (Rudiger) (Name)   –   Schwabenheim (Dorf)   –   sententia   –   si ita est   –   Strohecker, Heinz (Heinzgin)   –   Tag (14-Tage-Frist)   –   Traenke (Tränke)   –   Tränkeweg   –   Urteil   –   Verschreibung   –   vorlesen (verlesen)   –   Weide (Pflanze)   –   Wentzgis, Grete (Gretgin)   –