Haderbuch Groß-Winternheim 1490-1502 

Bl. 126

15.12.1496  / Donnerstag nach Lucie virginis

Transkription

hen bellings redt er wer fihenhen nűʃt ʃchuldig bliben(n)
an all(er) gemeynʃchafft es wer jn ʃynem oder in/eins
andern huß abgethan wurd(en) Daruff Stud von wegen
fihenhens v(er)bott das hen belling nit abredig was das
ʃie die kalb(e) in ʃynem huß in gemey(n) abgetan hett(en) vnd
hofft er ʃoͤll es berechten(n) das er ʃie v(e)glichen hett oder aber
ʃin p(ar)thy woͤll es berecht(en) daʃʃie jme vnu(er)glichen wer
hoͤfft der einß ʃoͤll ʃin wilhelm von wegen hen bellings
v(er)bott das ʃich fihenhen erbott hatt das recht darumb zutun
vnd ʃin p(ar)thy woͤll es doby laiʃʃen(n) /

Nach anʃproch antwort beydert(eil) rechtʃetzen(n) S(e)n(tent)ia behelt
fihenhen vff den helgen als recht iʃt das hen bellung lut
ʃin(er) clag nit bezalt heb ʃo ʃoͤll er jme bezaln / daruff Stud
von wegen fihenhens fragt wan(n) er das recht tragen ʃoͤll
S(e)n(tent)ia in xiiij tagen(n)

Jtem Stud v(er)dingt ʃich als recht iʃt megelshen(n) ʃin wort zutun
Rul von vnd ließ oͤffen zwo clagen von Ruln von Budenheym
budenheim beʃcheen redt er erkent jme ij malt(er) korns hie zuʃchen faʃt-
megelshen nacht Der andern clag berur(e)n die momp(ar)ʃchafft geʃtund
er nit er brechts dan(n) bÿ als recht wer Daruff Emel v(er)dingt
ʃich als recht iʃt ruln von Budenheim ʃin wort zutuͤn vnd
nam das erkentnus der zweyer malt(er) frucht an vnd woͤll
es dobÿlaiʃʃen Vort(er) als megelshen der clag berurn die
momp(ar)ʃchafft nit geʃtund / des bezug ʃich ʃin p(ar)thy vfs buch
das ruln huʃfr(au) megelshen(n) momp(ar) gemacht hett darzu
vff mee kund(en) vnd das er derʃelb(en) ʃchult ein teyl vf gehab(e)n
hett vnd das megelßhen ʃelbs erkant hett ʃin p(ar)thy vmb
ziel zudem er vfgehaben hett Stud von weg(en) megelshen
redt ruͤl zug ʃich vff zweyerley kůnd vffs buch vnd and(er)
kuͦnd(en) neme er an vnd fund ʃich das furderʃt ʃo kem das and(er)
darnach fund ʃichs ab(er) nit ʃo hoͤfft er entbrochen von jme
ʃin Nachdem ʃich rül von Bubenheim vfs buch vnd
ander kund zugt S(e)n(tent)ia das er die breng(en) ʃoͤll v(er)bott er vnd
fragt qu(ando) S(e)n(tent)ia in xiiij tag(en) et vltra vt mor(is) ambo
verbott

1 h Jtem adam wolff 1 h vff Scharpfenstey[n] vf j gld golt et ʃub pigno(r)a

Übertragung

Henne Belling: Er sei Henne Fye nichts schuldig geblieben an dem gemeinsamen Kauf, egal ob es in seinem oder einem anderen Haus geteilt wurde. Darauf lässt Stude für Henne Fye festhalten, dass Henne Belling nicht leugnet, dass sie das Kalb in seinem Haus geteilt hätten. Und er hofft, er soll mit ihm abrechnen, dass er das erstatte habe oder aber seine Partei wolle beibringen, dass sie nicht verglichen waren - das eine oder das andere. Wilhelm für Henne Belling lässt festhalten, dass Henne Fye bereit war, den Rechtsbeweis zu leisten. Dabei wolle es seine Partei bleiben lassen.

Nach Anklage, Antwort, beiderseitigen Rechtsatzungen ergeht das Urteil: Wenn Henne Fye zu den Heiligen schwört, dass Henne Belling ihn gemäß seiner Klage nicht bezahlt hat, dann solle er ihn bezahlen. Darauf hat Stude für Henne Fye gefragt, wann er den Eid leisten soll. Urteil: In 14 Tagen.

Stude hat sich verpflichtet, für Henne Megel vor Gericht zu reden. Und er ließ die beiden Klagen von Rule von Budenheim öffnen und sagt: Er erkennt an, ihm 2 Malter Korn bis Fastnacht zahlen zu müssen. Wegen der anderen Klage betreffend die Bevollmächtigung, da gestehe er nichts, es sei denn jener bringe einen rechtsgültigen Beweis. Darauf hat sich Emel verpflichtet, für Rule von Budenheim vor Gericht zu reden. Und er nimmt das Geständnis wegen der zwei Malter Frucht an und will es dabei lassen. Weiter, wenn Henne Megel die Klage betreffend die Bevollmächtigung nicht gestehe, da berufe sich seine Partei auf das Gerichtsbuch, dass die Ehefrau von Rule Henne Megel zu ihrem Bevollmächtigten gemacht hat und auch mehr Zeugen. Und dass er von der Schuld einen Teil eingezogen hätte. Und dass Henne Megel selbst den Termin anerkannt hätte, zu dem seine Partei das eingezogen habe. Stude für Henne Megel sagt: Rule beziehe sich auf zwei Beweise, auf das Buch und andere Beweise. Das nehme er an. Und finde sich da weiteres, so käme das andere danach; finde sich aber nichts, so hoffe er von ihm freigesprochen zu sein. Nachdem sich Rule von Bubenheim auf das Buch und andere Beweise beruft, ergeht das Urteil: Dass er die beibringen soll. Das lässt er festhalten und fragt: Wann. Urteil: In 14 Tagen und dann weiter, wie es Gewohnheit ist. Beide festgehalten.

Adam Wolff erhebt seine 1. Heischung gegen Scharfenstein wegen 1 Gulden Gold und auf die Pfänder.

Registereinträge

Ansprache   –   Antwort (antworten)   –   Belling, Henne   –   Buch (Gerichtsbuch)   –   Budenheim, Rule von   –   Emel (Name)   –   Erkenntnis (erkennen)   –   Fastnacht   –   Fye, Henne   –   Goldgulden   –   Haus (Haus)   –   Heilige   –   Heischung (h) (heischen)   –   Hilbersheim, Wilhelm von   –   Kalb   –   Korn (Korn)   –   Kunde (Zeuge)   –   Malter   –   Megel, Henne   –   Momber (Momberschaft)   –   mos (moris)   –   Oeffnungsvorgänge (bei Gericht)   –   Partei   –   Rechtsetzung   –   Scharfenstein, N. N.   –   Schuld (Schulden)   –   sententia   –   Stude, N.N.   –   Tag (14-Tage-Frist)   –   verboten (Verbotung)   –   Wolff, Adam   –