Haderbuch Groß-Winternheim 1490-1502 

Bl. 119v

24.11.1496  / Donnerstag nach Elisabeth

Transkription

benheim ʃin wort zutun vnd ʃchuldiget hainß contzen
wie das er Ime ein wing(art) v(er)kaufft hab vor xxij
gld der ʃoͤll er jme zuhalb faʃt iiij gld geben die nehʃt
v(er)gang(en) ʃij vnd vort(er) alle Halb faʃt ʃo vil bis er die xxij
gld bezelt nű heb er jme die erʃt Som(m) nit geben das
er ʃie noch nit vßrecht ʃchedt jme x gld

philips von Jtem hartmuts peter v(er)dingt ʃich als recht iʃt philipʃen von
Ockenheim ockenheim ʃin wort zutun vnd fragt nachdem gerhardt
knebel gegen jme kond fuͤrn ʃoͤlt begert er mitrecht zu-
Gerhart knebel beʃcheid(en)n ob er auch die kond furn woͤll Daruff gerhart
knebel redt er woͤll die kond laiʃʃen fallen vnd ob philips
von ockenh(eim) vort(er) der offholung halb(en) reden woͤll erhoͤrn
vort(er) hartmuts pet(er) von weg(en) ockenheyms begert ʃin(er)
vffholung nach lut ʃins gerichtsb(uch)s am nehʃt(en) gericht
verleʃen Daruff Stud v(er)dingt ʃich gerhart knebeln ʃin wort
zutun vnd redt er begert vom widert(eil) zu oͤffen vß was
gruͤnds er den brieffe anrege oder r(e)chtuertig(en) woͤll jnn
meynu(n)g damit vff zuhol(e)n dan(n) es wer noit das man(n)
den brieff anʃehe wem er ʃtund vff das er moͤcht deʃto ver-
waͤrlichen geantw(or)t(en) Hartmuts pet(er) von wegen phil(ips)
von ockenheyms er hett ein br(ief) jngelegt daruff er der
vffholung begert hofft ʃie ʃoͤll jme gedyhen / gerhart
knebel brech jme dan(n) die wie recht wer ʃtaltz zurecht
Daruff Stuͤd von weg(en) gerharts redt man(n) hoͤrte des
widerteyls wiederwer nű wer gerhart(en) merglich dar an
gelegen darumb er begert ʃchub vnd tag vff das vorwend(en)
zubedenck(en) domit jne beyd(en) recht geʃchee Daruff iʃt
gerhart knebeln ʃchub vnd tag geʃt(alt) von hut zu xiiij t(agen)

Jtem Stud v(er)dingt ʃich fihenhen ʃin wort zutun vnd erk(enn)t
mertin belling von weʃel xxxviij gld alle
wyhenacht(en) nehʃt nachein volg(en) iiij gld oder vier
erk(ann)t wochen nach iglichem ziel vngeu(er)lich vnd vnu(er)zuglich(en)
bis ʃo lang er bezaͤlt vnd welches zyel er nit hilt das
er jne moͤcht pfend(en) vor daʃʃelb erʃchien ziel als hett
er jne mitrecht erwonnen(n) dz v(er)bott mertin belling

Übertragung

vor Gericht zu reden. Und er beschuldigt Contze Han: Dass er ihm einen Wingert verkauft habe für 22 Gulden. Von denen sollte er ihm am vergangenen Halbfastentermin 4 Gulden geben und weiter an allen Halbfasten ebenso viel, bis die 22 Gulden bezahlt sind. Nun habe er die erste Summe nicht gegeben. Dass er sie ihm nicht zahlt, das schade ihm 10 Gulden.

Peter Hartmut hat sich verpflichtet, für Philipp von Ockenheim vor Gericht zu reden. Und er fragt: Nachdem Gerhard Knebel gegen ihn die Zeugenaussagen beibringen sollte, fordert er den Gerichtsbescheid, ob er die Zeugen vorbringen wolle. Darauf hat Gerhard Knebel gesagt: Er wolle die Zeugenaussagen fallen lassen. Und wenn Philipp von Ockenheim weiter wegen der Einziehung rede, so wolle er es hören. Peter Hartmut hat für Ockenheim gefordert, die Einziehung gemäß dem Gerichtsbuch am nächsten Gerichtstag zu verlesen. Darauf hat Stude sich verpflichtet, für Gerhard Knebel zu reden und sagt: Er fordert, dass die Gegenseite das eröffne, aus welchem Grund er die Urkunde anrege oder rechtfertige mit der Meinung, das dann einzuziehen. Es wäre notwendig, dass man die Urkunde betrachte, damit er umso wahrhaftiger antworten könne. Peter Hartmut hat für Philipp von Ockenheim eine Urkunde vorgelegt, wegen der er die Einziehung gefordert hat. Und er hofft, sie solle ihm geschehen. Es sei denn, Gerhard Knebel breche die Heischung. Das legt er dem Gericht vor. Stude für Gerhard sagt: Man höre die Gegenwehr der Gegenseite. Nun sei Gerhard wirklich daran gelegen, darum fordert er Aufschub und seinen Termin, um das Angeführte zu bedenken, damit ihnen beiden Recht geschehe. Darauf erhält Gerhard Knebel Aufschub und seinen Termin in 14 Tagen.

Stude hat sich verpflichtet, Henne Fye vor Gericht zu vertreten und er erkennt an, Martin Belling von Wesel 38 Gulden zahlen zu müssen, jeweils an Weihnachten oder vier Wochen danach ungefähr 4 Gulden, so lange, bis alles bezahlt ist. Und wenn er einen Termin nicht einhalte, dann könne er ihn pfänden, als hätte er seinen Anspruch vor Gericht eingeklagt. Das lässt Martin Belling festhalten.

Registereinträge

Aufholung (aufholen)   –   Belling, Martin   –   Brief (brieflich)   –   Erkenntnis (erkennen)   –   Fye, Henne   –   Gericht (Winternheim)   –   Gerichtsbuch   –   Gulden (fl)   –   Han, Contze (Contzgin)   –   Hartmut, Peter   –   Knebel, Gerhart   –   Kremer, Lotz   –   Kunde (Kundschaft, Kundsage)   –   Kunde (Zeuge)   –   Ockenheim, Philip von   –   Oeffnungsvorgänge (bei Gericht)   –   Pfand (Unterpfand)   –   Schaden   –   Schub   –   Schwabenheim (Dorf)   –   Stude, N.N.   –   Tag (14-Tage-Frist)   –   Weihnachten   –   Wesel (Ort)   –   Widerteil (Gegenpartei)   –   Wingert   –   Woche   –