Haderbuch Groß-Winternheim 1490-1502 

Bl. 114

18.08.1496  / Donnerstag nach assumptio Mariae

Transkription

1 cl(age) Jtem philips hertt hait 1 cl(age) getan vff Syfrid(en) vnd wilhelm
Swalbach vnd vff alles ʃie hab(e)n jn richs gericht vor xx gld
hauptgelts xl gld ʃchad(en)s

erk(ann)t Jtem coͤntzg(in) mull(er) erk(enn)t hans flach(e)n dem Schult(heiß) ʃich mit
jme in xiiij tag(en) wes er mit jme zutun hat zuu(er)trag(en)
vnd ʃins liebs zuleben

kon walt- Jtem Stud hat ʃich v(er)dingt ut jur(is) Con waltmußhuʃen jn
mußhusʃen ʃin wort vnd ʃchuldiget vlmern von Bubenheim als wie
er jme v(er)luhen hett wing(art) vnd Ecker / do von das dritt(el)
vlmer von zugeben von den wing(art) vnd die halt(en) als ey(n) yden beʃtende(r)n
bubenh(eim) mit arbeyt zu yd(er) zitt zuʃteht nű lege in denʃelb(en) wing(art)
ɉ morg(en) noch zug(ra)ben den heb ʃin p(ar)thij fernet vol myʃts
laiʃʃen fur(e)n das er nű ʃolich(en) wing(art) nit gearbeyt hett ʃchedt
jme x gld begert des ʃin antwort / Solichs iʃt gelengt
hie zuʃchen dem nehʃt(en) gericht ob ʃie ʃich die wyl nit gutlich
v(er)trug(en) ʃic(ut) hodie

kon waltmus- Jdem ʃchuldiget fruoffs ruloff er hett jme ɉ malt(er) korns jm
huʃen v(er)gang(en) winter vff ʃin arbeyt geben / nű hett er jne ge-
fruoffs ruluff furdert vnd nit jnn ʃin arbeyt moͤg(en) breng(en) ʃchedt jme
iiij gld begert deʃʃin antwort Daruff ruloff geʃtund das
er jme das korn vff arbeyt geben hett er hett jme auch ein
tag gearbeyt hett jne auch ein mal od(er) zwen heym geʃucht
do heb er jme gutlich antw(or)t geben er wer nit muʃʃig er het
es and(er) lud(en) v(er)heyʃʃen vnd ʃo er jne noch hat diß tags ʃucht
zu arbeyd(en) woͤlt er jme daran arbeyd(en) Hofft er ʃoͤll jme nit
wyt(er) ʃchuldig ʃin woͤlt es jme jnß gerichtsbuch erkenn(en)
darby hat es waltmutshuʃen auch gelaʃʃe(n) vnd ʃolich
erkentnus von jme vffgenomen / wie nach volgt

erk(ann)t Jtem fruoffs ruloff erk(enn)t kon waltmutshuʃen an dem
ɉ malt(er) korns zu dem tag er jme vormals daran gearbeyt
hie zuʃch(en) ʃant michels tag v(er)fallen mit arbeyt abzuu(er)dien(en)
od(er) ʃunʃt v(er)nug(en) ob erß nit thett das er lut der ytzig(en) clag
erf(olg)t ʃin ʃoͤlt

erf(olg)t Jtem Stude erp(ar)te kon waltmutshuʃe(n) erf(olg)t Hainß contzen vnd
hainß heyntzen vfs buch

gelengt Zuʃch(en) Sniderhen vnd ʃtrölin iʃt jr t(ag) der kond halb gelengt
zu xiiij t(agen) ʃic(ut) hodie

Übertragung

Philipp Hirt erhebt seine 1. Klage gegen Siegfried und Wilhelm Schwalbach auf alles, was sie im Reichsgericht haben wegen 20 Gulden Hauptgeld und 40 Gulden Schaden.

Contzgin Müller erkennt an, dass er sich mit Hans Flach, dem Schultheißen binnen 14 Tagen vertragen muss und demgemäß leben soll.

Stude hat sich verpflichtet, für Kon Waldmannshausen vor Gericht zu reden. Und er beschuldigt Ulmer von Bubenheim: Dass er ihm einen Wingert und Äcker gegen Drittelpacht geliehen habe. Und er solle sie halten, wie es einem guten Pächter mit der Arbeit zu den entsprechenden Zeiten zustehe. Nun liegen in dem Wingert ½ Morgen, die noch zu graben sind. Dorthin habe seine Partei Mist führen lassen. Dass er nun den Wingert nicht bearbeitet hat, das schade ihm 10 Gulden. Und er fordert eine Antwort. Das ist verschoben worden bis zum nächsten Gerichtstag, ob sie sich nicht in der Zwischenzeit vertragen könnten.

Derselbe beschuldigt Rudolf Fruhoff: Er hätte ihm ½ Malter Korn im vergangenen Winter für seine Arbeit gegeben. Nun hat er ihn gefordert und er hat ihn nicht dazu bringen können, für ihn zu arbeiten. Das schade ihm 4 Gulden. Und er fordert dessen Antwort. Darauf hat Rudolf gestanden, dass er ihm das Korn für Arbeit gegeben habe. Er hatte auch für ihn einen Tag gearbeitet. Er habe ihn ein oder zweimal zu Hause aufgesucht. Da habe er ihm eine gütliche Antwort gegeben. Er wäre nicht müßig, er hätte es anderen Leuten versprochen. Und wenn er ihn noch heute aufgesucht hätte, dass er arbeiten solle, so wolle er für ihn arbeiten. Er hoffe, dass er ihm nichts weiter schuldig sei. Er wolle es ihm mit Eintrag ins Gerichtsbuch zusagen. Dabei hat es Waldmannshausen gelassen. Und die Bestätigung von ihm wurde aufgenommen wie folgt: Rudolf Fruhoff erkennt an, dass er Kon Waldmannshausen für das ½ Malter Korn, gegeben an dem Tag, an dem er zuvor für ihn gearbeitet hat, dass er dies bis Michaelis abverdienen müsse oder ihm sonst erstatten. Täte er das nicht, so solle jener gemäß der Klage den Anspruch eingeklagt haben.

Stude für Konrad Waldmannshausen hat seinen Anspruch eingeklagt gegen Contze Han und Heinz Han auf das Buch.

Zwischen Henne Snider und Strolin ist der Termin wegen der Beweisführung verschoben auf heute in 14 Tagen.

Registereinträge

Acker (Acker)   –   Antwort (antworten)   –   Arbeit (arbeiten)   –   Bubenheim, Ulmer von   –   Buch (Gerichtsbuch)   –   Erkenntnis (erkennen)   –   Flach, Hans   –   Fruhoff, Rudolf (Rulof)   –   Gericht (Winternheim)   –   Gerichtsbuch   –   graben (Wingert)   –   Guetlichkeit (Gütlichkeit)   –   Gulden (fl)   –   Han, Contze (Contzgin)   –   Han, Heinz   –   Hauptgeld   –   Hirt, Philip   –   Korn (Korn)   –   Kunde (Kundschaft, Kundsage)   –   Malter   –   misten (Mist)   –   Morgen (Maß)   –   Muller, Contzgin   –   Pacht   –   Partei   –   Reichsgericht, heiliges   –   Schaden   –   Schneider, Henne (Winternheim)   –   Schultheiß (Winternheim)   –   Schwalbach, Siegfried (von)   –   Schwalbach, Wilhelm von   –   Strolin   –   Stude, N.N.   –   Tag (14-Tage-Frist)   –   vertagen (Vertagung)   –   Waldmannshausen, Kon (von)   –   Wingert   –   Winter (Jahreszeit)   –