Haderbuch Groß-Winternheim 1490-1502 

Bl. 108v

23.06.1496  / Donnerstag vor Johan Baptiste

Transkription

fraw v(er)rechen weʃʃie vßgeben hait von Jrer beyd(er) weg(en) / ʃolichs
darff ʃie nit geben weʃʃie ab(er) nit v(er)rechen kan vnd wes ʃie noch jn-
hait ʃall ʃie petern halb geben Solichs obgemelt rechnu(n)g ʃal die vor-
gemelt Elß tűn jn xiiij tagen vnd ob ʃie by x gld nit by jr
rechnu(n)g qweme ʃal kein jrtum ʃin vff beydenteyln / vnd ʃoͤllen vort(er)
mee alles das hanʃel ʃelig mee v(er)laiʃʃen Hait nach ʃynem tode als
ligende gut(er) vnd farnhab korn gelt win vnd wes mee do iʃt nűʃt
vßgeʃcheid(en) an ʃolichen gűttern zu glich(en) teylung gen halp vnd halp
vnd wer es ʃach das etwas hey(m)lich oder offentlich abgetrag(en) word(en)
were von beydenteyln an ʃolichen v(er)laiʃʃen guttern(n) ʃoͤlt(en) ʃie wider
vff die teylung tűn by jre(n) ʃel(e)n Selickeyt Auch iʃt geredt weres
ʃach das vff beyndenteyln jr eins der rachtung(e) nit nachqweme
ʃolt der kyrchen geben vnd v(er)fall(en) ʃin x gld vnd ʃoͤll(e) doch geͤracht
ʃin vnd by der obgemelt(en) Rachtung blyben vnd ʃint diʃer zettel
zwen vßeinander geʃnidd(en) glichlud(en) eyner als der ander der iglich
parthy eynen Haitt vndiʃt diʃe rachtűng geʃcheen(n) vff Montag
nehʃt nach miʃericordia d(omi)ni Anno etc xcvjo
Daruff Rampfus von weg(en) peters hoͤfft das cleʃgin buʃʃe(r) der
v(er)ʃchribung gnu(n)g tun ʃoͤll dan(n) er geʃtund jme od(er) ʃin(er) mutt(er) nit
das ʃie jne berechent hett(en) daran pet(er) gnugug wer od(er) ʃin ʃoͤll ʃtaltz
zu recht Daruff rudig(er) von weg(en) cleʃg(in) buʃʃers redt ʃin
p(ar)thy hett nit gebrochen ʃoͤnd(er) der widert(eil) peter kenne der v(er)ʃchri-
bung ʃelbs nit nach vnd hilt der mutt(er) fur dz jr zuteyl werd(en)
wer geb er jr das mit [!] lieb moͤcht ʃin p(ar)thy lid(en) etc Alʃo iʃt
vff ydem teyl ʃo vil in gutlichkeyt geredt ʃie ʃölt(en) jr geʃpenn(e) •
noch beʃteh(e)n gutlich hin zueg(en)
Jtem daruff yderteyl erkant mit dem and(e)rn in ein gutlich
rechnu(n)g vnd v(er)trag lut des jngelegt(en) rachtung zettels zu
gehn jnn xiiij tag(en)

Cleʃg(in) beck(er) Jtem Cleʃg(in) beck(er) ʃchuldiget wernh(er)s cleʃen er hett jme win ab
wernhers cles kaufft vnd dar an bezalung getan bis vff iiɉ gld by ey(n) wyʃʃen
pfennig nahe zu gutt(er) rechnu(n)g das er jme die ʃelb(en) iiɉ gld nit
geb oder erk(enn)t zugeben ʃchedt jme x gld Daruff wernh(er)s cles
hait ʃchub vnd tag von hut zu xiiij t(agen) zur clag zuantw(or)t(en) vnd
v(er)bott domit das in der clag gemelt wer er hett den win bezalt

Übertragung

Frau abrechnen. Was sie ausgegeben hat von ihrer beider wegen, das muss sie nicht geben. Was sie aber nicht abrechnen kann und was sie noch hat, das soll sie Peter zur Hälfte geben. Diese genannte Rechnung soll die genannte Else binnen 14 Tagen leisten. Und wenn sie bis auf 10 Gulden nicht beikäme mit ihrer Rechnung, dann solle das kein Irrtum sein auf beiden Seiten. Und sie sollen weiter alles, was der verstorbene Hinsel hinterlassen habe nach seinem Tode, liegende Güter und Fahrhabe, Korn, Geld, Wein und was immer, nichts ausgeschieden an den Gütern, das sollen sie zu gleichen Teilen halb und halb teilen. Und wäre es, dass etwas heimlich oder öffentlich entzogen worden sei von beiden Seiten an den hinterlassenen Gütern, das sollen sie wieder in die Teilung hinzufügen, bei dem Heil ihrer Seele. Auch ist beredet worden: Wäre es, dass auf beiden Seiten einer dem Vergleich nicht nachkäme, der solle der Kirche geben und verfallen sein 10 Gulden. Und er solle doch verglichen werden und bei dem angeführten Vergleich bleiben. Und von diesem Zettel sind zwei gleichlautende, einer wie der andere, die sind auseinandergeschnitten worden, so dass jede Partei einen hat. Und dieser Vergleich geschah. Darauf sagt Rampfuß für Peter: Er hofft, dass Clesgin Bußer der Verschreibung genügen solle. Denn er gestehe ihm oder seiner Mutter nicht, dass sie mit ihm abgerechnet hätten, so dass Peter ein Genügen daran hatte oder haben könne. Das legt er dem Gericht vor. Darauf redet Rudiger für Clesgin Bußer: Seine Partei hätte das nicht gebrochen, sondern die Gegenseite, Peter käme der Verschreibung selbst nicht nach und enthalte der Mutter das vor, was ihr zuteilwerden solle. Gebe er ihr das mit Liebe, so könne seine Partei das wohl leiden. Darauf ist auf jede Partei sehr gütlich eingeredet worden, sie sollen ihre Streitigkeit doch gütlich vergleichen. Darauf hat jeder Teil anerkannt, mit dem anderen eine gütliche Abrechnung und einen Vertrag gemäß dem beigelegten Vergleich zu machen binnen 14 Tagen.

Clesgin Becker beschuldigt Cles Wernher: Er hätte ihm Wein abgekauft und den bezahlt bis auf 2 ½ Gulden bei einem Weißpfennig auf gute Rechnung. Dass er ihm diese 2 ½ Gulden nicht gebe oder anerkenne, die geben zu müssen, das schade ihm 10 Gulden. Darauf erhält Cles Wernher Aufschub und seinen Termin in 14 Tagen auf die Klage zu antworten. Und er lässt festhalten, dass in der Klage angeführt wird, er hätte den Wein bezahlt.

Registereinträge

Antwort (antworten)   –   Becker, Clesgin   –   Bewegliche Sachen   –   Buser, Clesgin   –   Frau (Frau)   –   Geld (Geld)   –   Gespenne   –   Guetlichkeit (Gütlichkeit)   –   Gulden (fl)   –   Hinsel (Name)   –   Hinsel, Else   –   Hinsel, Peter   –   Irrtum   –   Kerbzettel   –   Kirche (unbestimmt)   –   Korngülte   –   Misericordia domini   –   Montag   –   Mutter (Mutter)   –   Partei   –   Rachtung   –   Rachtungszettel   –   Rampfuß   –   Rechnung (Abrechnung)   –   Ruediger (Rudiger) (Name)   –   Schaden   –   Schub   –   Seele   –   Tag (14-Tage-Frist)   –   Teilung   –   Todesnachricht (Mensch)   –   Unbewegliche Sachen   –   verboten (Verbotung)   –   Verschreibung   –   Vertrag   –   Wein (Wein)   –   Weißpfennig   –   Werner, Clese   –   Widerteil (Gegenpartei)   –   Zettel   –