Haderbuch Groß-Winternheim 1490-1502 

Bl. 100v

31.03.1496  / Donnerstag nach Jubilate

Transkription

kon waltmuts Steud hait ʃich v(er)dingt kon waltmutshusen(n) ʃin wort zutun ut jur(is)
hűʃen vnd ʃchuldiget hanß contzen vnd hanß heyntzen geʃweg(er) wie
hanß contz das ʃie jme ʃchuldig wern j gld ix alb gerechent(er) ʃchult von
hanß heintz Jrs vatt(er) vnd Sweh(er) weg(en) daʃʃie jme nit do von vßrachtung
thet(en) ʃchedt jme x gld Daruff die g(e)n(ann)t(en) zwen geʃweger
erkant(en) kon waltmutshuʃen(n) xxij alb adc(om)put[and]um in xiiij t(agen)
dz v(er)bott er

Hen g(ra)benmech(er) Jtem hen grabenmech(er) ʃchuldiget cleʃgin beckern(n) wie das Ime
Cleʃgin beck(er) ein kerch(er) hett abkaufft ein fuder wins iiij virt(el) mynder dz
fud(er) maiß vor ix gld des gelts ʃoͤl er dem kerch(er) xiiij tag beyt(eil)
dar vor wer cleʃg(in) beck(er) gut word(en) ob es ʃach wer das der kerch(er)
jme nit vßrachtung thett / er hab auch eins teyls vßgeracht
das cleʃg(in) jme nű das vberig auch vß recht ʃchedt jme
x gld ob er ney(n) ʃag(en) woͤll er jne züg(en) mit den vffʃtuʃʃer(e)n
od(er) vnderkeuffer(e)n Daruff cleʃg(in) becker hait ʃchub vnd tag vonn
hut zu xiiij t(agen) zur clag zu antw(or)t(en) ambo v(er)bott

1 cl(age) Jtem Iohann von ʃcharpfenʃtein Hait 1 clag getan vff Steffans
hanʃen vff x gld hauptgelts xx gld ʃchad(en)s et ʃup(ra) om(n)ia

erf(olgt) Jtem Ströheyntzig(en) erf(olgt) hoʃen vor ɉ gld vff ʃin jnred

erf(olg)t Jtem Senders nachfar Bartolm(us) erf(olg)t petern / pet(er) Bodenheym(er)s
eyd(en) vor ɉ gld vff ʃin jnrede

Jtem der p(ate)r zu Huʃen hait ʃin momp(ar) wirtencleʃg(in) vnd
momp(ar) wid(er)ruff(en) hen zoͤrn wid(er)ruff(en) vnd wider zu momp(ar) gemacht jeckel
momp(ar) gemacht guntrum ʃin ʃchult vnd gult jn richs gericht jn zugewynn(en)
jne dar jnn zuu(er)gen vnd zuu(er)ʃten bis vff ʃin wid(er)ruff(en)

erk(ann)t Jtem megelshenn erk(enn)t philips hert(en) ix alb in xiiij tag(en)

erk(ann)t Jtem megels ketter erk(enn)t philips Hert(en) xxɉ alb in xiiij t(agen)

p b Jtem cleʃg(in) weber hat pfand beredt vff wernhers cleʃen(n)

gelengt Zuʃch(e)n ʃnider hen eins vnd pfefferhen(n) ʃchuchmans fÿhen momp(ar) and(er)t(eil)s
iʃt jr tag gelengt and an das nehʃt gericht ʃicut hodie

erk(ann)t Jtem der alt hetzel erk(enn)t cleʃgin beckern(n) ij gld an gold ein zu
nehʃt herbʃt den and(er)rn von dem ʃelb(en) herbʃt vber ein Jar welchs
ziel er nit hilt das er vor ʃie bede erf(olg)t ʃin ʃoͤll

Übertragung

Stude hat sich verpflichtet, für Kon Waldmannshausen vor Gericht zu reden. Und er beschuldigt die Schwager Hans Contz und Heinz Han: Dass sie ihm schuldig seien 1 Gulden 9 Albus abgerechnete Schuld von ihrem Vater und Schwiegervater her. Dass sie ihm das nicht ausrichten, das schade ihm 10 Gulden. Darauf haben die genannten beiden Schwager anerkannt, Kon Waldmannshausen 22 Albus gegen Abrechnung zahlen zu müssen binnen 14 Tagen. Das hat er festhalten lassen.

Henne Grabenmacher beschuldigt Clesgin Becker: Dass ihm ein Kärcher (Transporteur) ein Fuder Wein weniger 4 Viertel abgekauft habe, das Fuder für 9 Gulden. Das Geld sollte der Kärcher binnen 14 Tagen zahlen. Dafür war Clesgin Becker Bürge geworden, wenn es der Fall wäre, das der Kärcher ihn nicht bezahle. Er hat auch einen Teil bezahlt. Dass Clesgin ihm nun das Übrige nicht auch ausrichtet, das schade ihm 10 Gulden. Und wenn er Nein sage, so wolle er es ihm beweisen mit den Aufstoßern oder den Unterkäufern. Darauf erhält Clesgin 14 Tage Aufschub und seinen Termin heute in 14 Tagen, um auf die Klage zu antworten. Beide festgehalten.

Johann von Scharfenstein hat seine 1. Klage erhoben gegen Hans Steffan wegen 10 Gulden Hauptgeld und 20 Gulden Schaden auf alles.

Heinz Strohecker hat seinen Anspruch eingeklagt gegen Henne Hose wegen ½ Gulden, auf seine Gegenrede.

Bartholomeus, der Nachfahre von Sender hat seinen Anspruch eingeklagt gegen Peter, den Schwiegersohn von Peter Bodenheimer wegen ½ Gulden, auf seine Gegenrede.

Der Pater zu Hausen hat Clesgin Wirt und Henne Zorn als seine Bevollmächtigten widerrufen und Jeckel Guntrum zu seinem Bevollmächtigten bestimmt, seine Schulden und Gülten im Reichsgericht einzuziehen, zu gehen und zu stehen, bis auf Widerruf.

Henn Megel erkennt an, Philipp Hirt 9 Albus zahlen zu müssen binnen 14 Tagen.

Clesgin Weber hat Pfändung gefordert gegen Cles Werner.

Zwischen Henne Schneider auf der einen und Henne Pfeffer, dem Bevollmächtigten von Fihe Schuhmann auf der anderen Seite ist der Termin verschoben worden auf den nächsten Gerichtstag.

Der alte Hetzel erkennt an, Clesgin Becker 2 Gulden an Gold zahlen zu müssen, den einen kommenden Herbst, den anderen im Herbst des Folgejahres. Wenn er einen Termin nicht halte, so solle er wegen der Bede den Anspruch eingeklagt haben.

Registereinträge

Albus (alb)   –   Antwort (antworten)   –   Aufstoßer   –   Bartholomäus (Name)   –   Becker, Clesgin   –   Beweis (beweisen)   –   Bodenheimer, Peter   –   computatio   –   Contze, Hans   –   Einrede   –   Erkenntnis (erkennen)   –   Fuder (fuderig)   –   Geld (Geld)   –   Gericht (Winternheim)   –   Goldgulden   –   Grabenmacher, Henne   –   Guelte (Gülte)   –   Gulden (fl)   –   Gunthrum, Jeckel   –   Han, Heinz   –   Hauptgeld   –   Herbst   –   Hetzel, N. N.   –   Hirt, Philip   –   Hose, Henne (Hengin)   –   Ingelheimerhausen (Kloster)   –   Jahr (jährlich)   –   Kercher (Kärcher) (Beruf)   –   Megel, Henne   –   Momber (Momberschaft)   –   Pater (Ingelheimerhausen)   –   Peter (Name)   –   Pfand (Unterpfand)   –   Pfeffer, Henne   –   Reichsgericht, heiliges   –   Schaden   –   Scharfenstein, Johann (von)   –   Schneider, Henne (Winternheim)   –   Schub   –   Schuhmann, Fihe   –   Schuld (Schulden)   –   Schwager   –   Schwiegersohn   –   Sender   –   sicut hodie   –   Steffan, Hans   –   Strohecker, Heinz (Heinzgin)   –   Stude, N.N.   –   Tag (14-Tage-Frist)   –   Unterkäufer   –   Vater   –   verboten (Verbotung)   –   vertagen (Vertagung)   –   Viertel   –   Waldmannshausen, Kon (von)   –   Weber, Clesgin   –   Wein (Wein)   –   Werner, Clese   –   Widerruf   –   Wirt, Clesgin   –   Zorn, Henne (Hengin)   –