Haderbuch Groß-Winternheim 1490-1502 

Bl. 098v

31.03.1496  / Donnerstag nach Jubilate

Transkription

was recht ʃin wirdt

vff donerʃtag p(ost) palmar(um)

Jtem wernh(er)s cles hait ʃin 3 t(ag) geh(eischen) kund zufur(e)n gein
Jacob von horwylern(n) iʃt jme ʃin dritt(er) tag geʃt(alt) zu xiiij t(agen)

Jtem Johan von Scharpfenʃtein Hat ʃin 3 cl(age) getan vff ʃlomp
hanʃen vt p(ri)ma

Jtem pfefferhen als momp(ar) ʃchuchmans fyhen hait ʃnid(er)hen
t(ag) v(er)hudt ʃin clag gebroch(en) vnd ʃin lip vor jr gut geʃtalt iʃt jme tag
geʃatzt an das nehʃt ger(ich)t des glich(en) ʃniderhen auch -

Jtem Jacob von Horwyler Hait das buch bracht gein wernh(er)s
cleʃen nemlich wie jme cles der gult halb(en) von ʃins Jungh(er)n
weg(en) erkant hatt iʃt jme dag geʃtalt an dz neʃst ger(icht)
das geg(en) cleʃe(n) zuoͤffen vnd zubeʃcheen was recht iʃt

vff donerʃtag post Iubilate

Zuʃch(en) heynrich Sloͤʃʃern(n) von ober Jng(elheim) als cleger eins hofmans hen-
antes vnd vaűts johannes antwort(er) anderteyls Nach anʃprach
heynrich(en) ʃloͤʃʃe(r) antwort verhoͤrung der kůnd beydert(eil) furbreng(en) vnd
Rechtʃetzen(n)
S(e)n(tent)ia das hofmanshen(n) ant(is) vnd vauts Johannes der ix malt(er)
korns dem Sloͤʃʃer vßrachtung zűn ʃoll(e)n Es wer dan(n) das vauts
S(e)n(tent)ia zuʃch(en) Iohannes als vor ʃich vff den Helgen behilt das er dem Slöʃʃer
hofmans hen des korns halb(en) nicht antheyʃʃig wer word(en) ʃo ʃoll er mit ʃym anzal
ant(is) vnd vom ʃloͤʃʃer entbroch(e)n ʃin Daruff Steud v(er)dingt ʃich dem Sloͤʃʃer
vauts Joha(n)nes ʃin wort zuthun vnd v(er)bott das vrteyl vnd fragt jne welcher zitt
dem vrteyl gnu(n)gen geʃcheen ʃoll S(e)n(tent)ia welche parthij nit appelliert
ut Jur(is) die ʃol dem ʃloʃʃ(e)r gnu(n)gen tun Jn xiiij tagen(n) dz v(er)bott der ʃloʃʃe(r)

gel(engt) Zuʃchen Sniderhen(n) vnd dem alten hetzeln iʃt jr tag gelengt
an dz nehʃt gericht vort(er) ʃicut hodie ambo v(er)bott

wernh(er)s cles Jtem wernh(er)s cles ʃchuldiget Iacoben horwilern von der kyrchen
weg(en) er wer jme ʃchuldig xix lb iiij ß hlr das erß nit
Jacob horwil(er) vßrecht od(er) erke(nn)t zutun ʃchedt jme xx gld begert des ʃin
richtlich antwort Daruff Jacob hait ʃchub vnd tag von hut
zu xiiij tag(en) zur clag antwort zu geb(e)n ambo v(er)bott

Übertragung

was Recht sein wird.

Donnerstag 31. März 1496

Cles Werner hat seinen 3. Tag gefordert, Beweise beizubringen gegen Jakob von Horrweiler. Sein 3. Termin ist ihm gesetzt in 14 Tagen.

Johann von Scharfenstein hat seine 3. Klage geführt gegen Hans Slomp.

Henne Pfeffer als Bevollmächtigter von Fihe Schuhmann hat Henne Snider die Klage gebrochen und seinen Leib vor sein Gut gestellt. Es ist ihm ein Termin gesetzt am nächsten Gerichtstag. Ebenso Henne Schneider.

Jakob von Horrweiler hat das Gerichtsbuch beigebracht gegen Cles Werner, nämlich wie ihm Cles die Gülte für seinen Junker anerkannt habe. Es ist ihm ein Termin gesetzt am nächsten Gerichtstag, um das gegen Cles zu öffnen und dann zu besehen, was Recht ist.

Donnerstag 28. April 1496

Zwischen Heinrich Schlosser von Oberingelheim als Kläger auf der einen und Antis Hofmannshenn und Johannes Faut als Beklagten auf der anderen Seite. Nach Anklage, Antwort, Hören der Beweise und Vorbringungen beider Seiten und Rechtsatzungen ergeht das Urteil: Dass Antis Hofmannshenn und Johannes Faut die 9 Malter Korn dem Schlosser entrichten müssen. Es sei denn, dass Johannes Faut für sich auf die Heiligen schwört, dass er dem Schlosser das Korn nicht versprochen habe. Dann soll er mit seinem Anteil vom Schlosser freigesprochen sein. Darauf hat Stude sich verpflichtet, für den Schlosser zu reden und lässt das Urteil festhalten. Und er fragt, wann dem Urteil Genüge getan werden soll. Urteil: Wenn keine Partei appelliert, so sollen sie dem Schlosser in 14 Tagen Genüge tun. Das hat der Schlosser festhalten lassen.

Zwischen Henne Schneider und am alten Hetzel ist der Termin verschoben an das nächste Gericht und dann weiter wie heute. Beide festgehalten.

Cles Werner beschuldigt Jakob Horrweiler für die Kirche: Er sei ihm 19 Pfund 4 Schilling Heller schuldig. Dass er die nicht entrichtet oder anerkennt das zu tun, das schade ihm 20 Gulden. Er fordert davon eine Antwort vor Gericht. Darauf erhält Jakob Aufschub und einen Termin in 14 Tagen, um auf die Klage zu antworten. Beide festgehalten.

Registereinträge

Ansprache   –   Antwort (antworten)   –   Antworter   –   Appellation   –   Buch (Gerichtsbuch)   –   Donnerstag   –   Faut, Johannes   –   Gericht (Winternheim)   –   Guelte (Gülte)   –   Gulden (fl)   –   Heilige   –   Heischung (h) (heischen)   –   Heller (hlr)   –   Hetzel, N. N.   –   Hofmanshen, Anthes   –   Horrweiler, Jakob (von)   –   Jubilate   –   Junker   –   Kirche (Winternheim)   –   Klagebruch   –   Korn (Korn)   –   Kunde (Zeuge)   –   Kundschaft der Wahrheit   –   Leib vor sein Gut stellen   –   Malter   –   Momber (Momberschaft)   –   Ober-Ingelheim (Dorf)   –   Palmaris (Palmtag)   –   Partei   –   Pfeffer, Henne   –   Pfund (lb)   –   Rechtsetzung   –   Scharfenstein, Johann (von)   –   Schilling (ß)   –   Schlosser, Heinrich   –   Schneider, Henne (Winternheim)   –   Schub   –   Schuhmann, Fihe   –   Schuld (Schulden)   –   sententia   –   sicut hodie   –   Slomp, Hans   –   Stude, N.N.   –   Tag (14-Tage-Frist)   –   Tag wahren (verhüten)   –   Urteil   –   verboten (Verbotung)   –   vertagen (Vertagung)   –   Vortrag (Vorbringung)   –   Werner, Clese   –