Haderbuch Groß-Winternheim 1490-1502 

Bl. 094

24.02.1496  / Donnerstag nach Invocavit

Transkription

Jtem Stuͤd hait ʃich v(er)dingt als recht iʃt philips hert(en) ʃin wort
zutun vnd redt kon waltmushuʃen Jorg flach vnd philips
von ockenh(eim) ʃoͤlt(en) jme Jars xiiɉ gld zu guter Rechnu(n)g
von etlichen guter(e)n lut des gerichtsbuchs geben ʃolich gult
wurd jme nit ʃo ʃtund(en) die gut(er) noch zu ʃin hand(en) ob er
ʃie nit mocht zu Jme neme(n) S(e)n(tent)ia Ja ʃi ita e(st) v(er)bott

Jtem Stud von weg(en) philips hertt(en) hait auch vffgeholt
vff Seltzerhen alle die gut(er) do von er jme jars etlich gult
vffgeholt zugebe(n) pflichtig was dan(n) die ʃelb(en) gult wurd jme nit
ʃo ʃtund(en) zu ʃin Hand(en) die gut(er) ob er ʃie nit wider nemen
moͤcht S(e)n(tent)ia Ja ʃi ita eʃt

Jdem hait vffgeholt den dieffenhoiff vnd ʃol(che) vnd(er)pf(and) dar zu
gehörig ʃo vor die gult v(er)legt wer(e)n von Steffans heng(in)
megelskett(er) vnd dem Jung(en) ʃtruben alles lut des gericht
buchs ʃo ʃie an der gult ʃumig wurd(en) das er ʃin v(er)luhen
gutter ʃampt den vnderpfand(en) möcht offhol(e)n S(e)n(tent)ia ʃi ita e(st)
Ja / v(er)bott er

poʃuit Jtem Steffans heng(in) hait iɉ gld gult gein phil(ipp) hertt(en) als
vor ʃinen teyl ʃo er jme jars von dem dieffen hoff vnd
ander(e)n gutern(n) zu geben pflichtig was hind(er) ger(ich)t gelegt
vnd jme das geöffent

Jtem Rudig(er) hait ʃich v(er)dingt Qui(n)tin contzen als von der
vffgeholt kyrch(en) weg(en) ʃin wort zuthun vnd redt er hab 1 vnd 2
3 und 4 heyʃchung gethan vff den alt(en) hetzeln(n) lut
des gerichts buchs begert jme der vffholung zugeʃten hat
ma(n) jme geʃtand(en) vffs buch v(er)bott vnd hait Ban(n) vnd
fried(en) v(er)bott er auch

1 cl(age) Jtem Rudig(er) hait ʃich v(er)dingt Sniderhen(n) ʃin wort zutun
vnd hait ein erʃt clag gethan(n) vff ʃchuchmans fyhen
vff ij gld hauptgelts adc(om)put(and)um) xx gld ʃchad(en)s et om(n)ia

pfeff(er) hen Jtem Steud hait ʃich v(er)dingt als recht iʃt pfeffer henn(e)
von momp(ar)ʃchafft weg(en) Schuchmans fyhen ʃin wort
Beckerhen zuthun vnd ʃchuldiget Beckerhenn(e) von Bobenh(eim) den
der alt ʃtrub jung(en) vnd den alten Straűben(n) als wie ʃie wer(e)n by
der Junge ʃtrub eyn wynkawff geweʃt den peter finth vmb ʃchuch

Übertragung

Stude hat sich verpflichtet, für Philipp Hirt vor Gericht zu reden und sagt: Konrad Waldmannshausen, Jorg Flach und Philipp von Ockenheim sollten ihm jährlich 12 ½ Gulden gegen gute Rechnung geben, von etlichen Gütern, gemäß dem Gerichtsbuch. Nun erhalte er die Gülte nicht und die Güter sind noch in seinem Besitz. Ob er sie nicht an sich nehmen könne. Urteil: Ja, wenn es so ist.

Stude für Philipp Hirt hat auch alle die Güter von Henne Seltz eingezogen, von denen er jährlich etliche Gülte zu geben verpflichtet ist. Denn diese Gülte erhält er nicht und die Güter seien noch in seinem Besitz. Ob er sie nicht einziehen könne. Urteil: Ja, wenn es so ist.

Derselbe hat den Dieffenhof eingezogen und die Pfänder, die für die Gülte hinterlegt waren, von Hengin Steffan, Kett Megel und dem jungen Strube. Alles gemäß dem Gerichtsbuch, da sie an der Gülte säumig waren, ob er die verliehenen Güter und die Pfänder einziehen könnte. Urteil: Ja, wenn es so ist. Hat er festgehalten.

Hengin Steffan, hat 1 ½ Gulden gegenüber Philipp Hirt als seinen Anteil an der jährlichen Gülte vom Dieffenhof und den anderen Gütern bei Gericht hinterlegt und ihm diese geöffnet.

Rudiger hat sich verpflichtet, für Contz Quintin für die Kirche vor Gericht zu reden und sagt: Er habe die 1., 2., 3. und 4. Heischung erhoben gegen den alten Hetzel gemäß dem Gerichtsbuch. Er fordert, ihm die Einziehung zuzugestehen. Wurde ihm gestanden gemäß dem Buch. Festgehalten. Und er hat Bann und Frieden. Das lässt er auch festhalten.

Rudiger hat sich verpflichtet, für Henne Schneider vor Gericht zu reden und hat seine 1. Klage geführt gegen Fihe Schuhmann wegen 2 Gulden Hauptgeld gegen Abrechnung und 20 Gulden Schaden, auf alles.

Stude hat sich verpflichtet, für Henne Pfeffer als Bevollmächtigten von Fihe Schuhmann zu reden und beschuldigt Henne Becker von Bubenheim, den jungen und den alten Strube: Sie waren bei einem Weinkauf gewesen, den Peter Finthen von

Registereinträge

Aufholung (aufholen)   –   Bann und Frieden (Paarformel)   –   Becker, Henne   –   Bubenheim (Ort)   –   Buch (Gerichtsbuch)   –   computatio   –   Dieffenhof   –   Finthen, Peter von   –   Flach von Schwarzenberg, Jörig   –   Gerichtsbuch   –   Guelte (Gülte)   –   Gulden (fl)   –   Hand (Hände)   –   Hauptgeld   –   Hetzel, N. N.   –   Hirt, Philip   –   Jahr (jährlich)   –   Kirche (Winternheim)   –   Megel, Kett   –   Momber (Momberschaft)   –   Ockenheim, Philip von   –   Oeffnungsvorgänge (bei Gericht)   –   Pfand (Unterpfand)   –   Pfeffer, Henne   –   Quinten, Contze   –   Rechnung (Abrechnung)   –   Ruediger (Rudiger) (Name)   –   Schaden   –   Schneider, Henne (Winternheim)   –   Schuhmann, Fihe   –   Seltz, Henne   –   sententia   –   si ita est   –   Steffan, Hengin   –   Strube, N. N.   –   Stude, N.N.   –   verboten (Verbotung)   –   Waldmannshausen, Kon   –   Weinkauf   –