Haderbuch Groß-Winternheim 1490-1502 

Bl. 092v

24.09.1495  / Donnerstag nach Matheus apostolus

Transkription

hab ʃchaͤdt jme als vil das gericht erk(enn)t beg(er)t des ney(n) oder
Ja von jme ob er nit ʃolichs geret Heb Daruff heinrich
redt er geʃtund das er hinder dem gericht geʃtand(en) vnd jme
geret heb den wingart(en) zugraben wie fint do von redt
vnd er hab jm wing(art) gegrab(e)n vnd finth hab jne heyʃʃen
dar vß gen vnd hab ʃyt her mangen tag gewart bis ytzt
vnd wart noch ʃij vil guts weders geweʃt vnd hieß er
jne ytzt dar jn gen ʃo woͤll erß tun vnd hofft ʃoͤll jme wit(er)
nit ʃchuldig ʃin vnd ʃtaltz zu recht Daruff finth v(er)bott das
heinrich geʃtund das er jme verheiʃʃen hett den wing(art)
zu g(ra)ben vnd hofft ʃo erß geʃtund vnd nit gethan hatt er ʃoͤll
jne vor denʃelb(en) coʃt(en) jne der wing(art) gecoʃt heb zu g(ra)ben erf(olg)t
han(n) vnd als er vorwendt ich er heb jne nit wid(er) jn wing(art)
heyʃʃen gen ʃag er alʃo er hab es von jme ʃelbs gewuʃt das
er jme grab(e)n ʃöll vnd ʃt(alt) zu recht er ʃöll jme ʃin coʃt(en) wid(er)
do von geb(e)n Nach anʃpr(ache) antwort beydert(eil) furbreng(en)
S(e)n(tenti)a vnd rechtʃetzen(n) S(e)n(tenti)a das dielnheynrich finthen den coʃt(en)
vom wingart(en) zu grab(e)n wider geb(e)n ʃoll

vff donerʃtag nach Exaltat(i)on(is) Cruc(is)

4 h Jtem Qui(n)tin contz von weg(en) der kyrch(e)n zu winternh(eim)
hait ʃin 4 h gethan vff den alten hetzeln(n) ut p(ri)ma
iʃt jme ʃin tag geʃtalt an das nehʃt gericht

vff donerʃtag nach mathej
ap(osto)li et euangeliʃte

Jtem Johannes diel hait ʃin 2 t(ag) geheiʃch(e)n kund zufur(e)n gein
peter murern(n) iʃt jme ʃin 2 t(ag) geʃtalt zu xiiij t(agen)

Jtem Engelnhen hait ʃin 2 t(ag) geh(eischen) kund zu fur(e)n geg(en)
dem graben mech(er) iʃt jme ʃin 2 t(ag) geʃt(alt) zu xiiij t(agen)

t(ag) v(er)hut Jtem der alt geyßpeßheym(er) hat ʃin t(ag( v(er)hut gein pfefferhen(n)
jme antwort zu geb(e)n iʃt jme t(ag) geʃt(alt) ad p(ro)x(imu)m ju[diciu]m

Jtem Swartzen contz hait ʃin t(ag) v(er)hut antwort zu geb(e)n
pet(er) bechtolff(en) iʃt jme t(ag) geʃt(alt) ad p(ro)x(imu)m ju[diciu]m

Jtem Sniderhen hait ʃin 2 t(ag) geheyʃch(e)n kund zu fur(e)n gein
dem alt(en) hetzeln iʃt jme t(ag) vort(er) geʃtalt zu xiiij t(agen)

Übertragung

habe, das schade ihm so viel, wie das Gericht erkennt. Und er fordert ein Nein oder Ja, ob er ihm das nicht versprochen habe. Darauf sagt Heinrich: Er gestehe, dass er am Gericht gestanden und ihm versprochen habe, den Wingert zu graben, wie es Finthen gesagt habe. Und er habe im Wingert gegraben. Und Finthen habe ihm gesagt, er solle da rausgehen. Und er habe seitdem manchen Tag gewartet bis jetzt. Und er warte noch. Es war oft gutes Wetter. Und fordere er ihn jetzt, so wolle er es tun. Und er hofft, ihm nichts weiter schuldig zu sein. Das legt er dem Gericht vor. Darauf lässt Finthen festhalten, dass Heinrich gestehe, dass er ihm versprochen habe, den Wingert zu graben. Und er hofft, da er es gestehe und es nicht getan habe, so soll er ihn für die Kosten, die ihn der Wingert gekostet habe umzugraben, erfolgreich verklagt haben. Und wenn er vorbringt, er habe ihn nicht weiter in den Wingert gefordert, so sage er, er habe es von ihm selbst gewusst, dass er den Wingert graben soll. Das legt er dem Gericht vor, dass er ihm seine Kosten dafür erstatten müsse. Nach Anklage, Antwort, beiderseitigen Vorbringungen und Rechtsatzungen ergeht das Urteil: Dass Heinrich Diel Finthen die Kosten um den Wingert umzugraben geben soll.

Donnerstag 17. September 1495

Contz Quintin erhebt für die Kirche zu Winternheim seine 4. Heischung gegen den alten Hetzel. Es ist ihm ein Termin gesetzt am nächsten Gerichtstag.

Donnerstag 24. September 1495

Johannes Diel hat seinen 2. Termin gefordert, Beweise beizubringen gegenüber Peter Maurer. Es ist ihm sein 2. Termin gesetzt in 14 Tagen.

Henne Engel hat seinen 2. Termin gefordert, Beweise beizubringen gegenüber dem Grabenmacher. Es ist ihm sein 2. Termin gesetzt in 14 Tagen.

Der alte Geißpisheimer hat seinen Tag gewahrt gegenüber Henne Pfeffer, ihm Antwort zu geben. Es ist ihm ein Termin gesetzt am nächsten Gerichtstag.

Contz Swartz hat seinen Tag gewahrt gegenüber Peter Bechtolff, ihm Antwort zu geben. Es ist ihm ein Termin gesetzt am nächsten Gerichtstag.

Henne Schneider hat seinen 2. Termin gefordert, Beweise beizubringen gegen den alten Hetzel. Es ist ihm sein 2. Termin gesetzt in 14 Tagen.

Registereinträge

ad proximum (judicium)   –   Ansprache   –   Antwort (antworten)   –   Bechtolff, Peter   –   Diel, Heinrich   –   Diel, Johannes (Johan)   –   Donnerstag   –   Engel, Henne   –   Erfolgnis (erfolgen)   –   Exaltatio Sancte Crucis   –   Finthen, N. N.   –   Geißpisheimer, N. N.   –   Gericht (Winternheim)   –   graben (Wingert)   –   Grabenmacher (Tätigkeit)   –   Heischung (h) (heischen)   –   Hetzel, N. N.   –   ja oder nein   –   Kirche (Winternheim)   –   Kosten   –   Kunde (Kundschaft, Kundsage)   –   Matheus apostolus   –   Maurer, Peter   –   Pfeffer, Henne   –   Quinten, Contze   –   Rechtsetzung   –   Schaden   –   Schneider, Henne (Winternheim)   –   Schuld (Schulden)   –   Schwabenheim, Heinrich von   –   sententia   –   Swartz, Contze   –   Tag (14-Tage-Frist)   –   Tag wahren (verhüten)   –   verboten (Verbotung)   –   Vortrag (Vorbringung)   –   Wetter   –   Wingert   –   Winternheim (Dorf)   –