Haderbuch Groß-Winternheim 1490-1502 

Bl. 090v

10.09.1495  / Donnerstag nach nativitas Mariae

Transkription

gantz nit geʃtendig es wer dan(n) ʃach das er jne moͤcht be-
richt(en) das zu recht gnu(n)gk wer des er hoͤfft es ʃoͤll jm recht(en)
erk(ann)t werd(en) er ʃoͤll jme des berichtűng das zu recht gnu(n)g
were ee vnd zuuor dan(n) er beʃtund zum huß zu gehn vnnd
ʃtaltz zurecht Daruff Stud von weg(en) pfefferhens redt
als finth des zetels geʃten woͤlt vnd vormals mee vorge
richt ein Lengerung gemacht hett So begert pfefferhen vff
ʃin wort vnd v(er)leʃen zettel mitrecht zubeʃcheid(en) ob er nit
moͤcht zu ʃolichem huß gen / ʃy es als er ʃagt wan(n) er ʃolichs
mitrecht gewiʃen werde woͤll dan(n) finth das huß nit rume(n)
ʃo wűrd ʃich die nottuͤrfft erheyʃch(e)n das der winkauff darnach
verhort muʃt werd(en) das es alʃo wer als er ʃaͤgt Dar zu
finth redt wie vor vnd des mee ʃo pfefferhen ein winkauff
meldt den ʃoͤll er breng(en) vnd begertz mitrecht
Nach anʃpr(ache) antw(or)t beydert(eil) vorbreng(en) vnd rechtʃetzen dwil
S(e)n(tenti)a ein winkauff gemelt iʃt S(e)n(tenti)a das der v(er)hort werd(en) ʃoͤll
vort(er) beʃcheen(n) ʃo vil recht ʃin wirt / das v(er)bott(en) beydteyl
vnd Stud von weg(en) pfefferhens fragt qu(ando) S(e)n(tenti)a in xiiij t(agen)
bedarff er ʃin(er) tag vort(er) vnd heiʃt die als recht iʃt ʃo gibt
man(n) jme noch zweÿ xiiij t(age) mit beheltnuß des wid(er)t(eil) jnrede
ambo v(er)bott

Jtem Rudiger hait ʃich v(er)dingt als recht iʃt Sniderhen(n) ʃin wort
der alt hetzel zuthun vnd Ließ die clag oͤffen von dem dem alten hetzeln beʃcheen(n)
Sniderhenn(e) vnd redt daruff es hab ʃich begeben do ʃniderhen ein Burgermeiʃt(er)
geweʃt wer hett jme gepurt bed vff zuheben(n) vnd hetzel wer
Jme ʃchuldig geweʃt vor bede xiiij ß vnd der groiß hans wer
jme auch ʃchuldig geweʃt vor bede xiiij ß alʃo hett die ziit groiß
hans hetzeln mitrecht erlangt vnd auch gepfendt vnd hetzel
redt mit Sniderhen das er die ʃelb(e)n xiiij ß von ocul(us) hanʃen
auch vber ʃich neme / die woͤll hetzel jme vʃzricht(en) in maiß
wie ʃin eyg(en) bede on allen jntrag do woͤll ʃniderhen(n) wiʃʃe(n)
wo er ʃin gelt nemen(n) ʃoll dan(n) er műʃt es verrechen(n) do
heb hetzel jme zwen morg(en) korns jngetzt jn by ʃin des
bo<e>dels do die ern kame das man(n) ʃnid(en) ʃoͤll do kem hetzel in

Übertragung

gestehe er nicht ganz. Es sei denn, er brächte den rechtsgenügsamen Beweis bei. Er hofft, es solle ihm durch das Gericht erkannt werden, dass jener ihm berichten solle, so dass es rechtsgenügsam sei, bevor er an den Bestand des Hauses gehe. Das legt er dem Gericht vor. Darauf sagt Stude für Henne Pfeffer: Da Finthen den Zettel gestehen wolle und zuvor mehrmals vor Gericht eine Verlängerung erhalten hat, so fordert Henne Pfeffer auf seine Worte und die Verlesung des Zettels hin den Gerichtsentscheid, ob er nicht an das Haus gehen kann. Sei es, wie er sagt, wenn das durch das Gericht gewiesen werde und Finthen das Haus nicht räume, so werde es notwendig sein, den Weinkauf zu hören, ob es so wäre, wie er sagt. Dazu redet Finthen wie vor und weiter: Wenn sich Henne Pfeffer auf einen Weinkauf berufe, dann solle er ihn beibringen. Und er fordert es vom Gericht. Nach Anklage, Antwort, beiderseitigen Vorbringungen und Rechtsatzungen ergeht das Urteil: Weil ein Weinkauf angeführt wird, so solle der gehört werden. Dann solle weiter geschehen, was Recht sein wird. Das lassen beide festhalten. Und Stude fragt für Henne Pfeffer: Wann. Urteil: In 14 Tagen. Bedürfe er dann eine Verlängerung und fordere sie, wie es Recht ist, dann gibt man ihm noch zweimal 14 Tage, der Gegenpartei die Widerrede vorbehalten. Beide festgehalten.

Rudiger hat sich verpflichtet, für Henne Schneider vor Gericht zu handeln. Und er ließ die Klage öffnen, die durch den alten Hetzel geschehen sei. Und er redet dazu: Es habe sich begeben, als Henne Snider ein Bürgermeister war. Da gebührte ihm, die Bede einzuziehen. Und Hetzel war ihm für die Bede 14 Schilling schuldig. Und der große Hans war ihm auch für die Bede 14 Schilling schuldig. Also hatte der große Hans gegen Hetzel zu der Zeit geklagt, gewonnen und ihn gepfändet. Und Hetzel sagt zu Henne Snider, dass er die 14 Schilling von Hans Oculus auf sich nehme. Die wolle Hetzel ihm zahlen ebenso wie seine eigene Bede ohne Hindernis. Da wollte Henne Snider wissen, wo er das Geld aufnehmen solle, denn er müsse es verrechnen. Da habe ihn Hetzel in 2 Morgen Korn eingesetzt in Anwesenheit des Büttels. Als die Ernte kam und man schneiden soll, da kam Hetzel in

Registereinträge

Ansprache   –   Antwort (antworten)   –   Bede   –   Buergermeister (allgemein)   –   Buettel (Winternheim)   –   Einrede   –   Finthen, N. N.   –   Geld (Geld)   –   Gericht (Winternheim)   –   Hans (Vorname)   –   Haus (Haus)   –   Heischung (h) (heischen)   –   Hetzel, N. N.   –   Korn (Korn)   –   Morgen (Maß)   –   Notdurft   –   Oculus, Hans   –   Oeffnungsvorgänge (bei Gericht)   –   Pfand (Unterpfand)   –   Pfeffer, Henne   –   Rechtsetzung   –   Ruediger (Rudiger) (Name)   –   Schilling (ß)   –   schneiden   –   Schneider, Henne (Winternheim)   –   sententia   –   Stude, N.N.   –   Tag (14-Tage-Frist)   –   verboten (Verbotung)   –   vertagen (Vertagung)   –   vorlesen (verlesen)   –   Vortrag (Vorbringung)   –   Weinkauf   –   Widerteil (Gegenpartei)   –   Zettel   –