Haderbuch Groß-Winternheim 1490-1502 

Bl. 087v

10.09.1495  / Donnerstag nach nativitas Mariae

Transkription

t(ag) v(er)Hut Jtem Strub hait ʃin tag der vnʃchult v(er)hut gein heyl muͤllern(n)
iʃt jme ʃin tag geʃtalt ad p(ro)x(imu)m judiciűm

t(ag) v(er)hut Jtem pfefferhen als momp(ar) ʃchuchmans fyhen Hait ʃin t(ag) v(er)hut
gegen finten vnd ʃagt jne wer ein t(ag) zu xiiij tag(en) geʃtalt
alʃo hat ma(n) jme ʃin t(ag) vort(er) geʃtreckt ad p(ro)x(imu)m judicium

2 t(ag) Jtem pfefferhenn als momp(ar) hat ʃin 2 tag geheyʃch(e(n kund zufur(e)n
geg(en) cleʃg(in) geyßpeßheymern(n) iʃt jme ʃin 2 t(ag) geʃtalt zu xiiij t(agen)

t(ag) v(er)hut Jtem fyhenherma(n) vnd adam Ranʃel ʃin jr vnʃchuͤld butig
geweʃt gein ocul(us) Hanʃen iʃt jme t(ag) geʃtalt ad p(ro)x(imu)m judiciu(m)

2 t(ag) Jtem Johannes diel Hat ʃin 2 t(ag) vort(er) geheyʃch(e)n kund zufur(e)n
gein cleʃg(in) webern(n) vnd Steffans heng(in) iʃt jme ʃin 2 tag
vort(er) geʃtalt zu xiiij tag(en)

vff donerʃtag p(ost) Egidij

3 h Jtem Sniderhen hat ʃin 3 h getan vff geyßpeßheymern(n) ut p(rim)a
exp(ar)te eccle(sie)

3 h Jtem Qui(n)tin contz Hat ʃin 3 h getan von der kirchen weg(en) vff
den alten hetzeln vt p(ri)ma

3 t(ag) Jtem Johannes diel Hat ʃin 3 t(ag) geheiʃch(en) das buch zu breng(en)
gein cleʃg(in) webern(n) vnd Steffans heng(in) iʃt jme ʃin 3 tag
geʃtalt zu xiiij t(agen)

vff donerʃtag nach Natiui[ta]t(is)

erf(olg)t p • b Jtem cleʃg(in) oett als momp(ar) Smits dynen erf(olg)t hen vlmern(n)
vffs buch vnd Hait pfand vff jme beredt

erf(olg)t p b Jdem erf(olg)t hetzeln vffs buch vnd hait p b •

p • b • Jdem hait pfand beredt vff Ebolt(en) als momp(ar) dyne(n)[a]

erf(olg)t Jtem ocul(us) Hans erf(olg)t adam von Ranʃeln vffs buch

Engelnhen Jtem Stud Hait ʃich v(er)dingt als recht iʃt Engelnhen ʃin wort zutun
vnd ʃchuldiget henn g(ra)benmechern(n) als wie das Engelnhen
Hen g(ra)benmech(er) jme ʃchuldig wer ein werʃchafft zutun vnd erbut ʃich ytzt zu geg(en)
ʃolich werʃchafft zutun der ʃich hen g(ra)benmech(er) geweygert heb vnd
hoͤfft er ʃoll die von jme nemen mit bekerung coʃt vnd ʃchaͤd(en)
vnd ʃtaltz zurecht Daruff henn Rudiger v(er)dingt ʃich als recht
iʃt henn g(ra)benmechern(n) ʃin wort zutūn vnd redt als ʃich
Engelnhen ʃin(er) partyen ein werʃchafft zutun erbut etc ʃo ʃoͤlt

[a] Der Zusatz »als mompar synen« steht am rechten Seitenrand. Er bezieht sich wohl - das deutet die Klammer an - ebenfalls auf Clesgin Ott.

Übertragung

Strube hat seinen Tag gewahrt gegenüber Heil Müller, um den Unschuldseid zu leisten. Es ist ihm ein Termin gesetzt am nächsten Gerichtstag.

Henne Pfeffer als Bevollmächtigter von Fihe Schuhmann hat seinen Tag gewahrt gegenüber Finthen. Und er sagt, es sei ihm sein Termin in 14 Tagen gesetzt. Darauf hat man ihm den Termin verlängert bis zum nächsten Gerichtstag.

Henne Pfeffer als Bevollmächtigter hat seinen 2. Termin gefordert, den Beweis zu erbringen gegenüber Clesgin Geißpisheimer. Es ist ihm sein 2. Tag gesetzt in 14 Tagen.

Hermann Fye und Adam Ransel waren zum Unschuldseid bereit gegenüber Hans Oculus. Es ist ihnen der Termin verschoben worden bis zum nächsten Gerichtstag.

Johannes Diel hat seinen 2. Termin gefordert, den Beweis zu erbringen gegenüber Clesgin Weber und Hengin Steffan. Es ist ihm sein 2. Tag gesetzt in 14 Tagen.

Donnerstag 3. September 1495

Henne Schneider als Kirchenmeister hat seine 3. Heischung erhoben gegen den alten Geispißheim.

Contz Quintin hat für die Kirche seine 3. Heischung erhoben gegen den alten Hetzel.

Johannes Diel hat seinen 3. Termin gefordert, den Beweis zu erbringen gegenüber Clesgin Weber und Hengin Steffan. Es ist ihm sein 3. Termin gesetzt in 14 Tagen.

Donnerstag 10. September 1495

Clesgin Ott als Bevollmächtigter von Din Schmied hat seinen Anspruch eingeklagt gegen Henne Ulmer und Pfänder geforderte gemäß dem Buch.

Derselbe hat seinen Anspruch eingeklagt gegen Hetzel und Pfänder gefordert gemäß dem Buch.

Derselbe hat als Bevollmächtigter von Din Pfänder gefordert gegen Ebalt.

Hans Oculus hat seinen Anspruch eingeklagt gegen Adam von Ransel auf das Buch.

Stude hat sich verpflichtet, für Henne Engel vor Gericht zu reden. Und er beschuldigt Henne Grabenmacher: Dass Henne Engel ihm schuldig war, eine Sicherung zu leisten. Und er bietet an, jetzt, wo er anwesend ist, diese Sicherung zu leisten. Doch Henne Grabenmacher habe sich geweigert. Und er hofft, er solle sie von ihm annehmen mit Ersatz von Kosten und Schaden. Das legt er dem Gericht vor. Darauf hat sich Henne Rudiger verpflichtet, für Henne Grabenmacher vor Gericht zu reden und sagt: Wenn Henne Engel jetzt anbietet, seiner Partei eine Sicherung zu leisten usw., so solle

Registereinträge

ad proximum (judicium)   –   Buch (Gerichtsbuch)   –   Diel, Johannes (Johan)   –   Donnerstag   –   Ebalt (Ebolt)   –   ecclesia   –   Egidius (Egidii)   –   Engel, Henne   –   Finthen, N. N.   –   Fye, Hermann   –   Geißpisheimer, N. N.   –   Grabenmacher, Henne   –   Heischung (h) (heischen)   –   Hetzel, N. N.   –   Kirche (Winternheim)   –   Kosten und Schaden (Paarformel)   –   Kunde (Kundschaft, Kundsage)   –   Momber (Momberschaft)   –   Muller, Heil   –   Nativitas Marie   –   Oculus, Hans   –   Ott, Clesgin   –   Partei   –   Pfand (Unterpfand)   –   Pfeffer, Henne   –   Quinten, Contze   –   Ransel, Adam (von)   –   Ruediger (Rudiger), Henne   –   Schmied, Din   –   Schneider, Henne (Winternheim)   –   Schuhmann, Fihe   –   Steffan, Hengin   –   Strube, N. N.   –   Stude, N.N.   –   Tag (14-Tage-Frist)   –   Tag wahren (verhüten)   –   Ulmer, Henne   –   Unschuld (unschuldig)   –   vertagen (Vertagung)   –   Weber, Clesgin   –   Werschaft   –