Haderbuch Groß-Winternheim 1490-1502 

Bl. 072v

12.03.1495  / Donnerstag nach Invocavit

Transkription

Darűff zörn v(er)dingt ʃich als recht iʃt kon waltmüßhuʃen(n)
zu reden vnd begert das vrteyl zu oͤffen wie kochhens cles
gewyʃen wer ʃin bybrengung zutun dar zu den kuntʃchafftbr(ief)
vnd als jme ʃolichs geoͤffent wart redt er vort(er) ʃo der brieff jn-
hilt die kund(en) woͤllen erʃt bewerung thun ob ʃie dar zu ge-
wyʃt wurd(en) vnd ʃo ʃie das nit getan Hett(en) hofft kon / cles ʃöl
jne noch vnerzugt han lut der clag vnd vrteyls vnd ʃoͤl cles
jme noch hut zum tag gnu(n)g(en) tun lut ʃins zuʃprochs / dan(n)
erbietung ʃij nit dem tűn glich vnd wo<e>ll getruen kon ʃoͤll
cleʃen erlangt han lut ʃins zuʃprochs

Stude von weg(en) cleʃen v(er)bott den brieff vnd redt er hab ʃin
vermo<e>gen gethan vnd ʃij am ʃelben gericht die ordenu(n)g das
keyner ʃwer die parthyen woͤlle(n) es jne dan(n) nit erlaʃʃen ʃo nű
kon ʃie nit vor zugen haben woͤll oder auch mit der ʃag lut des
brieffs laiʃʃen benug(en) ʃo ʃij cles noch in den tagen dan(n) es ʃij
hut vier wochen(n) • vnd begert ʃin tag vom Richt(er) vort(er) zu ʃtreck(en)
wes jme an der kund gebrech daʃʃelbig zu erfoll(e)n vnd begert
von diʃem gericht vrkund an dz gericht zu ʃant gewer der maiß
wie der zug(en) ʃag bewert werd(en) ʃoͤl vnd hofft noch zur zitt
er ʃoͤll vnerkobert ʃin ʃo ʃin geʃatzt(en) tag noch nit v(er)ʃchien wer(e)n
woͤll es der widerteyl nit nachlaʃʃen ʃo begertz erß mit recht
zoͤrn von wegen konß redt wie vor der knecht ʃij gewyʃt
word(en) bybrengung zutűn lut des vrteyls nu hab er ein
brieff bracht der v(er)leʃen ʃij der meynu(n)g das er domit by-
bring(en) woͤll kon getruen das nit gnu(n)gʃam bybracht ʃij vnd
ʃoͤl jne erlangt han lut ʃins zuʃprochs wie vor vnd hat es
zurecht geʃtalt Stude von weg(en) cleʃen redt wie vor
ʃo er noch in den tag(en) ʃij ʃin(er) bybrengung ʃo ʃoͤll zu recht
erkent werd(en) er ʃoͤl macht han wes er ytzt an der kuntʃchafft
gebrech hett ʃolichs zu erfoll(en) beʃoͤnderlich ʃo er noch zit vnd ziel
Ad ʃocios iʃt habe vnd ʃt(ellt) zurecht
von ge(rich)t genome(n) 

Jtem zörn von weg(en) konß redt als der knecht gewyʃen wer
Ledig gezelt mit jme zu rechen derʃelben Rechenűng ʃchelt er jne quidt
vnd ledig dz hat der knecht v(er)bott

Jtem Stud hait ʃich v(er)dingt als recht iʃt Gotzenpetern jnn
ʃin wort vnd begert das vrteyl nach dem jme als hut

Übertragung

Darauf hat sich Zorn verpflichtet, wie es Recht ist, für Kon Waldmannshausen zu reden und fordert, das Urteil zu öffnen, wie Cles Kochhens gewiesen wurde, seinen Beweis zu erbringen und dazu die Zeugnis-Urkunde. Und nachdem ihm dies geöffnet wurde, redet er weiter: Der Brief enthalte, dass die Zeugen bereit sind, den Eid zu tun. Ob ihnen das gewiesen wurde. Und wenn sie das nicht getan hätten, so hofft Kon, dass Cles gegen ihn bisher das Zeugnis nicht erbracht habe gemäß seiner Klage und dem Urteil. Und Cles solle ihm noch heute Genugtuung leisten gemäß seiner Anklage. Denn die Bereitschaft ist nicht das Tun. Und er vertraue darauf, Kon soll gegen Cles gewonnen habe gemäß seiner Anklage.

Stude für Cles lässt den Brief festhalten und sagt: Er habe gemäß seinen Möglichkeiten gehandelt. Und es gäbe an diesem Gericht die Ordnung, dass keiner schwöre, wenn die Parteien nicht darauf bestehen. Da Conz sie nicht als Zeugen haben wollte oder es auch mit der Aussage der Urkunde begnügen lasse, so sei Cles noch in der Zeit. Es sind heute 4 Wochen. Und er fordert vom Richter, ihm seine Termine weiter zu geben. Was ihm an den Beweisen noch fehle, das wolle er erbringen. Und er fordert von diesem Gericht die Urkunde an das Gericht zu St. Goar, in welcher Weise die Aussage der Zeugen gesichert werden solle. Und er hofft, zurzeit soll er nicht besiegt sei. Denn seine gesetzten Tage sind noch nicht verstrichen. Wolle es die Gegenseite nicht erlassen, so fordert er es vom Gericht. Zorn für Konrad sagt: Der Knecht sei gewiesen worden, den Beweis gemäß dem Urteil zu bringen. Nun habe er eine Urkunde beigebracht, die verlesen worden sei, in der Meinung, dass er es damit bewiesen habe. Konrad vertraue darauf, dass er es nicht hinreichend beigebracht habe und er soll gegen ihn gewonnen haben gemäß seiner Klage. Das legt er dem Gericht vor. Stude für Cles sagt wie zuvor: Da er noch innerhalb der Frist für seine Beweiserbringung sei, so solle als Recht erkannt werden, er könne das einholen, was ihm an dem Beweis noch fehle, um dies zu vollenden, vor allem, weil er noch Zeit und Termine habe. Das legt er dem Gericht vor. An das Vollgericht. Ist vom Gericht genommen. Zorn für Konrad sagt: Als der Knecht gewiesen wurde, mit ihm abzurechnen. Wegen dieser Rechnung erklärt er ihn quitt und frei. Das hat der Knecht festhalten lassen. Stude hat sich verpflichtet, für Peter Gotz vor Gericht zu reden und fordert das Urteil, nachdem ihm der Tag heute

Registereinträge

Beweis (beweisen)   –   Brief (brieflich)   –   Gericht (St. Goar)   –   Gericht (Winternheim)   –   Gerichtsordnung   –   Gotz, Peter   –   Heidesheim, Clas von   –   Knecht   –   Kochhens, Clese   –   Kunde (Kundschaft, Kundsage)   –   Kundschaftbrief   –   ledig (ledigen)   –   Oeffnungsvorgänge (bei Gericht)   –   quitt, ledig und los (Paarformel)   –   Rechnung (Abrechnung)   –   Richter (richterlich)   –   socios (Vollgericht)   –   Stude, N.N.   –   Urteil   –   verboten (Verbotung)   –   vertagen (Vertagung)   –   Waldmannshausen, Kon (von)   –   Widerteil (Gegenpartei)   –   Woche   –   Zeuge   –   Zorn, N. N.   –