Haderbuch Groß-Winternheim 1490-1502 

Bl. 071

12.03.1495  / Donnerstag nach Invocavit

Transkription

fernet fellig geweʃt wer vßgerachthett nemlich zu wyhenacht(en)
von der můln als Johannes ʃelbs dar von geʃagt hett / do hab er
contz neyn geʃagt do hab der fry von dern zu Johannes dieln geʃchickt
ʃij Johannes diel komen do hab Ine ʃin Jungh(er) gefragt ob er auch
das korn hab vßgeracht / ʃaͤgt er neyn / daruff ʃaͤgt zu jme der fry
von dern Diel wie thun wir jme dan(n) ich muß das korn han nemlich
x malter / diel hab geʃpr(ochen) er erkent ʃie jme das er ʃie jme ʃchult
were do ʃaͤgt der fry von dern er ʃoͤlt ʃie gerhart knebeln geben von
ʃint weg(en) / da hab diel geʃagt er wer ʃie jme ʃchuldig vnd woͤll
ʃie jme oder gerhart(en) vßricht(en) / Das nű diel das alʃo bekentlich
geweʃt vnd nit vßgeracht habe ʃchade jme als momp(ar) ʃin(er) herʃchafft
x malt(er) korns vnd den gerichtsʃchad ʃo er erlit(en) vnd noch lid(en) wu(r)de
Begert des ʃin Richtlich antwort ob er ʃie erk(ann)t hab od(er) nit wie er
contz do von geret hab / Daruff Johannes diel beg(er)t an Richt(er)
jme Schub vnd tag zu geben vff die clag v(er)warlich zu antwort(en)
jʃt jme ʃin tag geʃtreckt antwort zugeben vff die clag von hut
zu xiiij tagen ambo v(er)bott

heynrich ʃloʃʃe(r) Stude hait ʃich v(er)dingt als recht iʃt heinrich Sloͤʃern(n) von ob(er)ing(elheim)
in ʃin wort vnd begerth der antwort von dielnhen lut der
dielnhen anclag od(er) zuʃproch daruff hat ʃich dielnhen(n) alʃo butig gemacht
alʃo hait der Schult(heiß) als richt(er) dem ʃelb(en) dielnhen als eym zug(en)
dar zu beyden parthyen dwil ʃie zugegen war(e)n tag geʃtalt von
hut zu xiiij tag(en) den gezug(en) ʃehen geloben vnd ʃwer(e)n vnd an
zuneme(n) wie recht iʃt

Zoͤrn hait von hen Belling(en) antwort beg(er)t lut der ʃchuldigung
zorn daruff henn Belling macht ʃich butig ʃin antw(or)t der maiß zu
contz swartz geben hat man(n) demʃelb(en) Belling al mitʃampt beydenteyln jne
hen belling als zug(en) ʃehen geloben vnd ʃwer(e)n vnd anzuneme(n) wie recht
iʃt tag geʃtalt von hut zu xiiij tagen

Jtem Rudig(er) hatt ʃich v(er)dingt als recht iʃt wygant ʃtörtzkoppe(n)
wygant ʃtoͤrtzkopp zu oberJng(elheim) in ʃin wort vnd hait ein kuntʃchafft brieff von
hatt ein kuntʃchafft Steffan grunwalts ʃelig(en) huʃfr(au) betreffen etlich gelt ʃo derʃelb
br(ief) Jngelacht etlich(er) ʃteffan gegen jme hind(er)n Richt(en)[!] gelacht vnd geoͤffent haͤtt das
ʃchult halb(en) ʃo dann am gericht zu oberJng(elheim) beʃcheen iʃt ʃolich(en) brieff begert zu
hind(er) gericht leygt leʃen vnd darűff vom gericht beg(er)t jme ein antw(or)t ʃolichs
gelacht(en) gelts zu geben / daruff ʃolich(er) brieff vom gericht an

Übertragung

fällig war, entrichtet habe, nämlich an Weihnachten von der Mühle, wie Johannes es selbst gesagt habe. Da habe er, Contz, Nein gesagt. Da habe der Frei von Dehrn zu Johannes Diel geschickt. Da sei Johannes Diel gekommen. Da habe ihn sein Junker gefragt, ob er das Korn auch geleistet habe. Da sagte er Nein. Darauf sagte der Frei von Dehrn: »Diel, was machen wir nun? Ich muss das Korn nämlich haben, 10 Malter.« Darauf habe Diel gesprochen: Er erkenne an, dass er ihm diese schuldig sei. Da sagte der Frei von Dehrn, er solle es Gerhard Knebel geben für ihn. Da habe Diel gesagt, er sei sie ihm schuldig und wolle sie ihm oder Gerhard geben. Dass nun Diel das bekannte und nicht geleistet habe, das schade ihm als Bevollmächtigter seiner Herrschaft 10 Malter Korn und den Gerichtsschaden, den er erlitten habe und noch erleiden würde. Er fordert darauf eine Antwort vor Gericht, ob er diese anerkannt habe oder nicht, so wie er, Contz, zuvor davon geredet habe. Darauf fordert Johannes Diel vom Richter Aufschub und seinen Termin, um auf die Klage wahr antworten zu können. Da ist ihm Verlängerung für seine Antwort auf die Klage gegeben worden und ein Termin heute in 14 Tagen. Beide festgehalten.

Stude hat sich verpflichtet, für Heinrich Schlosser von Oberingelheim vor Gericht zu reden. Und er fordert eine Antwort von Henne Diel gemäß der Anklage und Forderung. Darauf war Henne Diel dazu bereit. Der Schultheiß als Richter hat Henne Diel als einem Zeugen für beide Parteien, die anwesend waren, einen Termin gesetzt heute in 14 Tagen, den Zeugen zu sehen, zu vereidigen und zu befragen, wie es Recht ist.

Zorn hat von Henne Belling eine Antwort gefordert auf die Anschuldigung. Darauf war Henne Belling bereit, seine Antwort darauf zu geben. Da hat man dem genannten Belling mitsamt beiden Parteien, die ihn als Zeugen sehen, vereidigen und befragen wollen, wie es Recht ist, einen Termin gesetzt heute in 14 Tagen.

Rudiger hat sich verpflichtet, wie es Recht ist, für Wigand Storzkopp von Oberingelheim vor Gericht zu reden und ein Zeugnis vorgelegt von der verstorbenen Frau von Steffan Grunwald. Der betrifft etliches an Geld, das Stefan beim Richter hinterlegt und geöffnet hat. Das ist am Gericht zu Oberingelheim geschehen. Den Brief fordert er zu lesen und fordert vom Gericht eine Antwort auf das hinterlegte Geld. Darauf ist der Brief vom Gericht

Registereinträge

Antwort (antworten)   –   Belling, Henne   –   Brief (brieflich)   –   Diel, Johannes (Johan)   –   Eidesleistung   –   Erkenntnis (erkennen)   –   Frei von Dern   –   Geld (Geld)   –   Gericht (Winternheim)   –   Gerichtshinterlegung   –   Gerichtsschaden   –   Grunwalt, Stefan   –   Hausfrau   –   Herrschaft   –   Hofmann, Contz   –   Junker   –   Knebel, Gerhart   –   Korn (Korn)   –   Kunde (Kundschaft, Kundsage)   –   Kundschaftbrief   –   Malter   –   Momber (Momberschaft)   –   Muehle (Mühle)   –   Ober-Ingelheim (Dorf)   –   Oeffnungsvorgänge (bei Gericht)   –   Richter (richterlich)   –   Ruediger (Rudiger) (Name)   –   Schlosser, Heinrich   –   Schub   –   Schuld (Schulden)   –   Schultheiß (Winternheim)   –   Stortzkopp, Wigand   –   Stude, N.N.   –   Swartz, Contze   –   Tag (14-Tage-Frist)   –   vertagen (Vertagung)   –   vorlesen (verlesen)   –   Weihnachten   –   Zeuge   –   Zorn, N. N.   –