Haderbuch Groß-Winternheim 1490-1502 

Bl. 070v

12.03.1495  / Donnerstag nach Invocavit

Transkription

da bliben vnd behilt kon jme daruber fur das diel vil holtzs
hinweg gefurt hett Dan(n) ʃoͤlt es alʃo ʃin das eyn(er) ein vnder
pfandt ʃich v(er)meʃʃe zubeʃʃern vnd daʃʃelbig dan(n) wider hin weg
furt / ʃoͤlt jm recht(en) nit ʃin vnd ʃtaltz an dem teyl zurecht Es
wer dan(n) das diel beybrecht das er ʃolich Holtz nit in der meynu(n)g
dar gefurt hett Am ander(e)n der kyʃten halb ʃag er ʃij jme der
kiʃten halb(en) nichts pflichtig / dan(n) es wer ein můlter kaʃt die man(n)
teglich zur műln gebrucht vnd noch zugebruchen noit ʃij Es hett(en)
auch etliche die vor Iohannes dieln in der muln geʃeʃʃen die ʃelbig
kiʃt dar Jnn gebrucht vnd gelaiʃʃen vnd hofft das sie Joh(an)nes diel
noch hut des tags dar Jnn laißen ʃoll vnd ʃtaltz auch zurecht

Johannes diel hat es by ʃynem vorig(en) rechtʃatz gelaiʃʃen mit
hoffnu(n)g kon ʃoͤlt jme das ʃin volgen laiʃʃe(n) dan(n) es kuntlich das
ʃin wer Stude von weg(en) konß v(er)bott dz diel nit abredig wer
des wie er von konß weg(en) do von geredt hett vnd was diel bij-
brecht vßwendig des wie er vor do von geredt hab woͤlt Jme kon
Ioh(an)nes dieln laißen volg(en) vnd geʃtund jme witers nűʃt vnd ʃtaltz zu recht
wie vor Nach anʃprach antwort beyderteil furbreng(en) vnd
S(e)n(tent)ia zuʃch(en) rechtʃetzen S(e)n)tent)ia wes diel bybrengt lut ʃin(er) clag das ʃin ʃij ʃoͤl
waltmuß- jme kon waltmuʃen volgen laiʃʃen dz v(er)bott kon / Daruff redt
huʃen diel er beg(er)t mitrecht zubeʃcheid(en) wie erß bybreng(en) ʃol S(e)n(tent)ia das
zu recht gnu(n)g iʃt / daruff hait Joh(an)nes diel vort(er) gefragt in welch(er)
zitt S(e)n(tent)ia in xiiij tag(en) et vltra vt mor(is)

erk(ann)t Jtem fruoffs hans[a] erkent ocul(us) hanʃen ein gld in xiiij tag(en)
als momp(ar) her Johanns Stumpff(en) zu wießbad(en)

erk(ann)t Jtem adam vonn Ranʃel erkaͤnt ocul(us) hanʃen als momp(ar) her
Jorgen xviij alb in xiiij tagen

erk(ann)t Jtem peter von moͤnʃt(er) erk(enn)t Steffan Schuchmech(er)n xxvj alb in
xiiij tag(en)

erk(ann)t Jtem Coͤntzgin muͤll(er) erk(enn)t Steffans peterg(in) zu ober Jng(elheim) xx alb
hie zuʃchen palmtag ob erß nit thett das petergin jne moͤcht
pfend(en) in all(er) maiß als ob er ʃol(l) pfand mitrecht vnd recht
erf(olg)t vnd erlangt hett dz v(er)bot Steffans pet(er)

Contz hofman Jtem Coͤntz hofman(n) als mompar des fryhen von dern hait
Johannes diel zugeʃprochen Johannes dieln wie der frÿ von dern ʃij kome(n) zu jme
contzen in eyn(er) kurtz vnd gefragt on Iohannes diel dz korn ʃo

[a] Aufgrund der Einfügung konnte an dieser Stelle die zeilengetreue Wiedergabe nicht eingehalten werden.

Übertragung

dableiben. Zudem verweist Kon darauf, dass Diel viel Holz hinweg geführt habe. Denn es sollte so sein, wenn einer ein Pfand verspricht zu bessern und dann das wegbringt, das solle nicht Recht sein. Das legt er für seine Seite dem Gericht vor. Es sei denn, dass Diel den Beweis erbringe, dass er das Holz nicht aus diesem Grund hingebracht hätte. Zum zweiten wegen der Kisten sage er: Er sei ihm wegen der Kisten nichts pflichtig. Denn es seien Müller-Kästen, die man täglich für die Mühle braucht und brauchen muss. Es hätten auch etliche, die vor Johannes Diel in der Mühle saßen die gleichen Kisten gebraucht und dagelassen. Und er hofft, dass auch Johannes Diel sie dort lassen soll. Das legt er dem Gericht vor.

Johannes Diel hat es bei der vorherigen Rechtsetzung gelassen in der Hoffnung, Konrad solle ihm das Seinige folgen lassen. Denn es sei bekannt, dass es ihm wäre. Stude für Konrad lässt festhalten, dass Diel nicht leugne, dass er mit Konrad davon geredet hat. Und was Diel an Beweisen bringt außerhalb des zuvor geredeten, das wolle ihm Konrad folgen lassen, aber er gestehe ihm nichts weiter. Das legt er dem Gericht vor. Nach Anklage, Antwort, beiderseitigen Vorbringungen und Rechtsetzungen ergeht das Urteil: Was Diel beibringt gemäß seiner Klage, das ihm sei, das solle ihm Konrad folgen lassen. Das lässt Konrad festhalten. Darauf fordert Diel den Gerichtsbescheid, wie er es beibringen soll. Urteil: Rechtsgenügsam. Darauf hat Diel weiter gefragt: Wann? Urteil: In 14 Tagen und dann weiter, wie es Gewohnheit ist.

Hans Fruhoff erkennt an, Hans Oculus als Bevollmächtigten von Johannes Stumpff zu Wiesbaden einen Gulden binnen 14 Tagen zahlen zu müssen.

Adam von Ransel erkennt an, Hans Oculus als Bevollmächtigten für Herrn Jorg 18 Albus binnen 14 Tagen zahlen zu müssen.

Peter von Münster erkennt an, Steffan Schuhmacher 26 Albus binnen 14 Tagen zahlen zu müssen.

Contzgin Müller erkennt an, Petergin Steffan zu Oberingelheim 20 Albus bis Palmsonntag zu zahlen. Wenn er es nicht täte, dann könne Petergin ihn pfänden, als ob er die Pfänder vor Gericht eingeklagt hätte. Das hat Peter Steffan festhalten lassen.

Contz der Hofmann als Bevollmächtigter der Frei von Dehrn hat Johannes Diel angeklagt: Dass der Frei von Dehrn vor einiger Zeit zu ihm, Contz, gekommen sei und habe gefragt, ob Johannes Diel das Korn, das

Registereinträge

Albus (alb)   –   Ansprache   –   Antwort (antworten)   –   Diel, Johannes (Johan)   –   Erkenntnis (erkennen)   –   Frei von Dern   –   Fruhoff, Hans   –   Gericht (Winternheim)   –   Hofmann, Contz   –   Holz (hölzern)   –   Jorge (Herr)   –   Korn (Korn)   –   Malter   –   Momber (Momberschaft)   –   mos (moris)   –   Muehle (Mühle)   –   Muenster, Peter (von)   –   Muller, Contzgin   –   Ober-Ingelheim (Dorf)   –   Oculus, Hans   –   Palmaris (Palmtag)   –   Pfand (Unterpfand)   –   Ransel, Adam (von)   –   Rechtsetzung   –   Schuhmacher, Steffan   –   sententia   –   Steffan, Petergin   –   Stude, N.N.   –   Stumpf, Johannes   –   Tag (14-Tage-Frist)   –   verboten (Verbotung)   –   Verpfändung   –   Vortrag (Vorbringung)   –   Waldmannshausen, Kon (von)   –   Wiesbaden (Ort)   –