Haderbuch Groß-Winternheim 1490-1502 

Bl. 067v

12.02.1495  / Donnerstag nach Scholastice

Transkription

die kund zu fur(e)n S(e)n(tent)ia ʃo ʃich Engelhen(n) vff kund zugt die ʃol
gehort werd(en) hat er v(er)bot vnd fragt qu(ando) S(e)n(tent)ia in xiiij
tag(en) et vltra vt mor(is) ambo v(er)bott

heinrich ʃloʃʃe(r) Stude hait ʃich v(er)dingt als recht iʃt heinrich ʃloͤʃʃern(n) in
ʃin wort vnd ʃchuldiget dielnhen als wie das er als
dielnhenn ein winkauffs man(n) do by geweʃt ʃij das vauts Johannes
vnd hofmanshen ant(is) heynrich ʃloͤʃʃern ʃyen antheiʃʃig
word(en) zugeben vnd zulibern(n) ix malt(er) korns gein Jng(elheim)
vor ʃin thoͤr das er do von nit ʃaͤgt ʃo vil jme wißlich
ʃij noc(et) x gld Daruff dielnhen begerth ʃchub vnd
tag ʃich zubedenck(en) zur clag antw(or)tzugeben iʃt jme ʃin
tag antw(or)t zug(en) vff die clag geʃtreckt von hut zu xiiij t(agen)
ambo v(er)bott

cleʃg(in) beck(er) Jtem cleʃgin becker redt erhab vmb Johannes dieln ein
fleck(en) wingart(en) kaufft am huʃer weg nű kom megels
megelshenn hen(n) vnd verbiet es jme nű wiß er mit hlr v(n)d pf
wes er jme ʃchult ʃij vnd ʃtelt ʃin Lip vor ʃin gut
beg(er)t mitrecht zubeʃcheid(en) ob ʃin gut nit ledig ʃij

Stude hat ʃich v(er)dingt als recht iʃt megelshen jn ʃin wort
vnd ret es ʃij dem gericht wißlich auch ʃtunds Jm buch
das er Sontags fyhen gut erclagt hett vß der vrʃach hab
megelshen jme den fleck(en) wingarts v(er)bot(en) ducht cleʃg(in)
beckern(n) aber das megelshen jme vnrecht thet moͤcht
er jme vor gericht zuʃprechen dan(n) cleʃg(in) beck(er) moͤcht nit
ʃin lip vor ʃin gut ʃtell(en) an dem end er bewyʃe dan(n) das
er mit ʃontags fyhen gut gegifft wer vnd das es vor
dieʃe(r) v(er)bietung beʃcheen wer vnd ʃtaltz zu recht
daruff cleʃg(in) becker redt er hab das felt kauff vmb Joh(an)nes
dieln vnd bezalt darumb hab er ʃin Lip vor ʃin gut ge-
ʃtalt vnd er meld ʃontags fyhen gut nit mit allem
Stude von weg(en) megelshen(n) ret wie vor vnd des mee
clesg(in) beck(er) brecht dan(n) auch by das er von Johannes diel(e)n
gegifft wer wie recht ʃij vnd ʃtaltz zurecht

S(e)n(tent)ia Nach anʃpr(ache) antw(or)t vnd beydert(eil) Rechtʃetzen S(e)n(tent)ia brengt
cleʃg(in) beck(er) by das er vor megelshen erclagung des
felts von Sontags fyhen oder Johannes diel(e)n wie recht

Übertragung

die Zeugenaussagen vorbringen zu können. Urteil: Da sich Henne Engel auf Zeugen beruft, so sollen die gehört werden. Das hat er festhalten lassen und gefragt: Wann. Urteil: In 14 Tagen und dann weiter, wie es Gewohnheit ist. Beide festgehalten.

Stude hat sich verpflichtet, für Heinrich Schlosser vor Gericht zu reden. Und er beschuldigt Henne Diel: Dass er als ein Weinkaufs-Zeuge dabei war, als Johannes Faut und Antis Hofmannshenn Heinrich Schlosser versprachen 9 Malter Korn zu geben und zu liefern nach Ingelheim vor sein Tor. Dass er nicht sage, was er davon wisse, das schade ihm 10 Gulden. Darauf forderte Henne Diel Aufschub, um sich zu bedenken und auf die Klage zu antworten. Es wurde ihm sein Termin verlängert um auf die Klage zu antworten auf heute in 14 Tagen. Beide festgehalten.

Clesgin Becker sagt: Er habe von Johannes Diel einen Flecken Wingert gekauft am Huser Weg. Nun komme Henne Megel und lege ein Verbot darauf. Er wisse nicht, was er jenem schuldig sei. Er stellt seinen Leib vor sein Gut und fordert den Gerichtsbescheid, ob sein Gut dann nicht frei sei.

Stude hat sich verpflichtet, für Henne Megel vor Gericht zu reden und sagt: Es sei dem Gericht bekannt und es stehe auch im Buch, dass er die Güter von Fihe Sonntag eingeklagt hätte. Aus diesem Grund habe er Henne Megel den Flecken Wingert mit Klage belegt. Scheine Clesgin Becker aber, dass Henne Megel ihm damit Unrecht tue, kann er ihn vor Gericht anklagen. Aber Clesgin Becker könne nicht seinen Leib vor sein Gut stellen, es sei denn, er beweise, dass er in das Gut von Fihe Sonntag eingesetzt worden sei und zwar bevor es durch das Gericht mit einem Verbot belegt war. Das legt er dem Gericht vor. Darauf sagt Clesgin Becker: Er habe das Feld von Johannes Diel gekauft und bezahlt. Daher habe er seinen Leib vor sein Gut gestellt und er habe nichts mit dem Gut von Fihe Sonntag zu tun. Stude für Henne Megel sagt wie zuvor und weiter, dann solle Clesgin Becker beibringen, dass er von Johannes Diel eingesetzt worden sei, wie es recht ist. Das legt er dem Gericht vor. Nach Anklage, Antwort und beiderseitigen Rechtsatzungen ergeht das Urteil: Bringe Clesgin Becker den Beweis, dass er vor der Einklagung durch Henne Megel von Fihe Sontag oder Johannes Diel rechtmäßig

Registereinträge

Ansprache   –   Antwort (antworten)   –   Becker, Clesgin   –   Beweis (beweisen)   –   Buch (Gerichtsbuch)   –   Diel, Johannes (Johan)   –   Einsetzung   –   Engel, Henne   –   Faut, Johannes   –   Feld (Acker)   –   Flecken   –   Gericht (Winternheim)   –   gift (giften)   –   Gulden (fl)   –   Heller (hlr)   –   Hofmanshen, Anthes   –   Huserweg   –   Ingelheim (Dorf)   –   Korn (Korn)   –   Kunde (Kundschaft, Kundsage)   –   Kunde (Zeuge)   –   ledig (ledigen)   –   Leib vor sein Gut stellen   –   Malter   –   Megel, Henne   –   mos (moris)   –   Pfennig (pf)   –   Rechtsetzung   –   Schaden   –   Schlosser, Heinrich   –   Schub   –   sententia   –   Sontag, Fihe   –   Stude, N.N.   –   Tag (14-Tage-Frist)   –   Tuer (Tür)   –   verboten (Verbotung)   –   vertagen (Vertagung)   –   vorlesen (verlesen)   –   Weinkaufsleute   –   Wingert   –