Haderbuch Groß-Winternheim 1490-1502 

Bl. 063v

29.01.1495  / Donnerstag nach conversio Pauli

Transkription

Jdem Rudiger von weg(en) Johannes dieln ʃpr(icht) Adam Ranʃel geb
wide(r) gnome(n) jme vij ß von ɉ morg(en) wieʃen am holtzweg gef(orcht) adam
od(er) vffgeholt Ranʃel ʃelbs vnd(en) zu nű werd jme ʃin gult nit ʃo ʃtehe die
wiese noch zu ʃin Hand(en) begert mitrecht zubeʃcheid(en) ob er nit
mocht ʃolich(en) ɉ morgen wieʃen zu jme nemen S(e)n(tent)ia ja ʃi
ita eʃt ʃi non geʃchee vort(er) was recht ʃij

hans gutgeʃell Jtem Stude hat ʃich v(er)dingt als recht iʃt hans gutgeʃʃell(en)
der mull(er) vnd ʃchuldiget Jacob von Sawelnhey(m)m wie das hanns
gutgeʃell ein weiß hab ligen vndwendig des Rinwegs
Jacob von Sawelnh(eim) zuʃch(e)n den zweyn gemarck(en) Ingelnheym(m) vnd winternh(eim)
dieʃelb wieʃe liege geʃchemelt vnd die wieʃe die Iacob Jnhab
ʃtußt in denʃelb(e)n ʃchemel nű Hab Jacob doʃelbʃt etlich pfel
vff den wydenkoͤppen(n) abgehawen(n) vnd an dem ende geg(en)
jacobs wieʃen hab Jacob pfel vff dryen Elmen koppen ab
gehawen(n) vnd vff das der Richter doʃelbʃt geʃehen kunde
ob erß billich oder vnbillich getan hab ʃo begert Hans gut
geʃell das gericht dar als ein anleyde wan(n) es jm recht(en)
moͤcht ʃin vnd dar zu zűg er ʃich auch vff kunde den do
von wiʃʃen ʃij von denʃelb(en) widenkoͤppen vnd Elmen das ʃie
vorhin in die wieʃe gehort hab(e)n die ytzt hans gutgeʃell jn-
haibe das Iacob ʃolichs gethan hab noc(et) c gld vnd begert
mitrecht zubeʃcheyd(en) ob er nit moͤcht das gericht vor ein
anleyde dohin fůrn / was jne das coʃt woͤll er geben
Daruff Rudiger v(er)dingt ʃich als recht iʃt Jacoben von Saweln
heym in ʃin wort vnd redt er begerth ʃchub vnd tag vff
die clag antwort zugeb(e)n / Hait der Schult(heiß) jme ʃin tag geʃtreckt
von hut zu xiiij tag(en) ambo v(r)bott

1 cl(age) Jtem peter bechtolff hat 1 cl(age) gethan vff alles das die h(e)rn vonn
erbach hie hant erʃucht vnd vnerʃucht vff xxviij lb hlr
xvj eln woͤl(e)n tuchs Loͤn tuch vnd vj lb hlr hauptʃchult
vnd xxx gld ʃchad(en)

gel(engt) Zuʃch(e)n Engelnhen vnd Johannes diln(n) iʃt Jr tag gel(engt) an das
naͤhʃt gericht ambo v(er)bott

offgeholt Jtem Rudiger hait von[a] weg(en) jacobs von Sawelnh(eim) mit
recht begerth das buch zu oͤeffen wie jme wernhers cles vff

[a] Der Anfangsbuchstabe ist aus »v(er)« verbessert.

Übertragung

Rudiger für Johannes Diel sagt: Adam Ransel gebe ihm 7 Schilling von ½ Morgen Wiese am Holzweg, die grenzt unten an Adam Ransel selbst. Nun erhalte er seine Gülte nicht. Die Wiese ist noch in seinem Besitz und er fordert den Gerichtsentscheid, ob er nicht diesen halben Morgen Wiese wieder an sich nehmen könne. Urteil: Ja, wenn es so ist. Wenn nicht, dann geschehe, was Recht ist.

Stude hat sich verpflichtet, für Hans Gutgesell vor Gericht zu reden. Und er beschuldigt Jakob von Saulheim, dass Hans Gutgesell eine Wiese liegen habe inwendig des Rheinwegs, zwischen den beiden Gemarkungen Ingelheim und Winternheim. Diese Wiese liegt abgestuft und die Wiese, die Jakob innehabe stößt an diese Erdstufe an. Nun habe Jakob da etliche Pfähle von den Weidenköpfen abgeschlagen und am Ende zu Jakobs Wiese habe Jakob Pfähle von drei Ulmenköpfen abgehauen. Und damit der Richter das sehen könne, ob er es billiger Weise oder unbilliger Weise getan habe, dafür fordert Hans Gutgeselle von dem Gericht eine Anleit, damit es rechtmäßig sei. Und darüber hinaus berufe er sich auf Zeugen. Denn davon wissen sie, von den Weidenköpfen und den Ulmen, dass sie zur Wiese gehört haben, die jetzt Hans Gutgesell innehabe. Und dass Jakob das getan habe, das schade ihm 100 Gulden. Und er fordert einen Rechtsentscheid, ob er nicht das Gericht mit einer Anleit dorthin führen könne. Was ihn das kosten werde, das werde er geben. Darauf hat Rudiger sich verpflichtet, für Jakob von Saulheim vor Gericht zu reden und forderte Aufschub und Terminsetzung, um auf die Klage zu antworten. Der Schultheiß hat ihm seinen Gerichtstermin gesetzt in 14 Tagen. Beide festgehalten.

Peter Bechtolf erhebt seine 1. Klage auf alles, was die Herren von Kloster Eberbach hier haben, beklagt und frei wegen 28 Pfund Heller und 16 Ellen Tücher aus Wolle, Leinentuch* und 6 Pfund Hauptschuld und 30 Gulden Schaden.Zwischen Henne Engel und Johannes Diel wurde der Termin verschoben bis zum nächsten Gerichtstag.Rudiger hat für Jakob von Saulheim gefordert, das Buch zu öffnen, was Cles Werner ihm vor

Registereinträge

Anleit (Anleite)   –   Antwort (antworten)   –   Bechtolff, Peter   –   Diel, Johannes (Johan)   –   Eberbach (Kloster/Mönche)   –   Elle   –   Engel, Henne   –   Gemarkung (Ingelheim)   –   Gemarkung (Winternheim)   –   Gericht (Winternheim)   –   Guelte (Gülte)   –   Gulden (fl)   –   Gutgesell, Hans   –   Hand (Hände)   –   Heller (hlr)   –   Holzweg   –   Kosten   –   Kunde (Kundschaft, Kundsage)   –   Leinentuch   –   Morgen (Maß)   –   Mueller (Müller/Beruf)   –   Pfaehle (Wingertpfähle)   –   Pfund (lb)   –   Ransel, Adam (von)   –   Rheinweg   –   Richter (richterlich)   –   Ruediger (Rudiger) (Name)   –   Saulheim, Jakob von   –   Schaden   –   Schemel (Absatz)   –   Schub   –   Schultheiß (Winternheim)   –   sententia   –   si ita est   –   Stude, N.N.   –   Tag (14-Tage-Frist)   –   Ulmenkof   –   verboten (Verbotung)   –   vertagen (Vertagung)   –   Weidenkopf   –   Werner, Clese   –   Wiese (Wiese)   –   Wolltuch   –