Haderbuch Groß-Winternheim 1490-1502 

Bl. 061

29.01.1495  / Donnerstag nach conversio Pauli

Transkription

mönad(en) den nehʃt(en) von dat(um) diß tags an die appellat(ion) an-
henck(en) ʃoll das hat zoͤrn verbott

Jtem nach dem zoͤrn vnd Rytzen peter ʃwartzen ʃelig(en)
dochterman(n) als vff hut dat(um) tag geʃatzt das vrteil zuʃch(e)n
zo<e>rn jne zurecht geʃtalt zuentphaen vnd ʃo beydteyl auch erʃchien(n)
vnd der vrteyl begert haben(n) hat man(n) jne die vßgeʃpr(ochen) wie
S(e)n(tent)ia zuʃch(e)n nachvolgt Zwiʃch(e)n zoͤrn vnd Rytzen peter ʃwartzen(n)
ʃeligen dochterman Nach anʃproch antwort beygelachter
Rÿtzen brieff verhörter kunde beyderteyl furbreng(en) vnd rechtʃetzen(n)
Spricht der Scheffen zu recht das Rytz lut der v(er)ʃchribung
verhofft ʃin ʃoll es wer dan(n) ʃach das er bybrecht das der haupt
brieff vnd die abʃchrifft nit eins Jnhalts geweʃt ʃoͤlt aber
beʃcheen(n) ʃo vil recht ʃin wu(r)de Das vrteyl hat zoͤrn v(er)bott
Darvff Rytz durch ʃin in recht angedingten(n) furʃprechen(n)
reden ließ er wer in der vrteyl beʃwerth vnd berieff ʃich
do von vnd appelliert vor myn gnedigʃten h(er)rn den pfaltz-
grauen(n) oder ʃiner gnaden hofgericht bat vnd begerth ap(osto)los
zům erʃt(en) zum ander(e)n zum dritt(en) mit vlys vliʃʃiger
vnd aller vliʃʃigʃt vnd fördert alles das gehn [!] das jme
zu ʃin(er) appellat(ion) von rechts weg(en) gepur(e)n vnd noit ʃin
wurde vnd behilt jme vor diʃe appellat(ion) zu mynder(e)n
zu mehr(e)n was ʃich in recht gepurt vnd woͤll diß appellat(ion)
dem widert(eil) ʃo der zu geg(en) ʃtund hiemit v(er)kundt hab(e)n
vnd des beʃtant haben(n) vom Richt(er) / Hait der Schult(heiß) als
richter jme geʃtand(en) was recht iʃt

Darvff zoͤrn fragt in welcher zitt Rytz ʃin appellat(ion)
anhenck(en) ʃoll Darvff iʃt zu recht erkant das Rytz in drÿen
moͤnd(en) den nehʃt(en) von dat(um) diß tags an die appellat(ion) an
henck(en) ʃoll / dz Hat zoͤrn verbott

Joha(n)nes Jtem nach dem Johannes dieln vnd agneʃen coͤntzg(en) gleʃers
dieln witfrawen von Bacherach als vff hut dat(um) tag geʃatzt das
vrteyl zuʃch(e)n jne zu recht geʃtalt zu entphaen(n) vnd ʃo beyd-
S(e)n(tent)ia zuʃch(e)n teyl auch erʃchien(n) vnd der vrteyl begerth hab(e)n hat man(n)
jnen die vßgeʃpr(ochen) wie nach volgt Zwiʃch(e)n Johannes
dieln vnd agneʃen coͤntzg(en) gleʃerst witfr(au) von Bacherach

Übertragung

Monaten von heute an, die Appellation anhängig machen soll. Das hat Zorn festhalten lassen.

Nachdem Zorn und Rice, der Schwiegersohn des verstorbenen Peter Schwartz für heute ihr Tag gesetzt wurde, das Urteil zwischen ihnen beiden zu empfangen und auch beide Parteien erschienen sind und das Urteil begehrt haben, hat man es ihnen ausgesprochen wie folgt: Zwischen Zorn und Rice, dem Schwiegersohn des verstorbenen Peter Schwartz, nach Anklage, Antwort, vorgelegten Urkunden, befragten Zeugen, beiderseitigen Vorbringungen und Rechtsatzungen sprechen die Schöffen als Recht: Dass Rice gemäß der Verschreibung gebunden sein soll. Es sei denn, er erbringe den Beweis, dass der Hauptbrief und die Abschrift nicht den gleichen Inhalt haben. Dann geschehe das, was in diesem Fall Recht wäre. Das Urteil hat Zorn festhalten lassen. Darauf ließ Rice durch seinen Fürsprecher reden: Er sei durch das Urteil beschwert und gehe in Berufung und appelliere an meinen gnädigsten Herrn den Pfalzgrafen oder seiner Gnaden Hofgericht. Er erbat und forderte den Sendbrief zum ersten, zum zweiten und zum dritten Male, fleißig, fleißiger und am aller fleißigsten. Und er fordert alles, was ihm für die Appellation rechtmäßig gebührt und ihm notwendig sein werde. Und er behält sich vor, die Appellation zu mindern und zu mehren, was immer sich gebührt und wolle die Appellation der Gegenseite, die jetzt anwesend ist, hiermit verkündet haben und dass sie rechtsbeständig ist vor Gericht. Der Schultheiß als Richter hat ihm gestanden, was rechtmäßig ist. Darauf fragt er, zu welcher Zeit er die Appellation anhängig machen soll. Darauf wurde durch das Gericht erkannt: Binnen 3 Monaten von heute an soll er die Appellation anhängig machen. Das hat Zorn festhalten lassen.

Nachdem Johannes Diel und Agnes, die Witwe von Contz Glaser von Bacharach heute ihr Tag gesetzt war, das Urteil zwischen ihnen zu empfangen und beide Seiten erschienen sind und das Urteil begehrt haben, hat man ihnen dies ausgesprochen wie folgt: Zwischen Johannes Diel und Agnes, der Witwe von Contz Glaser von Bacharach.

Registereinträge

Abschrift   –   Ansprache   –   Antwort (antworten)   –   Apostel (Bericht)   –   Appellation   –   Bacharach (Ort)   –   Bestand (Bestentnis)   –   Beweis (beweisen)   –   Brief (brieflich)   –   Diel, Johannes (Johan)   –   Fuersprecher (Fürsprecher)   –   Gericht (Winternheim)   –   Glaser, Agnes   –   Glaser, Contzgin   –   Hauptbrief   –   Hofgericht (pfalzgräfliches)   –   Kunde (Kundschaft, Kundsage)   –   Monat   –   Pfalzgrafen bei Rhein   –   Rechtsetzung   –   Richter (richterlich)   –   Ritz (Heinritz)   –   Schoeffen (Gerichtsschöffen)   –   Schultheiß (Winternheim)   –   sententia   –   Swartz, Peter   –   Tochtermann   –   Todesnachricht (Mensch)   –   Urteil   –   verboten (Verbotung)   –   Verschreibung   –   Vortrag (Vorbringung)   –   Widerteil (Gegenpartei)   –   Witwe   –   Zorn, N. N.   –